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Wirtschaft Die neue Angst der Schweizer Industrie

Noch brummt die Schweizer Wirtschaft. Mit dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative könnten aber bald die nötigen Fachkräfte fehlen. Nun soll der Bundesrat einen Massnahmen-Katalog ausarbeiten.

Legende: Video Grenzgänger für Industrie wichtig abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.02.2014.

Die Schweizer Maschinenindustrie ist grösstenteils über dem Berg: Sowohl beim Umsatz und bei der Auftragslage verzeichnet die Maschinen-, Metall- und Elektro-Industrie (Swissmem) Zuwachsraten im einstelligen Prozentbereich.

Legende: Video Die Jahresbilanz von Swissmem abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.02.2014.

Die steigenden Bestellungen machen sich auch in den Auftragsbüchern der Swissmem bemerkbar. Im Januar lagen diese mit 87 Prozent knapp über dem langjährigen Durchschnittswert.

Schwarze Wolken am Horizont

Dennoch ortet der Branchenverband neue Schwierigkeiten. Mit dem Ja zu Masseneinwanderungs-Initiative drohe ein Mangel an hochspezialisierten Fachkräften.

Damit steht der Verband nicht alleine. Auch zahlreiche Parlamentarier sehen hier nach dem Entscheid vom 9. Februar akuten Handlungsbedarf. Die Wissenschafts- und Bildungskommission des Ständerates (WBK) fordert deshalb vom Bundesrat konkrete Massnahmen gegen den befürchteten Fachkräftemangel.

Eine entsprechende Motion wurde nun überwiesen. Nehmen National- und Ständerat die Kommissionsmotion an, muss der Bundesrat aufzeigen, in welchen Branchen sich die neue Ausländerpolitik besonders auf den Fachkräftemangel auswirkt. Er soll auch prüfen, ob die Erteilung von Ausländerkontingenten an die Bereitschaft von Unternehmen geknüpft werden könnte, Lernende und Studierende auszubilden.

Weiter soll der Bundesrat Vorschläge unterbreiten, wie der Bund über seine hochschulpolitischen Aktivitäten Einfluss nehmen könnte. Und er soll aufzeigen, wie junge Menschen motiviert werden könnten, sich für Berufe zu entscheiden, in denen Fachkräftemangel herrscht. Speziell erwähnt werden Medizin und Pflege.

Flexible Arbeitsmodelle

Bereits getroffene Massnahmen gegen Fachkräftemangel sollen angepasst oder intensiviert werden. Hier denkt die Kommission an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Integration älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, freiwillige längere Erwerbsdauer sowie Umschulungen.

Legende: Video Forderungen gegen den Fachkräftemangel abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 25.02.2014.

Die Schweiz verfüge bereits heute nicht über genügend Fachkräfte. Dieser Mangel werde sich bei der Umsetzung der Volksinitiative gegen die Masseneinwanderung akzentuieren, wenn er nicht mehr über die Zuwanderung kompensiert werden könne, schreibt die Kommission.

Auch Mangel an Hilfskräften

Fehlen würden nicht nur hochqualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch Berufsleute und Hilfskräfte im Gewerbe, bei den Dienstleistungen, im Gesundheitswesen oder in der Landwirtschaft. Die Forderung nach einer aktiven Steuerung in der Bildung erhalte eine zunehmende Bedeutung.

24 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Politik & Wirtschaft haben bei Fachkräftemangel & "Lebensarbeitszeit" völlig versagt. Die Universitäten sind überfüllt & stellt nun fest, dass Fachkräfte aus dem Ausland kommen MÜSSEN!? Wir brauchen dringend einen AUSBILDUNGSPOLITIK, statt Bildungspolitik. Wir brauchen auch eine Politik, dass es sich „lohnt“ bis 67 zu arbeiten um eine „anständige“ Rente zu beziehen. Es darf sich nicht „lohnen“, so spät wie möglich in das Arbeitsleben einzutreten & so früh wie möglich in Rente zu gehen!
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  • Kommentar von Anna Sand, Bern
    Oh Nein! Am Ende müssten sie gar noch Frauen und Personen über 50 einstellen! Wo soll das noch hinführen? Wer weiss, vielleicht sogar zu einer Lohnerhöhung? Da hätte ich auch Angst.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Ihr habt es in der Hand: Lasst die Firmen Löhne auszahlen, die genug zum Leben in der CH bieten. Und schon ist das Problem gelöst. Entweder können Beschäftigte dann ihren Unterhalt selbst bestreiten oder die Firmen ziehen mit den Billigarbeitsplätzen in ein anderes Land, was wiederum unsere Züge und Autobahnen entlasten wird. Lösungen liegen auf dem Tisch, ihr müsst sie nur unterstützen.
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