Die sieben Baustellen der UBS

Ein nächster Schlag für die UBS: Die Grossbank muss im Steuerstreit in Frankreich rund 1,32 Milliarden Franken Kaution hinterlegen. Strategisch befindet sich die Schweizer Grossbank im Umbruch, von Justitia droht immer wieder Ungemach. Das sind die Baustellen.

Warnung vor Bauarbeiten vor einer UBS-Filiale. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Schweizer Grossbank verrichtet derzeit vielerlei Aufräumarbeiten. Reuters

1. Untersuchungen in Frankreich und Belgien

Die Bank soll reichen Franzosen bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. UBS muss in einem laufenden Steuer-Verfahren in Frankreich eine Kaution von 1,32 Milliarden Franken überweisen. Das Pariser Appellationsgericht hat den Einspruch der Grossbank gegen die Sicherheitshinterlegung abgelehnt. Auch die belgischen Behörden ermitteln wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die Liste der laufenden Rechtsfälle und regulatorischen Verfahren bleibt also lang.

2. Devisenmanipulationsskandal

Behörden im In- und Ausland ermitteln, ob die UBS zusammen mit einer Reihe anderer Banken die Wechselkurse im Devisenhandel manipuliert hat. Angeblich mussten mehrere Devisenhändler die Bank wegen des Skandals verlassen. Mit einer grösseren Busse ist zu rechnen.

3. Umsetzung der Weissgeldstrategie

In der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung hält international das Prinzip des Automatischen Informationsaustausches (AIA) Einzug. Die UBS will deshalb nur noch deklarierte Kundenvermögen aus dem Ausland annehmen.

4. Altlasten der Finanzkrise

Aus Geschäften mit Ramschkrediten vor der Finanzkrise von 2008 sind noch nicht alle Restbestände vollständig abgebaut.

5. Stärkung des Eigenkapitals

Als systemrelevante Grossbank, die wirtschaftlich zu bedeutend ist, um vom Staat fallen gelassen zu werden, muss die UBS verschärfte Kapitalanforderungen erfüllen. Mitte Jahr hat die Bank ihr Eigenkapitalziel bereits erreicht. Ob sie den Aktionären auch mehr Dividende zahlt, hängt nun von der Gewinnentwicklung ab.

6. Anpassung der Strategie

Seit dem Herbst 2012 forciert Sergio Ermotti den Konzernumbau. Das riskante Investmentbanking ist bereits deutlich zurückgeschraubt worden. Damit kann sich die Bank nun stärker auf die Vermögensverwaltung konzentrieren.

7. Stellenabbau

Um die Kosten zu senken, soll der Personalbestand sinken. Zahlenangaben zum geplanten Stellenabbau nennt die Bankleitung neuerdings aber keine mehr.

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