Die UBS zwischen Geld und Geist

Devisen-Manipulation. Die UBS macht mit dem nächsten Skandal von sich reden. Dabei sagt sie von sich, grosse Fortschritte in der internen Kontrolle und in Sachen Unternehmenskultur erzielt zu haben. Über die entsprechenden Kontroll-Organe verfügt sie.

UBS-Logo in Spiegelscherbe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bezüglich Unternehmenskultur habe man weitreichende Veränderungen vorgenommen, heisst es bei der UBS. Reuters

Die UBS habe «erhebliche Risiken nicht erfasst und unzulässige Praktiken über lange Zeit nicht unterbunden». Der Befund der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma von vergangener Woche ist hart. Es ist der jüngste Fall in einer Reihe.

Verbotenen Marktmanipulationen im Devisenhandel. Illegale Absprachen beim Libor-Zins. Ein 2-Milliarden-Verlust durch einen Händler – in unschöner Regelmässigkeit sorgt die Grossbank für schlechte Schlagzeilen.

Skandale trotz Kontroll-Instanzen

«Man muss nur Risiken eingehen, die man beherrschen kann.» Diese Aussage des UBS-Verwaltungsrats-Präsidenten Axel Weber am diesjährigen World Economic Forum in Davos klingt angesichts der Ereignisse etwas schönfärberisch.

Als oberstes Organ muss der Verwaltungsrat gemäss Obligationenrecht die Organisation der Firma festlegen. Darunter fällt laut UBS auch die Festlegung geeigneter Risikomanagement und -kontrollprinzipien.

Dabei ist ein zentrales Gremium bei der UBS der so genannte Risiko-Ausschuss des Verwaltungsrats. Seit 2008 leitet ihn der amerikanisch-britische Doppelbürger David Sidwell. Seine Vergütung: gut eine Million Franken. Der ehemalige BMW-Chef Helmut Panke sitzt ebenfalls seit 2008 im Risiko-Ausschuss. Weitere Mitglieder sind der Risikochef der Zurich Versicherung Axel Lehmann und Joseph Yam. Wirtschafts-Professorin Beatrice Weder Di Mauro stiess 2013 dazu.

Die Kontroll-Instanzen sind also da. Die Skandale reissen aber nicht ab. Wie geht das zusammen?

Alles steht und fällt mit der Firmenkultur

Am Wochenende hat die «NZZ am Sonntag» einen Einblick in die Ergebnisse einer Studie gegeben, die morgen publiziert wird. Die Zürcher Ökonomen Ernst Fehr, Michel Maréchal und Alain Cohn haben untersucht, weshalb es in der Bankenbranche immer wieder zu Verfehlungen kommt.

Sie kommen zum Schluss: Das Verhalten steht und fällt mit der Firmenkultur. So kann ein Bankangestellter im Privatleben ethisch agieren, an seinem Arbeitsplatz aber unehrliches Verhalten an den Tag legen.

Die UBS sagt von sich, sie sei mitten in einem Kulturwandel und legt «ECO» ein Dokument vor (s. rechts), das die Massnahmen bezüglich Kontrollen und Unternehmenskultur beschreibt.

Bezüglich Unternehmenskultur habe die Bank weitreichende Veränderungen vorgenommen – zum Beispiel seien Risikoverhalten und Integrität von Mitarbeitenden heute relevant für Boni und Beförderungen. Und: Aufsichtsbehörden in der Schweiz, den USA und Grossbritannien hätten der UBS attestiert, Massnahmen zur Kontrollen des Devisenhandels getroffen zu haben.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Devisen-Skandal: Fehler bei der UBS geschahen ganz oben

    Aus ECO vom 17.11.2014

    Ob Libor-Manipulation, Schwarzgeld, Milliardenverluste im US-Häusermarkt oder nun beim Devisen-Skandal – die UBS schiebt die Schuld in der Regel auf einige wenige Händler und betont gleichzeitig, die ganze Branche habe dasselbe Problem. Die Finanzmarktaufsicht Finma ortet indes auch strukturelle Probleme bei der UBS. Dafür verantwortlich ist der Verwaltungsrat der Grossbank – und dort insbesondere der sogenannte Risiko-Ausschuss.