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Wirtschaft Die wichtigsten Fragen zu Fintech

Verglichen mit asiatischen Ländern, wo bereits zwei Drittel der Kunden digitale Finanzdienstleistungen nutzen, ist die Schweiz ein Entwicklungsland. Aber sie holt schnell auf.

Bitcoin-Kleber an Türe der Zuger Stadtverwaltung.
Legende: Auch in Stadtverwaltungen wie in Zug hält die digitale Technologie Einzug. Keystone

Wer nutzt Fintech?

Paypal, Bitcoin, Crowdfunding – es sind vor allem junge, technikaffine und vermögende Kunden, die die Dienstleistungen von Fintech-Unternehmen nutzen. Weltweit mache das bereits jeder zweite Kunde, heisst es in einer gemeinsamen Studie der Unternehmensberatung Capgemini und dem sozialen Netzwerk Linkedin. Vor allem in asiatischen Ländern sind demnach die digitalen Finanzdienstleistungen weit verbreitet. 75 Prozent aller Kunden in China und Indien nähmen deren Dienstleistungen bereits in Anspruch, dicht gefolgt von Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Hongkong. Die grössten Zuwächse können die Unternehmen in der Vermögensverwaltung erzielen.

Wie sieht der Schweizer Markt aus?

Führend sind Firmen aus Singapur, aber die Anbieter in der Schweiz holen langsam auf: 2010 gab es 24 Fintech-Firmen mit Sitz in der Schweiz, Ende 2015 bereits mehr als 160, schreibt das Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern in einer Branchenstudie. Die überwiegende Mehrheit der Firmen davon hat ihren Sitz im Grossraum Zürich.

Vergleichen mit der Grösse des Finanzplatzes sind die Fintech-Firmen in der Schweiz sehr klein. Rund zwei Drittel haben weniger als 15 Mitarbeiter. Die wenigen Grossen mit mehr als 50 Mitarbeitern beschäftigen sich vor allem mit der Entwicklung von neuer Banken-Software. Da der Schweizer Markt mit Blick auf Nutzer und Abnehmer nicht genug Potenzial bietet, zieht es die Mehrzahl der Fintech-Firmen auf ausländische Märkte.

Wie ist das Verhältnis von Fintech-Unternehmen und Banken?

Die jungen Fintech-Firmen setzen etablierte Banken zunehmend unter Druck. Geld wird zum Beispiel heute immer öfter nicht mehr bei der Bank überwiesen, sondern via PayPal oder ähnlichen digitalen Dienstleistern – und das oft günstiger als bei der Bank. Auch Hypotheken können längst online abgeschlossen werden.

Und bei der Verwaltung von Kundenvermögen wird der klassische Bankangestellte bereits vielerorts durch Algorithmen-basierte Programme ersetzt. Das Smartphone spielt bei all diesen Geschäften eine grosse Rolle. Abgesehen von den Branchenführern täten sich viele traditionelle Finanzinstitute hierzulande oft noch schwer mit dem digitalen Banking, schreiben die Experten von Capgemini und Linkedin. Erst langsam entdecken sie, dass ihnen Kooperationen mit den jungen, innovativen Firmen Vorteile bringen könnten.

Fintech

Die Abkürzung steht für digitale Finanztechnologien und -Dienstleistungen. Dazu zählen mobile Zahlungssysteme wie PayPal oder virtuelle Währungen wie Bitcoin. Fintech-Firmen konkurrieren zunehmend mit Banken. Für Kunden ein Vorteil: durch eine grössere Auswahl an Dienstleistungen und Produkten und oft günstigere Konditionen.

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