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Krise macht Landwirtschaft digital fit
Aus ECO vom 06.04.2020.
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Digitaler Schub Online ein Gitzi bestellen

Neue Absatzkanäle statt Schliessung: Der Schritt ins Internet kann sich für Landwirtschaftsbetriebe lohnen.

Landwirt Toni Odermatt aus Stans hat derzeit 150 «Gitzis». Sie sind beliebt als Osterbraten. Aber sie dürfen nicht älter als drei Monate sein, dann beginnt das Fleisch zu «böckeln».

«Wir haben eine einfache Kundschaft gehabt», sagt er, «von der Dorfbeiz bis zum Michelin-Stern-Restaurant. Sie haben angerufen und gefragt: ‹Was hast du?› So waren wir es gewohnt. Unsere Kunden haben wir gut gekannt. Und jetzt hat sich das über Nacht verändert.»

Zuerst Entwicklungsländer, jetzt Schweiz

Nun setzt er auf Adrian Wiedmer und Miriam Züger. Die beiden arbeiten für Gebana, ein Unternehmen, das Produkte aus Entwicklungsländern verkauft, vor allem übers Internet. Jetzt wollen sie auch Schweizer Bauern unterstützen.

«Ein, zwei Tage nach der Schliessung der Restaurants hat uns ein Bauer angerufen und gefragt, ob wir nicht seine Produkte verkaufen könnten, die er jetzt nicht mehr absetzen kann», erzählt Adrian Wiedmer. «So sind wir auf die Idee gekommen, dass wir unseren Shop und unsere Plattform zur Verfügung stellen für die Bauern, die jetzt Mühe haben mit dem Absatz.»

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Adrian Wiedmer von Gebana über die Idee, mit Schweizer Bauern zusammenzuarbeiten
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In der ersten Woche hat Gebana schon über 60 Produkte von 37 Produzenten online gestellt. Gebana unterstützt, wenn es um Verpackungsfragen geht und macht das Inkasso.

Auf seinen Newsletter, den Adrian Wiedmer an 50'000 Adressaten geschickt hat, erhielt er bis jetzt 1000 Bestellungen im Wert von 150'000 Franken.

800 Orchideen für einen anonymen Spender

Hanspeter Meyer setzt in Dübendorf ebenfalls auf Online-Versand. Der Orchideenzüchter kann sich vor Aufträgen kaum retten: Dabei sah es vor zehn Tagen so aus, als müsse der Laden schliessen. Bis sein Hilferuf via Linkedin und Facebook Gehör fand.

«Wir stehen hier in einem Gewächshaus mit wunderschönen Orchideen, und es ist niemand da», hört man Hanspeter Meyer im Video sagen. Er bittet um Bestellungen und bietet Heimlieferdienst an – mit Sicherheitsabstand.

Seitdem das Coronavirus auch den internationalen Handel lähmt, kommen 80 Prozent weniger Orchideen in der Schweiz auf den Markt. Für Meyer Orchideen als grösster Anbieter ist es die Chance, online in die Bresche zu springen.

Der Aufruf verfehlte seine Wirkung nicht: Ein anonymer Spender orderte 800 Orchideen.

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«Ein richtiger Herzensmensch.» Hanspeter Meyer über den anonymen Orchideen-Käufer
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«Er hat uns angerufen und gesagt: Ich will euch unterstützen und für drei Altersheime Orchideen spenden», erzählt Hanspeter Meyer. «Und da habe ich gefragt: ‹Fürs Pflegepersonal?› Und er sagte: ‹Nein, für alle, die da arbeiten und wohnen. Alle vom wichtigsten bis zum kleinsten, alle bekommen eine Orchidee.› Das natürlich ist eine super Geste gewesen. Ein richtiger Herzensmensch.»

Beliebtes Gemüseabo

Mahler und Co. war schon vorher online ausgerichtet. Aber vor allem das Gemüseabo erfreut sich riesiger Nachfrage, seitdem das Coronavirus den Alltag dominiert. Der Umsatz des Bio-Anbieters hat sich verdreifacht.

Geschäftsführer Stefan Jost sagt über seine neuen Kunden: «Es sind vor allem ältere Leute. Sie kommen gar nicht über den Webshop, sondern rufen uns an oder schreiben uns ein Mail. Sie hätten gerne ein Abo, weil sie nicht raus können, weil sie zu einer Risikogruppe gehören.»

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«Es sind ältere Leute, die uns anrufen.» Stefan Jost über die neuen Kunden seines Gemüse-Abos
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Der Biohändler hat drei neue Mitarbeiter eingestellt. Wegen Kurzarbeit in den eigenen Betrieben haben diese Zeit, bei ihm auszuhelfen. Jetzt gehen anstatt einmal, zweimal pro Woche Pakete raus, und auch samstags wird gearbeitet. Mehr als ein Strohfeuer, meint Stefan Jost.

Corona ist dabei, den Online-Handel im Lebensmittelbereich nachhaltig zu verändern.

ECO, 6.2.2020

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Karin Reichenbach  (SinnReich)
    Wie wär Ostern mal ohne Ziegenbabybraten?
  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Herr A. Gasser: Doch die Gitzis sind nur 2 Monate alt !!
    Sehen Sie da etwas von "artgerecht" halten. Die Gitzis waren kaum mal ein paar Stunden auf der Wiese - schon sind sie im Schlachthof !!
  • Kommentar von Michèle Hürner  (Michèle Stadt-Land-Gnuss)
    Die Aussage, dass Geissenfleisch nach drei Monaten zu böckeln anfängt, kann ich absolut nicht bestätigen. Das kommt ganz auf die Zucht an. Einer mehrmonatigen Weidegeiss ist nichts entgegenzusetzen und Ziegen leisten im Sommer wertvolle Arbeiten in Böschungen und auf Weiden. Allerdings, wer Ziegenkäse isst, sollte auch mal Gitzi essen. Immer noch ein Viertel des Ziegenfleischkonsums wird über Importe gedeckt!