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Diskussion um Nachhaltigkeit Milch soll mehr Wert erhalten – doch wie bloss?

Legende: Audio Milch soll ein nachhaltiges Produkt sein abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
1:47 min, aus HeuteMorgen vom 18.04.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Milch soll als nachhaltiges Produkt positioniert werden – da sind sich Bund sowie Milchproduzenten einig.
  • Der Bund möchte, dass die Produzenten ihre Trümpfe besser ausspielen, damit sie auch einen höheren Preis erzielen können.
  • Damit sei es aber nicht getan, finden die Produzenten. Sie fordern mehr Unterstützung vom Bund – auch finanzieller Natur.
  • Zusätzliche Subventionen für die Milchbauern sind für den Bund indes keine Option.
Eine Kuh sitzt auf einer Wiese
Legende: Schweizer Konsumenten interessieren sich für die Haltung der Milchkühe. Keystone

Kühe mit viel Auslauf und viel Heu und Gras auf dem Speiseplan geben Milch, die sich gut vermarkten lässt, so die Rechnung des Bunds. Dafür werde der Kunde auch mehr bezahlen.

Schon heute sind die meisten Kühe in der Schweiz so gehalten – eigentlich gute Voraussetzungen für einen neuen, nachhaltigen Anstrich in der Milchvermarktung. Weniger optimistisch ist Stephan Hagenbuch, Direktor der Organisation der Schweizer Milchproduzenten. Denn im Milchmarkt sei das Potenzial der Mehrwert-Strategie beschränkt: «Das funktioniert primär dort, wo der Konsument auf diesen Mehrwert ansprechbar ist. Bei austauschbaren Produkten ist es schwieriger.»

Mit austauschbaren Produkten meint Hagenbuch zum Beispiel Milchpulver zur Herstellung von Schokolade. Hier stünden Qualität, Herkunft und Tierwohl für den Konsumenten weniger im Vordergrund als etwa beim Käse.

Milchbauern erwarten Unterstützung vom Bund

Diese Sicht teilt man beim Bund nur teilweise. Zwar sei es im Bereich der Molkereimilch tatsächlich schwieriger mit Nachhaltigkeit einen Mehrwert zu schaffen, sagt Adrian Aebi, Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft, trotzdem sei eine Differenzierung möglich und wichtig. «Der Konsument setzt heute auf Nachhaltigkeit. Er will wissen, wie es den Tieren geht, die die Milch produzieren. Das muss näher an den Markt gebracht werden.»

Der Konsument setzt heute auf Nachhaltigkeit.
Autor: Adrian AebiBundesamt für Landwirtschaft

Diese Notwendigkeit sehen auch die Milchproduzenten. Doch der Bund dürfe sich nicht einseitig aus der Verantwortung ziehen. «Wir erwarten Support vom Bund, dass er nachhaltige Milch aus der Schweiz unterstützt», fordert Stephan Hagenbuch.

Wir erwarten Support vom Bund, dass er nachhaltige Milch aus der Schweiz unterstützt.
Autor: Stephan HagenbuchOrganisation der Schweizer Milchproduzenten

Von zusätzlichen Subventionen an die Milchbauern will man beim Bund aber nichts wissen. Denkbar wäre laut Adrian Aebi vom Bundesamt für Landwirtschaft allenfalls, innerhalb der bestehenden Subventionen nachhaltig produzierende Milchbauern besser zu berücksichtigen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Martinoni (Nicola Martinoni)
    Mit nur 50% gras ist kein nachhaltige Milch, sollte mindesten 80% oder hohe sein. Ew. sind die Jetzige Rasse nicht mehr die richtige. Aber 50% Raufutter als nachhaltige zu verkaufen ist eine Etikettenschwindel!
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  • Kommentar von Silas Räber (Silair)
    Ich finde, dass der CH - Konsument vermehrt auf "Premium" Milchprodukte achten sollte. Ich selbst kaufe, wenn irgend möglich, die "erlesene" Milch aus der Region, Bio, Alpen (Heidi, Pro Alpina und wie die alle heissen...). Ich glaube den Unterschied zu schmecken. Zudem gehe ich davon aus, dass der Milchbauer entsprechend auch etwas mehr für die Milch erhält. Wenn dies nun viele andere Konsumenten entsprechend auch umsetzen, wird qualitative Milch attraktiver, was wieder den Bauern zugute kommt.
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Mit den Direktzahlungen an die Landwirtschaft werden für uns Konsumenten die Lebensmittel billiger. Im Vergleich mit den Beamtenlöhnen und den Gehältern von über Fr. 10'000.- in der Privatwirtschaft sollten die Landwirtschaftsprodukte das doppelte kosten. In der Landwirtschaft gibt es keine 42 Std-woche und die Arbeiten richten sich nach der Natur (Tiere, Pflanzen und Wetter). Gut gibt es Sozialgelder; leider beziehen viel zu viele Arbeitsscheue und Profiteure von diesen Geldern.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Das simmt so sicher nicht. Wer von den Bezuschussungen profitiert, und zwar indirekt, ist der Handel, welcher dreist immer mehr Gewinn zu Lasten der Produzenten abschöpft! Dagagen hilft weder Premium noch ein anderes Marketinggebrabbel. Dagegn hülfe nur eine gesetzliche Gewinnbegrenzung bei landwirtschaftlichen Produkten. Träumen darf man ja...
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