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Ist die Weltwirtschaftskrise unvermeidbar?
Aus SRF 4 News aktuell vom 06.04.2020.
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Drohende Weltwirtschaftskrise «China wird den Karren kaum aus dem Dreck ziehen»

Die Wirtschaftslokomotiven USA und China laufen auf Sparflamme. Er habe keine grosse Hoffnung, dass China mit seinem Konjunkturprogramm und ein paar Wochen Vorsprung in der Virusbekämpfung die Welt wieder anschieben könne, sagt der Ökonom Andreas Busch.

Andreas Busch

Andreas Busch

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Der Ökonom Andreas Busch ist seit 2001 bei der auf institutionelle Investments spezialisierten Bantleon Bank mit Sitz in Zug für den Bereich »Wirtschaftliche Entwicklung und Geldpolitik in Asien und in den USA« verantwortlich. Zu den Anlegern an den Bantleon-Fonds zählen viele Banken, Versicherungen und Pensionskassen.

SRF News: Laut dem Internationalen Währungsfonds droht eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen überhaupt. Wie ist Ihre Einschätzung?

Es zeigt sich, dass der Wirtschaftseinbruch viel stärker ist als jener nach der Finanzkrise vor zwölf Jahren. Das Sozialprodukt geht um das Zwei- oder Dreifache zurück im Vergleich zur Rezession 2008/09. Auch geht alles viel schneller. Damals zog sich die Rezession über anderthalb Jahre hin, jetzt passiert es innert weniger Monate. Das ist beispiellos.

Gab es das schon einmal, dass die ganze Welt zusammen in die Krise fällt?

Nein, in diesem Gleichschritt gabs das noch nie. Normalerweise sind es Kettenreaktionen. Jetzt sind alle mehr oder weniger gleichzeitig im gleichen Boot. So läuft das normalerweise in Konjunkturzyklen nicht.

Wie schwer wiegt ein längerer Ausfall der Weltkonjuntkurlokomotive USA?

Ein längerer Ausfall der USA wie auch von China ist ein Problem für die Weltwirtschaft. Allerdings liegen jetzt nicht einzelne Wirtschaftsblöcke lahm, sondern alle Nationen kämpfen mit der staatlich verordneten Rezession.

Alle Nationen kämpfen mit der staatlich verordneten Rezession.
Autor: Andreas Busch

Stichwort «staatlich verordnete Rezession». Haben die Regierungen überreagiert?

Ich weiss nicht, ob diese Frage vernünftig beantwortet werden kann. Angenommen, die Epidemie kann durch die Massnahmen eingedämmt werden und es gibt nur in einzelnen Nationen ein Gesundheitsnotstand: Dann könnte man im Nachhinein sagen, dass die Epidemie aus gesundheitlichen Überlegungen gar nicht so schlimm gewesen sei. Aber vielleicht war sie ja gerade dank der restriktiven Massnahmen nicht so schlimm.

Man kann ja nur auf der Basis der aktuellen Entwicklung agieren. Und da ist es sicher ein guter Versuch, die Gesundheitssysteme zu schützen und erst mal einen wirtschaftlichen Einbruch in Kauf zu nehmen. Natürlich muss man abwägen, wie lange man das durchhalten kann.

Wie lange kann man das durchhalten?

Es gibt keine Erfahrungen. Ein ganz entscheidender Punkt für die Wirtschaft wird sein, wie man die Virus-Epidemie eindämmen kann. Zum Aspekt, dass etwa das Konjukturprogramm in China der Welt helfen könnte: Auch China geht aus Angst vor einer zweiten Welle sehr restriktiv vor, und das öffentliche Leben kommt nur sehr langsam wieder in Gang. Das beste Konjunkturprogramm wäre, einen Weg zur Eindämmung des Virus zu finden: Sei es eine Impfung, was wahrscheinlich noch sehr lange dauert. Sei es, den Lockdown auf die Infizierten zu fokussieren, etwa mit Handy-Tracking-Apps.

Aber es gibt Anzeichen, dass die Stimmung in der chinesischen Industrie sehr viel besser ist als vor einem Monat?

Die Entwicklung in China macht insofern Mut, als dass die Daten der Binnenwirtschaft zum Personenverkehr und Energieverbrauch wieder auf das Niveau vor der Krise zusteuern. China könnte aber von einer zweiten Welle erwischt werden, die nichts mit dem Virus zu tun hat, sondern mit der Aussenwirtschaft.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass China den Karren aus dem Dreck zieht.
Autor: Andreas Busch

Denn China ist mit 15 bis 20 Prozent des BIP nach wie vor sehr exportabhängig und der Welthandel wird einen einzigartigen Einbruch verzeichnen. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass China den Karren aus dem Dreck zieht. Alle Konjunkturprogramme haben das Problem, dass sie erst richtig greifen, wenn die Restriktionen gelockert werden.

Das Gespräch führte Charlotte Jacquemart.

SRF 4 News, 06.04.2020, 08:15 Uhr;

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    COVID-19-Pandemie weltweit, zeigt hoffentlich der Menschheit deutlich genug, dass es in dieser Art und Weise (weltweite Ausbeutung, Vergiftung, Vermüllung, Zerstörung von: Ökosystemen - Umwelt - Tier und damit Mensch = gesundheitliche Schwächung), nicht weitergehen darf!
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Komischer Titel. China ist wieder auf dem Niveau von vor der Krise, nach nur 3 Monaten. So schnell kann's gehen wenn man konsequent handelt.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Buchmann, eigentlich gibt es nichts zu bewundern an einem autoritären Staat, wie China sich gerade geoutet hat. Millionen Menschen einzuschliessen und den eigenen Staat zum Grossgefängnis werden zu lassen, ist wohl kaum ein zukunftsträchtiges Bild, sondern ein Albtraum.
      Den wir uns alle bewusst zu werden haben.
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    2. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      @A.Kunz: Das "Grossgefängnis" wie sie es nennen, hat wahrscheinlich vehindert, dass zig- Tausende sterben. Man kann übrigens vom Chinesischen System halten was man will, Tatsache ist, dass es der Bevölkerung dort so gut geht wie noch nie in ihrer Geschichte und die reicht tausende Jahre zurück. Genau darum entsteht im Land auch kaum nennenswerte Opposition.
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    3. Antwort von Georg Spengler  (Streamline500)
      Herr Morgenthaler
      Fragen Sie mal die Arbeiter welche ausgebeutet werden für
      die Produktion von dem Billigmüll das China mehrheitlich
      herstellt.
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    4. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      @G.Spengler: Haben SIE die Arbeiter schon mal gefragt? Offenbar arbeiten sie zu marktüblichen Löhnen, sonst gäbe es tatsächlich mehr Widerstand gegen ihre Regierung, der ist aber praktisch inexistent.
      Oder fraagen Sie mal die Erntehelfer aus Polen und Rumänien, die für Fr. 15.-/Stunde auf schweizer Bauernhöfen schuften, DAS ist Ausbeutung. Also bitte erst mal vor der eigenen Haustüre wischen.
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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch  (a2b3c4d5)
    China würde wahrscheinlich
    eine globale Wirtschaftskrise noch am besten "meistern" .
    Und warum ?
    Ganz einfach die Antwort :
    Man arbeitet und produziert im Gegensatz zu anderen Weltgegenden am billigsten !
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    1. Antwort von Georg Spengler  (Streamline500)
      Da die Bevölkerung auf Billigmüll steht wird es auch so weitergehen, all das Geschwafel man müsse wieder regional
      Produzieren wird nach der Coronakrise schnell vergessen sein.
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