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Schweizer Finanzchefs blicken pessimistischer in die Zukunft
Aus Tagesschau vom 18.11.2019.
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Düsterer Blick in die Zukunft Der starke Franken bereitet wieder mehr Sorgen

Die letzten Quartalsabschlüsse fielen besser aus als befürchtet. Doch die Währungssituation sorgt für Bauchschmerzen.

Bis jetzt hat sich das Jahr 2019 wirtschaftlich besser entwickelt, als im Vorfeld befürchtet wurde. Die Talfahrt an den Börsen fand bislang nicht statt. Eine Rezession? Vorerst Fehlanzeige. Und die Ergebnisse der Schweizer Unternehmen fielen auch nicht so schlecht aus.

Die Berichtssaison zum dritten Quartal neigt sich dem Ende entgegen. Vor allem bei den konjunkturabhängigen Industrieunternehmen, wie zum Beispiel beim Maschinenbau, zeigten sich Bremsspuren. Doch konjunkturunabhängigere Branchen wie etwa die Pharmaindustrie oder auch die Finanzdienstleister schnitten gut ab.

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Alessandro Miolo: «Die Mehrheit erwartet eine Rezession.»
Aus News-Clip vom 18.11.2019.
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Euro wieder unter 1.10 Franken

Beim Blick in die Zukunft verdüstert sich indes das Bild. Die Unsicherheit hat zugenommen – und bei den Faktoren, die zusehends Sorge bereiten, tritt wieder ein alter Bekannter auf den Plan. Der starke Franken.

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte bei über 100 Schweizer Finanzchefs haben die Währungssorgen wieder deutlich zugenommen. Dieser Stimmungswandel lässt sich am Euro-Kurs ablesen.

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Alessandro Miolo über den Schweizer Franken
Aus News-Clip vom 18.11.2019.
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In der ersten Jahreshälfte bewegte sich dieser mehrheitlich über 1.12 Franken und näherte sich zeitweise auch der Marke von 1.15. Bereits im Juli sackte der Euro-Kurs zeitweise wieder unter 1.10 Franken. Und seit August bewegt sich der Kurs wieder unterhalb dieser Marke.

«Eine neue Orientierungslosigkeit der Wirtschaft»

«Es ist nicht die Krise wie beim Frankenschock, aber es zeigt sich eine konjunkturelle Abschwächung. Wir befinden uns in einer neuen Orientierungslosigkeit der Wirtschaft», sagt Alessandro Miolo von Deloitte.

Dies widerspiegelt sich auch bei den Erwartungen an die Umsatzentwicklung. Nur noch knapp die Hälfte der befragten Finanzchefs geht von steigenden Umsätzen aus. Vor einem Jahr waren es noch 69 Prozent. Und die meisten der Befragten rechnen mit sinkenden Margen und Mitarbeiterzahlen.

Weniger risikofreudig

In unsicheren Zeiten nimmt auch die Risikofreude ab. Und das beeinflusst die Investitionen: «Wenn sich die Konjunktur abschwächt, werden Unternehmen weniger investieren, weniger Leute einstellen. Und vielleicht auch ihre Innovationskraft verlieren», so Miolo.

Immerhin attestiert er den Schweizer Firmen eine gewisse Robustheit, um mit solchen Herausforderungen umzugehen: «Unsere Umfrage hat gezeigt, dass Schweizer Unternehmen sich jetzt eher auch auf expansive Investitionsstrategien ausrichten wie zum Beispiel neue Produkte, neue Märkte oder auch Investition in digitale Technologien.»

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21 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Wenn der Franken aufgewertet wird, steigt die Kaufkraft aller SchweizerInnen - auch diejenige der Wirtschaft, die Käufe im Ausland tätigen muss. Das ist m.E. ein Argument FÜR einen starken Franken.
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  • Kommentar von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
    Die in der Wirtschaft umlaufende Menge Schweizerfranken bestimmt den Wechselkurs zum Euro (und anderen Währungen). "Helikoptergeld" hätte zwar sehr schnell die gewünschte Wirkung, doch es gibt auch sinnvollere Möglichkeiten zur Geldmengensteuerung. Die von der Nationalbank festzulegende jährliche Überweisung an die Kantone sollte so gesteuert werden, dass der Wechselkurs zum Euro Wertparität erhält. Die Kantone hätten dabei die Aufgabe, möglichst rasch zu realisierende Projekte zu planen.
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  • Kommentar von Frederic Weill  (Frederic)
    Viele Importgüter sind in der Schweiz besonders günstig, weil unsere Währung stark ist. Die Perspektive unseres Blicks auf den Wechselkurs ist verzerrt, um die Sicht von Exporteuren zu stützen. Es wäre fatal, wenn künstliche Eingriffe in den Devisenmarkt unsere Bevölkerung letzlich erneut Milliarden kosten würden.
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