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DV der Raiffeisen Bank Der Verwaltungsrat wird nicht entlastet

Die Delegierten der Raiffeisen Bank treffen sich am Samstag in Lugano. Eigentlich sollte dabei auch über die Entlastung des Verwaltungsrates abstimmt werden. Heute wird die Décharge allerdings nicht auf der Traktandenliste stehen.

Legende: Audio DV der Raiffeisen Bank: Brodeln an der Basis abspielen. Laufzeit 01:26 Minuten.
01:26 min, aus HeuteMorgen vom 16.06.2018.

Es sei sehr realistisch, dass der Raiffeisen-Verwaltungsrat die Entlastung der Verwaltungsräte heute an der Delegiertenversammlung nicht zur Abstimmung bringe. Das hiess es gestern am Hauptsitz der Genossenschaft in St. Gallen.

Denn: Ist die Décharge einmal erteilt, haften Verwaltungsräte nicht mehr für das, was im vergangenen Geschäftsjahr geschehen ist. Eine Überraschung ist es deshalb nicht, dass der Verwaltungsrat einen Rückzieher plant und die Décharge-Abstimmung auf den November verschiebt. Denn in den 225 Genossenschaftsbanken brodelt es.

Harsche Kritik am Verwaltungsrat

Nachdem diese Woche die Finanzmarktaufsicht Finma die finanziellen Machenschaften des ehemaligen Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz öffentlich gemacht hat, gehen die Wogen noch höher als zuvor. Das System Pierin Vincenz sei nur möglich gewesen, weil der Verwaltungsrat diesen nicht kontrolliert habe, stellte die Finma klipp und klar fest.

Unter diesen Umständen von den Delegierten heute die Entlastung für das letzte Geschäftsjahr zu verlangen, würde mit grosser Sicherheit nicht gelingen.

Nicht alle Anträge traktandiert

Viele der 164 Delegierten sind aber noch aus anderen Gründen sauer auf die Raiffeisen-Führung: Die Chefs haben nicht alle eingereichten Anträge – rekordverdächtig hohe 68 an der Zahl – traktandiert.

VR-Präsident Pascal Gantenbein
Legende: VR-Präsident Pascal Gantenbein schreibt, man hätte nicht alle Anträge der Delegierten aufgenommen. Keystone

In einem Brief an die Delegierten, der Radio SRF vorliegt, erklärt Verwaltungsratspräsident Pascal Gantenbein, wieso man nicht auf alles eingehen könne: Viele Delegierten haben dafür kein Verständnis und dürften sich heute an der Versammlung in Lugano Luft verschaffen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Im Prinzip brauchen die Genossenschaften gar kein Zentralorgan und könnten dieses auflösen.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Die Raiffeisen Bank muss unbedingt eine Genossenschaft bleiben! Denn der Fall Pierin Vincenz hat grundsätzlich nichts mit dem Wesen einer Genossenschaft zu tun. Genossenschaften sind ein wertvoller Modus in einer Finanz- u. Kapitalwirtschaft. Zur Erinnerung: Die Rentenanstalt war einmal eine Genossenschaft. Milliardenverluste von Genossenschaftern waren die Folge nach dem Übergang in eine börsenkotierte AG. Der Fall Gerold Bührer/FDP u. Co. hat einen viel grösseren Scherbenhaufen hinterlassen.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Tellerwäscher)
    Gemäss Gesetz müsste ein Verwaltungsratsmitglied völlig entscheidungsfrei und unabhängig sein. Ueberprüft das doch mal bei Raiffeisen und unseren Staatsbetrieben. Ein Verwaltungsratsmitglied muss entscheidungskompetent sein, ansonsten muss er von der Aktionärsversammlung oder der Genossenschaftsversamlung wieder abgewählt und ersetzt werden.
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