Zum Inhalt springen

Wirtschaft Ein Fonds soll die Konjunktur in der EU in Schwung bringen

Jean-Claude Juncker präsentiert eines der ganz grossen Projekte seiner Präsidentschaft, um die europäische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Nun wird er dieses Programm im EU-Parlament vorstellen.

Legende: Video Juncker stellt Investitionspaket vor abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.11.2014.

Die Ziele von Juncker

  • Risikoreiche Darlehen vergeben für Verkehrs-, Telekommunikations- oder Forschungsprojekte
  • Geldgeber investieren ein Vielfaches von dem, was die EU zur Verfügung stellt. Der Multiplikator beträgt 1:15
  • Bis zu 1,3 Millionen neue Jobs schaffen
  • Erste Investitions-Projekte rasch vorstellen

Die Kritik an Juncker

  • Der Fonds ist eine staatliche Bürgschaft für Investitionen, die für Geldgeber zu riskant sind, für die jedoch die Steuerzahler haften sollen
  • Das Paket ist für Strukturreformen Gift. Nötig wären: Arbeitsmarkt deregulieren, Bürokratie abbauen
  • Investoren werden nicht so viel mehr investieren, wie sich das Juncker vorstellt.
Legende: Video SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck zu Juncker Plänen abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.11.2014.

Die Wirtschaft der EU kommt nur dann wieder in Schwung, wenn auch wieder mehr investiert wird. EU-Kommissionspräsident Juncker möchte nun einen neuen Fonds für Investitionen in wichtige europäische Infrastrukturen schaffen.

Zunächst zahlen die EU und die Europäische Investitionsbank 21 Milliarden Euro in diesen Fonds ein. Das ist der Grundstock, der Risiken absichern soll. Er soll auch private Investoren anlocken, die in die Verkehrsinfrastruktur oder in die Stromnetze investieren wollen. Juncker rechnet damit, dass die 21 Milliarden 15 Mal mehr private Gelder anziehen werden, so dass am Schluss 315 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre zusammenkommen. Sein Credo ist, möglichst keine neuen Staatsschulden und möglichst viele private Gelder.

Multiplikator zu hoch gegriffen?

Diese Berechnung Junckers sei ziemlich abenteuerlich, meint Guntram Wolff, Direktor des Brüsseler ThinkTank Bruegel: «Dass man am Ende bei einem Multiplikator 15 landet, scheint mir doch sehr hochgegriffen.» Er bezweifle, dass man es schafft, aus einem Euro 15 Euro zu schaffen. Wolff fordert stattdessen substantielle Investitionen, welche auch durch die öffentliche Hand finanziert werden.

Markus Beyrer, Direktor des europäischen Wirtschaftsdachverbands, äussert sich nur zurückhaltend zu Junckers Investitionsplan. Für ihn scheinen weitere Deregulierungen wichtiger als Investitionen: «Das wird nur funktionieren, wenn wir gleichzeitig den richtigen Wind produzieren und die Hindernisse für Investitionen wegbringen.» Man müsse dem Projekt nun eine Chance geben.

Ob der Investitionsplan funktioniert oder nicht, wird entscheidend sein für Junckers Präsidentschaft. Noch muss er Überzeugungsarbeit leisten.

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olivier TODESCO, 8820 Wädenswil
    Die müssen echt Pleite sein, da sie schon nicht mehr über die Zinsen/Europ.Zentralbank, via Notenpresse und Optimismus ein Konjuktur-Programm mit 15-facher IIlusion anschieben wollen. Das ist so wie wenn der Schweizer-Vierbob ohne den Steuermann den Run hinunterkufen! Es ist zu hoffen, dass sie die richtigen Kufen montiert haben! Sonst gibt es einige zu hoch angefahrenen Kurven und dann ab abenteuerliche runter- ziehen des Europa-Bobs.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ben.Knie, Zürich
    21 Milliarden und das zusätzliche Kapital von X Milliarden ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Wenn man betrachtet, was die Pharma in einem Jahr an Reingewinn einfährt und die versteckten Aktionäre in ihre Tasche stecken und bunkern das ist ein Nettobetrag von über 100 Miliarden im Jahr auf der ganzen Welt und das wird noch lange nicht reichen. Das ist ein Sektor von X anderen und das ist ein Witz was ein Herr Juncker aufgleisen will. Wegen dem geldsüchtigen Menschen braucht es Billionen Euro
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    1,3 Millionen Jobs, für Deutschland knapp genügend, dann hätten die wohl etwas weniger, aber sonst ? Fakt bleibt doch, dass kein vernünftiger Investor in Süd-Europa investieren wird, auch nicht in Südost-Europa, und schon gar nicht in Südwest-Europa. Und in Frankreich und Belgien sowieso nicht. Bevor all diese Leute Ihre Einstellung zum System und zur Arbeit nicht den Realitäten anpassen, wird sich wenig bis nichts bewegen. Wir sollten uns dringend daran beteiligen, sonst gehören wir nicht dazu.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      Mit CFD's und Hebelprodukten könnte auf den Crash der erwähnten Länder gezockt werden. CFD's sind eine Erfindung der UBS London und in der EU von den Gelddruckern (EZB) legitimiert worden. In der USA ist dieses Wirtschaftsselbstmord- Instrument nicht erlaubt. EZB sucht neues Geld und lässt zu, dass auf Crash gewertet werden kann. Das heißt dieser Verein wird von Idioten oder Kriminellen geführt. Vom ersten gehe ich nicht aus!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen