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Auch der Ems-Chemie machen Lieferengpässe zu schaffen
Aus Rendez-vous vom 16.07.2021.
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Engpässe bei Rohstoffen EMS-Chemie: Von Corona erholt und trotzdem nicht alles gut

Drei Sorgen plagen die Chefin des Spezialchemiekonzerns: Rohstoffengpässe, Transportengpässe und fehlende Chips.

Die Sorge Nummer eins bei EMS sind die Engpässe bei den Rohstoffen. Die Preise sind so hoch wie noch nie. Firmenchefin Magdalena Martullo Blocher sagt: «Wir kratzen die Rohstoffe zusammen, die wir kriegen. In der Basis-Chemie ist eigentlich alles knapp. Auch Kunststoffe sind knapp.» Weil auch die Konkurrenten nicht liefern könnten, sei die Nachfrage noch grösser als sonst. Trotzdem: «Wir versuchen, die Kunden immer zu beliefern. Das schaffen wir.»

Die Chemiekonzerne haben die Preise in den vergangenen Monaten deutlich erhöht, EMS gibt diese Rohstoffpreiserhöhung auch weiter. Es sei weltweit ein Preisanstieg im Gange. Martullo Blocher sagt: «Wir wollen unsere hohen Margen sichern – da gibt es nur die Preiserhöhung an die Kunden.»

Engpässe beim Transport

Die Sorge Nummer zwei in der Branche sind die Engpässe beim Übersee-Transport. Auch hier steigen die Kosten. Die Preise für den Transport mit den Containern hätten sich drei- bis verfünffacht, so Martullo Blocher.

Vor allem aus China gehe sehr viel in die USA. «Denn wenn die USA konsumieren, dann produziert China.» Deshalb seien die Schiffsstrecken auch sehr ausgebucht. «Nun werden neue Schiffe bestellt und dann geht der Stahlpreis wieder hoch. Das eine zieht das andere nach.»

Es fehlen Chips

Und somit sind wir bei der Sorge Nummer drei: die Halbleiter für die Automobilindustrie. In den Fahrzeugen wird immer mehr Software eingebaut und dazu braucht es Computerchips. Diese fehlen seit Monaten. Etliche grosse Autokonzerne mussten die Produktion drosseln, Fabriken vorübergehend schliessen.

Dies trifft auch die EMS. Der Chemiekonzern macht 60 Prozent des Umsatzes mit den Lieferungen von Kunststoffen an die Automobilkonzerne. Und wenn diese weniger produzieren, dann ist das schlecht für das Geschäft. «Die Autoindustrie wird diese Autobestellungen nachholen, sobald die Chips wieder verfügbar sind», zeigt sich Martullo Blocher zuversichtlich. Die Produktion werde also wieder hochgefahren und alles nachproduziert.

Bis mindestens Ende Jahr werden die Halbleiter-Chips in der Automobilindustrie fehlen. Trotz der Engpässe konnte die EMS-Gruppe das Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich steigern. Es gibt in der Wirtschaft nach dem Jahr von Corona einen grossen Nachholbedarf in der Produktion.

Rendez-vous vom 16.07.2021, 12:30 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Wir haben doch ein generelles Problem. Die Lieferketten sind zum beträchtlichen Teil zusammengebrochen oder mindestens unterbrochen. Anderseits wird weltweit Geld gedruckt in hunderten von Milliarden. Diese Geldflut trifft ein verknapptes Warenangebot. Dies führt zu einer spürbaren Inflation in vielen Wirtschaft Sektoren. Angekommen ist sie nur noch nicht so sehr im Warenkorb der Hausfrau, wird sich aber auch bald zeigen.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Ich verstehe auch nicht, warum die EMS Chemie bei SRF so beliebt ist. In diesem Punkt kann ich bereits erschienen Kommentaren nur beipflichten. Wie wäre es mal bei anderen Firmen nachzufragen, wie sie mit den momentanen Materiallieferengpässen umgehen? Was mich im Artikel aber am meisten stört, ist die Aussage von Frau Martullo "Wir wollen unsere hohen Margen sichern – da ... Preiserhöhung an die Kunden." Entstandenes Gefühl beim Lesen, die anderen sollen schauen wo sie bleiben, Hauptsache wir.
  • Kommentar von Franz Peter Lehmann  (nashorn19)
    Ich bin gespannt wie lange es noch dauert bis auch der Dümmste Einkäufer der Autoindustrie merkt, dass er der EMS-Blocherchemie deren feudale Gewinne scheinbar unwieder- sprochen finanziert?