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Wirtschaft Ermotti: «Wir lassen uns nicht erpressen»

Die UBS hat einen Vergleich in Deutschland erreicht. Das kostet die Schweizer Bank 300 Millionen Euro. Die Grossbank hat sich damit, zumindest teilweise, juristisch freigekauft. Wirtschaftsredaktor Jan Baumann hat darüber mit UBS-Chef Sergio Ermotti gesprochen.

Sergio Ermotti, CEO der UBS.
Legende: Sergio Ermotti, CEO der UBS, wehrt sich gegen die Kautionsforderung Frankreichs von einer Milliarde Euro. Keystone

Die neusten Quartalszahlen offenbaren ein gutes Resultat. Aber Sie haben immer noch viele Altlasten, viele offene Rechtsstreitigkeiten. Können Sie da zufrieden sein mit dem Resultat?

Ermotti: Wir sind mit dem operativen Ergebnis sehr zufrieden. Alle Bereiche der Bank haben sehr gut gearbeitet. Auch unsere Kapitalposition haben wir weiter verstärkt und bewiesen, dass unsere Strategie auch in einem schwierigen Marktumfeld funktioniert. Wir sind zudem froh, dass wir das Steuerthema mit Deutschland beenden konnten.

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen zahlen Sie jetzt 300 Millionen Euro, deutlich mehr als etwa die Credit Suisse im Steuerstreit mit Deutschland bezahlen musste. Offenbar wird es in Europa immer teurer, wenn man mit der ausländischen Justiz in Konflikt kommt.

Abfindungen finden inflationär statt. Das ist eine Tatsache. Schon seit 2009 fundieren unsere Geschäfte aber auf einer neuen Basis – auch in Deutschland. Unser Geschäft in Deutschland ist auch viel grösser als dasjenige der Konkurrenten.

Sie sprechen von einer Inflation bei den Bussen. Das ist natürlich eine ungute Ausgangslage mit Blick auf Frankreich. Sie wehren sich dort gegen die Forderung einer Kaution von mehr als einer Milliarde Euro. Aber was entgegnen Sie inhaltlich auf die Vorwürfe der Beihilfe zur Geldwäscherei?

Wir haben versucht, mit den französischen Behörden einen Abfindungsbetrag zu finden. Dann wurde das ganze Thema politisiert. Nun ist die Geldforderung absurd. Es spricht nichts für diese hohe Busse. Wir können uns nicht unter Druck setzen lassen mit Kautionen, die absolut keinen Sinn machen. Man muss auch die Verhältnisse ansehen: Unser Geschäft in Frankreich ist viel kleiner als dasjenige in Deutschland. Das spricht eigentlich für sich selber.

Diese Affäre mit Frankreich läuft schon seit Jahren. Sie sollten doch bald mal eine Lösung mit den Franzosen finden?

Ja, das müssen wir, aber auf einer guten Basis. Wir haben immer gesagt, wir sind bereit, unsere Probleme der Vergangenheit zu lösen. Aber dies muss fair geschehen. Wir können uns nicht erpressen lassen.

Offenbar versuchen die Franzosen, es den Amerikanern gleich zu tun und eine Schweizer Grossbank öffentlich an den Pranger zu stellen. Sie sprechen von einer Politisierung dieser Affäre. Brauchen Sie jetzt Schützenhilfe aus Bern?

Wir müssen aufpassen, Hilfe zu suchen. Das Thema liegt auf dem Tisch. Jeder soll seine Verantwortung übernehmen und die notwendigen Schritte dazu machen.

Was ist Ihr nächster Schritt?

Wir werden Einspruch erheben gegen diese Kaution und wir werden uns verteidigen.

Die UBS ist immer wieder in Skandale verwickelt. Wann kommt die Bank endlich zur Ruhe?

Die UBS ist nicht die einzige Bank mit solchen Problemen. Im Gegensatz zu anderen Banken haben wir die Probleme aber anerkannt und handeln proaktiv. Ich glaube nicht, dass die UBS ein spezielles Problem hat. Ich bin zuversichtlich, dass unsere neue Strategie gut ist für die Bank, Aktionäre, Kunden und unsere Mitarbeiter.

Das Gespräch führte Jan Baumann.

Legende: Video Interview mit UBS-Chef Sergio Ermotti abspielen. Laufzeit 7:02 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.07.2014.

Interview mit der «Tagesschau»

Sergio Ermotti sprach auch mit SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind.

Im Interview gibt er unter anderem Auskunft zur Deklaration der Neugeldzuflüsse, zum Thema Devisenmanipulationen sowie zu den Arbeitsplätzen und Salären bei UBS.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber, Bad Dürrheim
    Ermotti geht offenbar jedes Unrechtsbewusstsein ab. Was er hier als "Probleme" verniedlicht, waren kalkulierte Verstöße gegen Recht und Gesetz über Jahre hinweg - und dies mit Hilfe der CH-Politik, die nicht vom Steuerhinterziehergeheimnis für Ausländer lassen wollte. So bekam man ja Milliarden zusätzliches Steuersubstrat ins Land. Von diesem Steuerdiebstahl profitierte die öffentliche Hand in der CH. Wann zahlt die CH diese zu Unrecht kassierten Steuereinnahmen an die betroffenen Länder zurück?
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    1. Antwort von E.Wagner, Zug
      Und wer hat das Geld gebracht zu den Banken? Wohl die Bank hat die Kunden gezwungen bei ihr Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Sicher sind sogar die CH Bürger Schuld daran.
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    2. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Demlgruber, sie verwechseln bei ihren Berichten all zu oft Ursache mit Wirkung, wie wieder in diesem Bericht , noch nie wurde einer ihrer Landsleute in D , von CH -Leuten aufgefordert , sein Geld in der CH anzulegen. Es ist nicht die Aufgabe der CH -Behörden, zu untersuchen ,ob das Geld eurer Deutschen Kollegen versteuert ist . Dies ist einzig die Aufgabe der Behörden in Ihrem Land - oder wollen sie, dass wir uns in eure Angelegenheiten einmischen ? Es spricht eher Neid aus ihrer Feder .
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    3. Antwort von A. Strebel, Winterthur
      Sie haben vollkommen recht. Man hat es jahrelang versäumt die Banken an die Leine zu lgen und ist finanziel sehr gut gefahren. Nach dem Motto: nichts sagen, hören und sehen! Es gb fette Boni und gute Steuererträge. Aber alles hat zwei Seiten. Die deutsche Steuerpolitik ist auch nicht unumstritten. Das allertraurigste aber ist, das unserer Bundesrätin EWS laufend kritisiert wird, obwohl Sie nur versucht, den Bockmist der Banken einigermassen wieder zu korrigieren
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    4. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      @ E. Wagner & M. Kaiser, es gehört zum Geschäftsmodell der CH-Banken seit den 30er Jahren, mit "steueroptimierten" (auf deutsch: Steuerhinterziehung) Anlagemodellen international zu werben und aufzutreten ... Diese angebotenen Dienste der CH-Banken können durchaus auch unter dem Begriff "Hehlerei" zu finden sein. Diesbezüglich hat ja auch die offizielle CH während der 30er und 40er Jahre keinerlei Skrupel gehabt. Mit den Nazis liess es sich recht gut geschäften!
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    5. Antwort von E.Wagner, Zug
      Lucas Kunz, Demlgruber: Hoeness & Schwarzer und Co. wurden also gezwungen bei uns ihre Schwarzgelder zu verstecken. Mit der Gier noch mehr daraus zu machen.Zuerst vor der eigenen Tür wischen, dann erst andere Beschuldigen.
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    6. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Sebastian Demlgruber, Bad Dürrheim - Also Deutsche, Steuerhinterzieher missbrauchen das Bankgeheimnis und schuld sind die Anderen ! Scheint wohl eine typisch deutsche Tugend zu sein, etwas zu verbocken und den Anderen die Schuld zuweisen.
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