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Symbolbild: Geldnoten wechseln die Hände.
Legende: Bricht nun der Damm? Als erste Bank verlangt die ABS einen Zins ab dem ersten Franken auf dem Konto. Keystone Archiv
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Wirtschaft Erste Schweizer Bank verlangt Zins für Bankguthaben

Als erste Bank der Schweiz verlangt die Alternative Bank Schweiz ab dem kommenden Jahr einen Zins für das Geld auf dem Konto. Und zwar vom ersten Franken an. Schon bald könnten andere Banken folgen, glaubt ein Experte.

Eine erste Bank in der Schweiz führt bald Negativzinsen auch für Kleinkunden ein: Ab dem ersten Januar bekommen die Kunden der Alternativen Bank Schweiz ABS nicht nur keinen Zins, sie müssen sogar selber 0,125 Prozent Zins dafür bezahlen, dass sie ihr Geld der ABS geben dürfen. Die Negativzinsen gelten vom ersten Franken auf dem gewöhnlichen Konto für den privaten Zahlungsverkehr. Das ist neu.

ABS bleibt wohl nicht lange die einzige Bank

Das ist ein radikaler Schritt, den sich vorerst nur die ABS erlauben kann. «Die meisten bringen das Geld nicht zu uns, weil sie einen Profit erwirtschaften möchten, sondern weil sie wollen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird», sagt ABS-Mediensprecherin Barbara Felix. Darum sei der Nagativzins den ABS-Kunden wohl eher zuzumuten als den Kunden anderer, normaler Banken.

Audio
Negativzinsen bei der Alternativen Bank Schweiz
02:44 min, aus Echo der Zeit vom 16.10.2015.
abspielen. Laufzeit 02:44 Minuten.

Trotzdem dürfte die ABS nicht lange die einzige Bank bleiben, die einen Zins für die Aufbewahrung des Geldes verlangt. So sagt Maurice Pedergnana, Bankenprofessor an der Hochschule Luzern, der Schritt erstaune ihn überhaupt nicht. «Er wird noch Schule machen.» Sprich: Schon bald werden weitere Banken dem Beispiel der ABS folgen.

Aus ökonomischer Sicht hätten die Banken keine andere Wahl, so Pedergnana weiter. Denn für Kredite wie etwa Hypotheken könnten die Geldhäuser ja nicht plötzlich mehr verlangen, ohne die Kreditnehmer zu vergraulen.

Es gibt eine Alternative

Nun informiert also die – vergleichsweise kleine – Alternative Bank schriftlich ihre rund 33‘000 Kunden über das Vorgehen in einem Brief, der Radio SRF vorliegt. Und die ABS ist alternative Bank genug, um den Kunden eine Alternative vorzuschlagen: Jene Gelder nämlich, die sie nicht im Alltag benötigen würden, sollten die Kunden – auf andere Art und langfristig – bei der Bank anlegen, etwa in Kassenobligationen. Dann mit positivem Zins, versteht sich.

Tatsächlich ist es so auch für die Bank einfacher, das Problem der Negativzinsen zu entschärfen. Denn langfristig parkierte Kundengelder kann sie besser für ihr zinsbringendes Kreditgeschäft einsetzen, statt sie gegen Gebühr bei der Nationalbank zu deponieren.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Suter  (glaubenstreu)
    Jetzt können wir unser Geld noch bei der Bank holen. Bald wird auch der Bezug mit Gebühren belastet und als nächster Schritt dürfen wir monatlich nur noch einen bestimmten Betrag beziehen. Ab sofort sollen wir nur noch bar bezahlen und wie früher mit dem Geld zur Post gehen und so unsere Rechnungen bezahlen. Auch die Kreditkarten sollten wir nicht mehr gebrauchen beim Einkaufen, sondern nur noch mit Bargeld bezahlen. Jetzt können wir ein Zeichen setzen, vielleicht nicht mehr lange!?
  • Kommentar von Manuel Pestalozzi  (M. Pestalozzi)
    Jetzt braucht es nur noch das Bargeldverbot, dann ist alles paletti!
    1. Antwort von M. Jaeger  (jegerlein)
      Das kommt unmittelbar nach den Wahlen und wird von Widmer Schlumpf vorgeschlagen. Die glorreichen Mitteparteien werden es durchwinken
    2. Antwort von Markus Berner  (Markus Berner)
      @Jarger: Es ist nun nach den Wahlen - welche Mitteparteien? Nun hat ja Rechts im NR die absolute Mehrheit - somit hat nur noch Rechts die Möglichkeit, etwas durchzuwinken.
  • Kommentar von Roland Ruckstuhl  (Roland Ruckstuhl)
    Man kann nur hoffen, dass die Kunden dieser Bank in Scharen davonlaufen. Nur so wird es nicht Schule machen.