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Hotelgruppe Accor plant 40 neue Hotels in der Schweiz
Aus Echo der Zeit vom 01.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:33 Minuten.
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Expansion in der Schweiz Französischer Hotel-Riese baut trotz Krise aus

Die Hotelkette Accor will in der Schweiz expandieren. Hotellerie-Suisse-Präsident Andreas Züllig findet das mutig.

Die Schweizer Hotelbranche hat nichts zu feiern. Noch immer fehlen wegen Corona Gäste aus dem Ausland – und auch Geschäftsreisende sind weniger unterwegs als vor der Pandemie. Das merken vor allem die Hotels in den Städten und manche Geschäftshotels mussten bereits dichtmachen.

Umso erstaunlicher ist da die Ankündigung der französischen Accor Gruppe – sie will in den nächsten zwei Jahren massiv ausbauen – und bis zu 40 Hotels in der Schweiz eröffnen. Mutig sei das, sagt Andreas Züllig, der Präsident des Branchenverbands Hotellerie Suisse: «Man weiss ja nicht wie sich dieser Markt weiterentwickelt.»

10 bis 15 neuen Hotels

Accor ist die grösste Hotelkette Europas. Der Konzern beschäftigt weltweit über 200'000 Mitarbeitende und betreibt in der Schweiz bereits 76 Hotels, etwa unter den Marken Ibis, Mövenpick und Swissôtel.

Komplett neu eröffnen werde Accor hierzulande etwa 10 bis 15 Hotels. Das sagte der Nordeuropa-Chef der Gruppe in einem Interview der CH-Media-Zeitungen dieses Wochenende: Vor allem aber wolle Accor mindestens noch einmal so viele bestehende Häuser in die Kette integrieren. Das erlaube diesen Hotels, Kosten zu sparen und die Preise zu senken.

Durch ihr Volumen können diese Hotelgruppen mit Tiefpreisen einsteigen, und das erhöht den Druck natürlich massiv.
Autor: Andreas Züllig Präsident Hotellerie Suisse

Der Preiskampf nehme sicher zu, meint dazu Hotellerie-Suisse-Präsident Andreas Züllig, wenn ein Hotel-Riese wie Accor in der Schweiz derart aggressiv vordringe. «Durch ihr Volumen können diese Hotelgruppen mit Tiefpreisen einsteigen, und das erhöht den Druck natürlich massiv.»

Zudem seien wohl etliche kleine Hotels froh, wenn sie vom konzernweiten Reservationssystemen einer solchen Kette profitieren könnten. Und noch etwas: Viele unabhängige Hotels hätten zu wenig Geld, um aus eigener Kraft in den Betrieb zu investieren. Da liege es nahe, sich einer kapitalkräftigen Gruppe wie Accor anzuschliessen.

Kettenhotels im Trend

Accor ist an der Börse kotiert und kommt so relativ leicht an zusätzliches Kapital, hat also finanziell einen langen Atem. Das hilft in schwierigen Zeiten wie diesen. Aber auch ohne die Umsatzeinbussen in der Pandemie geht der Trend seit Jahren in Richtung Hotelketten, zeigen Branchen-Studien.

Heute befindet sich schon fast ein Drittel des gesamten Zimmerangebots in einem Kettenhotel, Tendenz steigend. Die Corona-Krise beschleunigt die laufende Marktbereinigung. Und als grosser Player nimmt Accor aktiv daran teil.

Das zeigt aber auch, dass der Schweizer Markt attraktiv ist, sonst würde eine so grosse Hotelkette nicht hier investieren.
Autor: Andreas Züllig Präsident Hotellerie Suisse

Andreas Züllig, selbst unabhängiger Hotelier in der bündnerischen Lenzerheide, nimmt es sportlich. Er kann der verstärkten Konkurrenz sogar etwas Gutes abgewinnen: «Accor nutzt nun die Chance der Stunde, um in der Schweiz zu expandieren. Das zeigt aber auch, dass der Schweizer Markt attraktiv ist, sonst würde eine so grosse Hotelkette nicht hier investieren.»

Es klingt ein bisschen nach Zweckoptimismus aus dem Mund des Branchenverbands-Präsidenten. Aber: Zuversicht zu verbreiten, gehört wohl auch zu dessen Aufgaben. Vor allem, wenn man bedenkt, wie hart die Hotellerie derzeit zu kämpfen hat wegen der Pandemie.

Echo der Zeit, 01.08.2021, 16:30 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Rudi Hardy  (Wombat)
    Wohne zur Zeit in einem ACCOR Gebauede im 6. Stock. Die meisten Hotels hier in Australien sind mehrstoeckige Anlagen, viele mit 20+ Etagen. Wohnte schon mal im Mantra in the Hauptstadt Brisbane im 40. Stock. Natuerlich sollten die Bauten in die Hoehe gehen besonders in der Schweiz wo das Land knapp wird.
  • Kommentar von Madeleine Engel  (Eisblume)
    Bezahlbare Wohnungen, auch preisgünstige Alterswohnungen die sich Sozialhilfeempfänger und Rentner mit den nidrigsten Einkommen finanzieren könnten, währen wohl eher angesagt!
  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Dass wir das zulassen ? Dann bitte in die Höhe ! In die Breite ginge wieder viel Land verloren. Noch mehr versiegelte Böden. Das Regenwasser kann immer weniger versickern. Wir sollten mehr Bäume pflanzen. Vom Gestohlenen, der Natur etwas zurückgeben. Macht mehr Sinn. Oder ?