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Experten sind überrascht Pazifisches Freihandelsabkommen steht – auch ohne die USA

Legende: Audio Handelsabkommen TPP wird ohne die USA fortgeführt abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
01:37 min, aus HeuteMorgen vom 24.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Transpazifische Handelsabkommen TPP soll ohne die USA fortgesetzt werden. Dies kündigte der kanadische Premierminister Justin Trudeau in einer Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos an.
  • Kanada, Japan, Australien und acht weitere Staaten im pazifischen Raum hätten sich auf einen Vertrag verständigt, sagte Trudeau. Nach dem Rückzug der USA aus dem Abkommen soll es nun unter dem neuen Namen CPTPP fortgeführt werden.
  • Diese Einigung überrascht Freihandelsexperten, weil der Zugang zum US-Markt das zentrale Element des TPP-Abkommens war.

Patrick Ziltener ist Professor an der Universität Zürich und Spezialist für Freihandelsabkommen. Ihn überraschte die Ankündigung des kanadischen Premierministers Justin Trudeau. Nachdem sich US-Präsident Donald Trump aus den Verhandlungen zurückgezogen habe, habe er ein pazifisches Freihandelsabkommen lange Zeit nicht mehr für möglich gehalten.

TTP war eine komplizierte Packetlösung - und der Zugang zum US-Markt natürlich das wichtigste Einzelelement überhaupt.
Autor: Patrick ZiltenerFreihandelsexperte

Kanada habe lange gezögert. Zuletzt sei es hauptsächlich Japan zu verdanken, dass die elf Staaten sich auf gemeinsame Handelsregeln geeinigt hätten. Der Freihandelsexperte ist jedoch überzeugt, dass die pazifischen Staaten weiterhin versuchen werden, auch die USA ins Boot zu holen.

Der wirtschaftliche Nutzen ist noch unklar

Explodieren werde der Warenaustausch zwischen den Vertragsstaaten deshalb aber nicht, glaubt Ziltener. Zwischen den meisten dieser Länder bestünden bereits bilaterale Abkommen. Ob die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den betroffenen Ländern ebenfalls profitieren, ist schwierig abzuschätzen. Klar ist aber, für Patrick Ziltener, dass auch Schweizer Unternehmen vom neuen Abkommen profitieren. Dies dank bilateralen Handelsverträgen, die die Schweiz mit vielen Staaten in der Region abgeschlossen hat.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Auch in Kanada öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich. Solche "Freihandelsabkommen" sollten eigentlich "Deregulierungsabkommen" genannt werden, denn sie dere­gu­lieren sozialen Ausgleich, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Wachs­tum zum Wohle weniger, beispielsweise den Gewinnmaximierern an der Börse oder der "Genfood-Gemeinschaft" (=mächtige Agrarlobby) in den USA/ Kanada.
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  • Kommentar von Rudi Hardy (Wombat)
    Bringt uns eigentlich nicht viel hier in Australien. Fleisch und Meeresfruechte werden teurer werden und alle die billigen Sachen aus Asien haben bei uns sowieso keinen Tarif drauf. Rindfleisch Fillet war bei uns $30 pro kilo vor 3 Jahren und nun $50. Nach dem Abkommen nehme ich an dass es weiter hoch geht. Alle Produzenten hier auf dem TV sind hoch erfreut, der Kunde im Land aber nicht.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Es ist zu hoffen, dass dies als Zeichen dafür interpretiert wird, dass man sich aus einseitigen Abhängigkeiten lösen muss und kann.
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