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Jens Korte: «Die Notenbank wird zur Retterin der Nation»
Aus News-Clip vom 09.04.2020.
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Fed verspricht 2.3 Billionen «Ein solches Hilfspaket gab es noch nie»

Die US-Notenbank reagiert auf die explodierenden Arbeitslosenzahlen und legt ein 2.3 Billionen-Dollar-Hilfsprogramm auf.

Die US-Notenbank rührt mit der ganz grossen Kelle an. 2.3 Billionen, also 2300 Milliarden Dollar, will die Fed in die vom Coronavirus gebeutelte amerikanische Wirtschaft pumpen. Das entspricht dem dreifachen Verteidigungsbudget der USA. «Das gab es in dieser Form noch nie, von keiner Notenbank der Welt. Das sind gewaltige Summen», sagt Börsenkorrespondent Jens Korte.

Erholung im zweiten Halbjahr?

Notenbank-Präsident Jerome Powell versicherte, die Fed könne die Wirtschaft so lange wie nötig über Wasser halten. Kurzfristig werde es zwar «ziemlich turbulent», so Powell. «Doch wenn wir später einmal auf heute zurücksehen, werden wir nur schwache Folgen der Krise sehen.» Er rechne mit einer raschen konjunkturellen Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir steuern auf die beste Börsenwoche seit 1938 zu.
Autor: Jens KorteBörsenkorrespondent SRF

Laut Korte zeigt die Finanzspritze indes, wie dramatisch die Fed die kurzfristige Lage einschätze. «Erst hat sie den Banken Gelder zur Verfügung gestellt, um eine Finanzkrise zu verhindern. Dann wurden die Kreditmärkte geflutet, um die Liquidität sicherzustellen. Und nun soll der komplette Stillstand verhindert werden.»

Arbeitslosenzahlen explodieren

Die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt unterstreichen die Dringlichkeit. Vergangene Woche haben weitere 6,6 Millionen Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt. In den letzten drei Wochen sind es insgesamt 17 Millionen Anträge. «Auch das gab es in dieser Form noch nie. Wir haben innerhalb von drei Wochen mehr Jobs verloren als in der gesamten Finanzkrise 2008», sagt Korte.

Ob das Öffnen der Kreditschleusen funktionieren wird, wisse man nicht, so der Börsenfachmann weiter. Aber das habe die Fed auch in der Finanzkrise nicht gewusst. «Damals hat es funktioniert. Zwar kann man die jetzige Situation nicht eins zu eins mit der Lage 2008 vergleichen, aber man hat dort etliche Mittel und Massnahmen ausprobiert. Aus diesen Erfahrungen kann man jetzt lernen.»

Börse im Hoch

Die Wall Street begrüsste die Ankündigung jedenfalls und verzeichnete auch am Donnerstag starke Gewinne. «Wir steuern auf die beste Börsenwoche seit 1938 zu», so Korte. Konkret stieg der Dow Jones Industrial um 1,96 Prozent auf 23 891,78 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte bereits unter anderem von der Hoffnung auf ein schrittweises Hochfahren der US-Wirtschaft profitiert hatte.

Tagesschau, 09.04.2020, 19:30 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Die Kriterien machen die Bilanzen aus oder wie Einstein schon erkannte und dem Jungen Heisenberg sagte: Erst die Theorie bestimmt was wir messen können. Das gilt für Coronastatistiken genauso wie das Finanzsystem Der Dollar hat noch keine Konkurenz, die vierte Komponente für eine Inflation(Geldentwertung) der Verlust die bestimmende Währung zu sein ist vielleicht schon im Anzug, gegenüber was könnte der Dollar abwerten? Bit Coin?.
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Der Coronavirus wirkt wie ein Enzym, ein Katalysator auf die Finanzsysteme. An derer Ende noch ungewiss ist ob der Dollar noch die Weltwährung ist. Egal wie stark dieser Virus ist, er ist nicht die Ursache sondern der Beschleuniger von 3 Jahrzehnten verschlafener Finanz-und Währungsreform-Weiterentwicklung. Das wird am Ende der Fahnenstange, nach meiner Einschätzung geschehen. Die Bestimmende Währung kauft die ganze Welt auf, wenn ihre Dominanz nur um einen Millimeter weicht dann rutscht es.
  • Kommentar von Enrico Dandolo  (Doge)
    Grobvergleich der Pakete: USA 2.3 Bio/ 330 Mio = 7'000 US$ pro Person. CH 40 Mia/ 8 Mio = 5'000 CHF pro Person. EU= 500 Mia/ 450 Mio = 1'111 Euro pro Person. Die Sondermassnahmen und ALV- Leistungen der einzelnen Staaten/ Kantonen/ Regionen nicht mitgerechnet. Das sind schon ganz gewaltige Summen..und..können die vergleichsweise geringen 500 Mia der EU reichen, wenn man sich die anderen anschaut?
    1. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Die Beurteilung sollten sie den Wirtschaftsökonomen der EU überlassen. Die Hochpreisinsel CH hatte im ersten Wurf auch nur 20 Mrd auf den Markt geworfen und schon nach einer Woche aufgestockt.