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Kosten für Krankentaggelder sind gestiegen
Aus Tagesschau vom 26.07.2021.
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Fehltage am Arbeitsplatz Corona treibt Krankentaggelder in die Höhe

Weniger körperliche dafür psychische Erkrankungen dürften die Krankentaggelder 2021 auf hohem Niveau verharren lassen.

Im Pandemiejahr 2020 waren viele Angestellte über längere Zeit krankgeschrieben und fehlten am Arbeitsplatz. Erstmals zeigt nun eine Auswertung des Krankenversicherers Swica für SRF News, wie sich Kosten und Anzahl Fälle im Bereich der kollektiven Krankentaggeld-Versicherung entwickelt haben.

Gemäss Swica, dem nach eigenen Angaben grössten Anbieter solcher Produkte, sind sie 2020 stark gestiegen: um jeweils zehn, respektive knapp elf Prozent. Dies im Vergleich zum Vorjahr. Ein signifikanter Rückgang ist noch nicht zu beobachten. Andreas Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Swica, sagt dazu: «In diesem Jahr nimmt die Anzahl Fälle zwar ab, doch die Leistungen gehen nur langsam zurück. Sie sind immer noch sehr viel höher als 2019.»

Detailhandel exponiert

Kollektive Taggeld-Versicherungen – ein übrigens freiwilliger Versicherungsschutz – verkauft der drittgrösste Schweizer Krankenversicherer vor allem an Unternehmen im Gastgewerbe und im Detailhandel. Darunter befinden sich auch Migros und Coop. Andreas Koller: «Da die Geschäfte im Detailhandel auch während der Pandemie geöffnet blieben und die Angestellten nach wie vor Kontakt zu Kunden hatten, war der Druck teilweise gross. Und da ist es auch zu einer erhöhten Arbeitsunfähigkeit gekommen.»

Mehr psychische Erkrankungen

Waren es 2020 gemäss Swica eher physische, kürzere Erkrankungen, die zur Inanspruchnahme von Taggeldern führten, dürften es in diesem Jahr psychische Störungen sein. Die Dauer der Fälle nähme jedenfalls zu. Andreas Koller: «Man könnte einen Trend ableiten, dass es mehr in die psychosomatischen und psychischen Leiden hereingeht. Das müssen wir beobachten.» Seit Anfang April 2020 Jahres bietet der Krankenversicherer eine psychologisch-psychiatrische Sprechstunde über ein Telemedizin-Portal an. Bis Ende vergangener Woche liessen sich 1000 Versicherte darüber behandeln. Da noch keine Vergleichszahlen vorliegen, ist diese Grösse indessen schwierig einzuordnen. Insgesamt sei die Angst, möglicherweise seinen Arbeitsplatz zu verlieren, aber ein schlechter Begleiter und führe nachhaltig zu Arbeitsunfähigkeit, meint Andreas Koller.

Stabile Prämien für 2022

Eine generelle Prämienerhöhung der kollektiven Taggeld-Versicherung für das kommende Jahr sieht Swica nicht vor. Möglich seien individuelle Anpassungen. Die meisten Kunden könnten aber von stabilen Prämien ausgehen, sagt Andreas Koller.

Kollektive Krankentaggeld-Versicherung

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Fehlen Angestellte krankheitsbedingt über eine längere Zeit am Arbeitsplatz, so zahlt den damit verbundenen Lohnausfall ein Unternehmen entweder aus eigenen Mitteln oder über eine sogenannte (freiwillige) kollektive Krankentaggeld-Versicherung – sofern eine Firma darüber verfügt. Diese Versicherung deckt in der Regel während 730 Tagen mindestens 80 Prozent der Kosten des Lohnausfalls von Arbeitnehmenden zufolge einer ärztlich bescheinigten, krankheitsbedingten Abwesenheit am Arbeitsplatz. Sie greift üblicherweise nach Ablauf einer Wartefrist (häufig 30, 60 oder 90 Tage).

Tagesschau, 26.07.2021, 19:30 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Angst Azevedo  (caa)
    Der Titel müsste heissen. Die Corona-Massnahmen treiben die Krankentaggelder in die Höhe.
  • Kommentar von Walter Freund  (WaltBlues)
    Mal abgesehen von den schweren Verläufen: Wenn wir das Virus frei weiter machen lassen und sich die Impfgegner jetzt an ein paar Fällen von geimpften Personen "bestätigt" fühlen, dann werden die Kosten explodieren durch immer mehr Absenzen von den Leuten die noch nicht geimpft sind, es nicht wollen und krank werden. Auch die Arbeitgeber (und nicht nur die Krankenversicherungen) kostet das Unsummen wenn ganze Familien in Quaratäne müssen.
  • Kommentar von Manuela Suter  (mia1)
    Man kann sich ausrechnen was noch an Kosten folgen wird, wenn man die Pandemie jetzt laufen lässt und wir tausende Longcovid-Patienten zählen müssen...dann aber bitte nicht klagen über Sozialkosten und Prämienerhöhung!