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Wirtschaft Finanzmarktaufsicht überprüft Regeln für Banken bei Auslagerungen

Die meisten Banken müssen sparen und lagern deshalb immer mehr Dienstleistungen aus. Nun überprüft die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma die Regeln, was und wie die Banken outsourcen dürfen. Dies erklärt die Aufsichtsbehörde gegenüber «10vor10».

Legende: Video Eine «Superbank» für gemeinsame Dienstleistungen? abspielen. Laufzeit 4:10 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.11.2016.

CS-Konzernchef Tidjane Thiam sagte es bereits im Sommer klipp und klar: Um die Kosten der Bank zu senken, werden Zusammenarbeitsmöglichkeiten mit anderen Instituten geprüft. Diese Aussage wiederholte Tidjane Thiam am Donnerstag gegenüber SRF bei der Präsentation der Neun-Monats-Zahlen.

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Legende: Eine «Superbank» könnte in Zukunft Dienstleistungen wie die Verwaltung von Konto-Daten für andere Banken übernehmen. Colourbox

Eine Idee, die in der Branche herumgeistert: Die Gründung einer «Superbank» – einem Unternehmen, das für andere Banken diverse Dienstleistungen übernimmt, etwa die Verwaltung von Konto- und Depot-Daten oder die Ausführung von Transaktionen der Kunden. Darum hört man auch immer wieder den Begriff «Transaktionsbank».

Finma hat neue Technologien im Visier

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma verfolge diesen Trend sehr genau, sagt Mediensprecher Tobias Lux: «Banken dürfen auslagern. Aber sie stehen weiterhin für die ausgelagerten Tätigkeiten in der Verantwortung und müssen kontrollieren, was sie auslagern. Und wir als Aufsichtsbehörde müssen die Möglichkeit haben, zu kontrollieren, ob die rechtlichen Bestimmungen eingehalten werden.»

Nun allerdings wird die Finma aktiv, wie Tobias Lux gegenüber «10vor10» erklärt: «Wir sind daran, die Bestimmung, die es für das Outsourcing bei Banken gibt, zu überarbeiten. So wollen wir der Zunahme des Outsourcings Rechnung tragen, aber auch den neuen Technologien.»

Die aktuellen Regeln stammen denn auch aus dem Jahr 2008 und finden auf 11 Seiten Platz. Vor allem die Auslagerung von Daten auf fremde Computerserver – in die sogenannte Cloud – dürfte nun geregelt werden. Details nennt der Finma-Sprecher aber keine.

Zusammenarbeit zwischen UBS und CS?

Klar ist: Die Themen Auslagerung und «Superbank» werden die Finma immer mehr beschäftigen. So gibt es sogar Gerüchte, dass die beiden grössten Konkurrenten UBS und CS künftig zusammenarbeiten könnten. Die UBS will das nicht kommentieren. Und CS-Chef Thiam bleibt diplomatisch: «Ich kann nichts über die Identität des Partners sagen.» Und er fügt an: «Man kann sich alles vorstellen, im Moment schauen wir aber in der Schweiz.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    In unserer hoch computerisierten Welt konnen Banken, Firmen und Millionäre unseren Staat buchstäblich in den Ruin führen mit Konstrukten wie CUM. Wie schonen die Reichen und die Firmen und geben ihnen Steuererlass und was tun sie? sie hölen den Staat aus und wir kleinen Bürger müssen dadurch vielmehr Steuern bezahlen. Darum sollte man gut überlegen was wir abstimmen werden wenn es um die Steuerreform geht.
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  • Kommentar von Mike Brunner (Mike Brunner)
    Der Zug ist längst abgefahren. Das primäre Problem der hiesigen Banken nach dem Wegfall des jahrzehntelangen gepflegten Geschäftsmodell (Steuerhinterziehung) ist weiterhin, dass es fast keine Innovationen gibt, was bleibt um die Boni der Angestellten zu erhalten: SPAREN wo es nur geht. Es ist längst fast alles ausgelagert, der Rest wird folgen. Die Mehrheit des CH-Grossbankengeschäfts läuft heute in Osteuropa, Asien und wenig USA, die Gewinne bleiben trotzdem mickrig.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Einstein hatte recht als er Zeit mit Raum verband. Eine Ausdehnung oder Materilisation im Raum braucht immer Zeit. Zeit wiederum wird nur in der Ausdehnung einer Wahrnehmung oder Raumes verstanden. Somit ist aber Geld und Zeit auch austauschbar. Zeit sollte also soviel Wert sein wie Geld. Der Japanische Ansatz zwei Währungen zu haben - eine Geld- und eine Zeitwährung - wäre heilsam. Hochfrequenzcomputer versuchen die Zeit zu beherrschen und verstecken den Gewinn hinter der Frequenz.
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