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Finanzminister-Treffen der G20 Handelskrieger verharren in Schützengräben

Der grosse Wurf ist bei der Konferenz der G20-Finanzminister in Buenos Aires nicht gelungen. Die USA und die EU beteuern ihre Gesprächsbereitschaft, aber keiner bewegt sich.

Legende: Audio G20-Gruppenbild mit Dame: IWF-Chefin Lagarde warnte ihre Kollegen. abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
01:08 min, aus HeuteMorgen vom 23.07.2018.

Geplant war, dass die Finanz- und Notenbank-Chefs der G20 über die Zukunft der Arbeit reden, in einer immer digitaleren Wirtschaftswelt. Über den Umgang mit Kryptowährungen wie Bitcoin. Oder die Frage, wie weltweit tätige Internet-Konzerne besteuert werden sollen.

Handelsstreit dominiert Treffen

Doch der Handelsstreit zwischen den USA, Europa und China dominierte das Treffen. In der Abschlusserklärung heisst es, dass der Dialog intenisivert werden müsse. Doch die Dialogbereitschaft scheint nicht besonders ausgeprägt.

Die USA schlugen zwar vor, die Handelsbarrieren innerhalb der Gruppe der sieben traditionellen Industriestatten, der G7, fallenzulassen. Finanzminister Stefen Mnuchin plädierte für die Abschaffung von Zöllen, anderen Handelsbarrieren und Beihilfen. Welche Beihilfen – sprich Subventionen – er konkret meint, blieb unklar.

Verhandeln nicht mit der Pistole auf der Brust

Frankreich reagierte forsch: Vor solchen Gespächen müssten die USA die Zölle auf Stahl und Aluminium wieder zurückfahren, forderte Finanzminister Bruno Le Maire. Er weigere sich, mit der Pistole auf der Brust zu verhandeln.

Der Vertreter des EU-Rats bei der G20 schlug moderatere Töne an. Der Verzicht auf die Stahl- und Aluminium-Zölle sei keine Voraussetzung für Handelsgespräche.

IWF-Chefin warnt

Bereits am Mittwoch reist EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Washington – zu neuen Gesprächen mit der US-Regierung.
Die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, warnte in Buenos Aires vor einem weiteren Zoll-Wettrüsten. Allein wegen der bereits umgesetzten Zoll-Erhöhungen könnte die weltweite Wirtschaftsleistunge im Jahr 2020 im schlechtesten Fall um einen halben Prozentpunkt tiefer liegen als bislang erwartet.

Maurer: Regeln für Fintech-Sektor

Eingeladen ans G20-Treffen in Buenos Aires war auch Bundesrat Ueli Maurer. Er betonte die Bedeutung neuer, digitaler Technologien, insbesondere für den Finanzdienstleistungssektor, wie es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Finanzdepartments heisst.

Maurer forderte global gültige Regeln für den so genannten Fintech-Sektor. So müsse die Gesetzgebung zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung auch für Kryptowährungen gelten, wie das in der Schweiz der Fall sei.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Für einmal muss ich fast allen Kometatoren recht geben. Das kommt nicht oft vor. Aber in Sachen Welthandel scheint ein unglaublicher Reform- und gesunder Regulierungsbedarf. Ich glaube wir stehen 10 Jahre nach 2008 noch immer ganz am Anfang.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Herr Haller ich gebe Ihnen in vielen Argumenten schon Recht. Nur, das kommt mir zu kurz, wo sind die Lösungsansätze der G 20. Die Zollschranken der EU und die von CHINA sind mehr als ein Ärgernis und sollten aber dringen überprüft werden. TRUMP liegt nicht in allen Belangen falsch.
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    1. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Deutschland, die EU und China haben viel mehr exportiert als importiert und schreiben Handelsüberschüsse in Hunderten von Milliarden Euro im letzten Jahr und die USA eine halbe Billion Euro Defizit, respektive Verschulden sich, um diese Waren ihnen abzukaufen. Auf Dauer ist das sicher nicht gut für die USA. Das Minus der Einen ist das Plus der Anderen, dagegen muss Trump vorgehen, wenn es nicht im Desaster für die USA enden solle.
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    2. Antwort von Thomas F. Koch (dopp.ex)
      Herr Stahn, 1. ein Handelsdefizit löst kein Staatsdefizit aus. Hier gibt es viele andere Gründe dafür. 2. Die Staaten selber, betreiben wenig direkten Handel. Es sind die Unternehmen, die diesen betreiben und Gewinn machen. Die Staaten können nur das Umfeld schaffen. Schlechte Produkte, werden nicht gekauft. 3. Je nach Art der Produkte die in einem Land hergestellt werden, braucht es Mehr oder Weniger um ein gewisses Umsatzvolumen zu erreichen. Reine Geldsummen können nicht verglichen werden.
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    3. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Herr Koch, es geht darum, dass z.B. Deutschland nicht erwarten kann, dass der Rest der Welt von ihnen Waren kauft und Deutschland sich gleichzeitig beim Kauf von Waren aus dem Ausland zurück hält. Deutsche Überschüsse heisst Defizite in anderen Ländern und Deutschland erwartet, dass der Rest der Welt sich bei Deutschland verschuldet, kritisiert aber den Rest der Welt gerne dafür, dass sie zu hohe Schulden machen. Das passt also hinten und vorne nicht zusammen...
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    4. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      ...Wie im freien Welthandel also getrickst, getäuscht und versteckt wird, zeigt nicht nur das mächtige China, sondern auch Deutschland, die EU. Nur: wir verbergen, dass auch wir Europäer ganz schön protektionistisch vorgehen. Im Namen des freien Handels. Hier jetzt im Handelsstreit den USA Vorwürfe zu machen, respektive Wasser predigen, aber selber Wein trinken, das wird nicht gut ankommen.
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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Da wo globale Kontrolle gefragt wäre, klappt sie nicht. So parken die grössten Konzerne etwa 2,5 Billionen Euro in Steuerschlupflöchern wie den Kaimaninseln oder in Panama. Einfach aufhören um das goldene Kalb der Globalisierung zu tanzen, das bisher nur die Kluft zwischen Unten und Oben vergrössert. Wenn jedoch die Lobbyisten der 10% der reichsten Menschen, denen 90% des Vermögens gehören, darüber angeblich diskutieren, so wird das nix.
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