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Grossbanken: Geldwäscherei-Vorgaben missachtet
Aus Newsflash vom 20.09.2020.
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«Fincen»-Files Berichte: Grossbanken betreiben weiter Milliarden-Geldwäscherei

  • Im Kampf gegen internationale Geldwäsche gibt es nach Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks nach wie vor erhebliche Defizite.
  • Demnach hätten zahlreiche Grossbanken weltweit auch in den letzten Jahren Vorgaben der Geldwäscherei-Bekämpfung missachtet.
  • In den Rechercheunterlagen werden auch Schweizer Grossbanken erwähnt. So zum Beispiel die Credit Suisse, die UBS oder die Zürcher Kantonalbank.

Die am Sonntagabend bekannt gemachten Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums offenbaren demnach, dass Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt und trotz strenger Regularien mutmassliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt hätten. Gemeldet haben sie diese Vorgänge den Angaben zufolge mitunter nur sehr zögerlich und zum Teil mit jahrelanger Verspätung.

Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), in dem weltweit mehrere Hundert Journalistinnen und Journalisten aus rund 90 Ländern arbeiten, nennt mehrere global tätige Grossbanken, die trotz Bussen wegen Geldwäscherei weiterhin Milliardenbeträge undurchsichtiger Herkunft verschoben: Deutsche Bank, JPMorgan, HSBC, Standard Chartered und Bank of New York Mellon.

Gesamtsumme von zwei Billionen Dollar

Das ICIJ stützt seine Informationen auf ein Datenleck über Verdachtsmeldungen zu Geldwäscherei an das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums, zu dem das New Yorker Onlineportal BuzzFeed Zugriff hatte. Diese Daten wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren vom Recherchenetzwerk ICIJ aufgearbeitet.

Insgesamt handelt es sich nach Angaben der beteiligten Medien bei den «FinCEN-Files» um mehr als 2100 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus den Jahren 2000 bis 2017. Die Gesamtsumme der Transaktionen liege bei etwa zwei Billionen US-Dollar.

Schweizer Geldhäuser ebenfalls erwähnt

In den Datenbanken des Netzwerks finden sich auch Angaben zu Schweizer Kreditinstituten. Die Schweiz sollen 2051 Transaktionen betreffen. Es geht im Zusammenhang mit Schweizer Banken um rund 3.7 Milliarden Dollar, und rund 4.2 Milliarden Dollar sind als Geldabgänge verbucht worden.

In den Details zu verdächtigen Geldtransaktionen werden zahlreiche Schweizer Banken wie die Credit Suisse, die UBS, Bank Vontobel, Raiffeisen, Pictet, Julius Bär, Bank Sarasin und die Zürcher Kantonalbank aufgeführt. Zudem finden zahlreiche in der Schweiz ansässige Auslandsbanken in den Files Erwähnung.

Das US-Finanzministerium habe sich zum Inhalt der geleakten Daten nicht äussern wollen, schreibt die ARD auf ihrer Internetseite.

SRF 4 News, 20.09.2020, 20:00 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Das wird die Amerikaner aber schwer beeindrucken... Und während man dort schulterzuchend und erfreut über die Bilanzsummen der Banken sich ins Fäustchen lacht, werden hierzulande dann wohl bald beim Einzahlen einer 20er Note aufs eingene Konto ein Fingerabdruckscan des Vorbesitzers nötig werden... ;-)
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Passt doch gut zusammen, Geld waschen und dafür den Kunden bei Ein oder Auszahlungen am Schalter Geld abknöpfen. Wie tief der Ruf der Schweizerbanken noch sinken wird, nimmt mich schon wunder.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Sowas hört erst auf, wenn Bankdirektoren, CEOs und andere in den Chefetagen dafür ins Gefängnis müssen. Diese Bosse und Manager rechtfertigen ihre exorbitanten Löhne ja damit, dass sie viel Verantwortung tragen.
    Deshalb sollen sie die Verantwortung auch wahrnehmen und für kriminelle Machenschaften ihrer Firmen geradestehen und ei Verurteilung ins Gefängnis. Gilt auch für Umweltzerstörung und andere Verbrechen.
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