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Finma stellt Aufsichtsrechtsverletzungen bei Credit Suisse fest
Aus Tagesschau vom 20.10.2021.
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Finma leitet Verfahren ein Schwere Aufsichtsrechtsverletzungen der CS in Beschattungsaffäre

  • Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma rügt die Credit Suisse (CS) wegen der Beschattungsaffäre.
  • Die Grossbank habe schwere Aufsichtsrechtsverletzungen begangen, teilte die Finma in einem Communiqué mit.
  • Bei der CS habe es gravierende organisatorische Mängel und eine unangemessene Unternehmenskultur bei Teilen der damaligen operativen Führung gegeben.
  • Die Finma hat deshalb Massnahmen gegen die Bank verfügt, zwei Personen gerügt und Verfahren zur Durchsetzung des Aufsichtsrechts gegen drei weitere Personen eröffnet.

«Die Finma-Untersuchung zeigte, dass die Credit Suisse im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 sieben Observationen plante und grösstenteils durchführte. Observiert wurden in zwei Fällen Geschäftsleitungsmitglieder in der Schweiz und daneben weitere damalige Mitarbeitende und Drittpersonen im Ausland», schreibt die Finma.

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Einschätzungen von Andy Lüscher
Aus Tagesschau vom 20.10.2021.
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Die CS hatte ihren früheren Star-Manager Iqbal Khan vor seinem Wechsel zur UBS durch Detektive überwachen lassen. Zudem wurde der ehemalige Personalchef Peter Goerke observiert. Die Beschattung flog auf und führte dazu, dass verschiedene Führungskräfte die Bank verlassen mussten – auch Konzernchef Tidjane Thiam.

Enorme Defizite

Die Art und Weise der Planung und Durchführung der Observationstätigkeit zeigte erhebliche Mängel in der Corporate Governance der Bank auf, wie es weiter heisst. «So waren Observationen in den Weisungen der Credit Suisse zwar nicht verboten, aber auch nicht spezifisch geregelt.»

Die Finma-Untersuchung zeigte, dass die Credit Suisse im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 sieben Observationen plante und grösstenteils durchführte.
Autor: Aus dem Communiqué der Finma

In den meisten Fällen sei «formlos und ohne nachvollziehbare Begründung über die Observationen entschieden» worden. «Es wurden keine dokumentierten Abwägungen der mit der Observation zusammenhängenden Risiken vorgenommen», so die Finma.

Die Observationen, vor allem die Art und Weise wie sie durchgeführt wurden, seien geheim gehalten und teils verschleiert worden und zeugten von einer unangemessenen Unternehmenskultur bei Teilen der damaligen operativen Führung der CS, so die Finma.

«Im Ergebnis verfügte die Credit Suisse damit im betroffenen Sicherheitsbereich über keine angemessene Organisation im Sinne des Schweizer Bankengesetzes. Sie bot hier im massgeblichen Zeitraum auch keine Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit», urteilte die Finanzaufsicht.

Stellungnahme der CS

Die Credit Suisse verurteile alle ungerechtfertigten Observationen, teilte die Bank in einer Medienmitteilung mit. Sie habe eine Reihe von Massnahmen getroffen, wobei Observationen untersagt seien, sofern sie nicht aus zwingenden Gründen, wie eine Gefährdung der physischen Sicherheit von Mitarbeitenden, erforderlich seien. «Die Bank hat bereits ihre entsprechende Governance und Abläufe verbessert», so das zweitgrösste Schweizer Institut.

Die Finma verpflichtet die Bank nun dazu, ein neues internes Reporting aufzubauen, mit dem die Geschäftsleitung den Verwaltungsrat oder einen seiner Ausschüsse kontinuierlich über wichtige Governance-Themen informiert.

Überprüfung der Umsetzung

Zudem müssten allfällige Observationen von der obersten Führungsebene genehmigt werden, womit künftig die Verantwortung klar, schnell und dokumentiert zugeordnet werden könne.

Weiter müsse die Bank Massnahmen ergreifen, um geschäftsrelevante Kommunikation nachvollziehbar zu dokumentieren. «Die Finma wird überprüfen lassen, ob die Massnahmen umgesetzt und die Mängel so behoben werden», hiess es.

Mosambik-Affäre: CS zahlt 475 Millionen Dollar

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Die Mosambik-Affäre wird teuer für die Credit Suisse (CS). Die Grossbank habe einer Zahlung von fast 475 Millionen Dollar zugestimmt, teilte die US-Börsenaufsicht SEC mit.

Zudem verhängte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma Auflagen für Kreditgeschäfte. Die Credit Suisse habe im Zusammenhang mit Kreditgeschäften aus dem Jahr 2013 mit Staatsunternehmen aus Mosambik schwer gegen das Organisationserfordernis und die rechtliche Meldepflicht bei Geldwäscherei verstossen, teilte die Finma mit.

Deshalb verhängt die Aufsichtsbehörde Auflagen für das Kreditneugeschäft der CS mit finanzschwachen und korruptionsanfälligen Staaten. Damit schliesse die Finma ein Verfahren zur Durchsetzung des Aufsichtsrechts ab, hiess es weiter.

Konkret ging es um zwei vom Staat Mosambik garantierte Kredite von insgesamt einer Milliarde Dollar an zwei mosambikanische Staatsgesellschaften. Mit diesen Krediten, die fast sechs Prozent des Bruttoinlandproduktes von Mosambik ausgemacht hätten, sollten vor allem Schiffe für die Küstenwache sowie eine Flotte zum Thunfischfang finanziert werden, wie die Finma erklärte.

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Aus dem Archiv: Mosambik zieht gegen Credit Suisse vor Gericht
03:06 min, aus Rendez-vous vom 01.03.2019.
abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.

SRF 4 News, 19.10.2021, 22 Uhr ;

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