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Nestlé stellt Klimaschutz-Pläne vor
Aus Tagesschau vom 03.12.2020.
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Firmen und Klimawandel Was taugt Nestlés Klimaplan?

Bis 2050 will Nestlé 92 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen. Nun müssen den Worten Taten folgen, so Umweltschützer.

Nestlé versprach bereits im September 2019, bis im Jahr 2050 netto keine Treibhausgasemissionen mehr auszustossen. Am Donnerstag hat der Lebensmittelkonzern einen detaillierten Fahrplan vorgestellt, wie er dies erreichen will.

Die Herausforderungen sind gross: Nestlé beziffert den Treibhausgasausstoss, der in der ganzen Wertschöpfungskette anfällt, auf 92 Millionen Tonnen pro Jahr. Zwei Drittel davon fällt in der Landwirtschaft an, also bei Bauern, die Nestlé mit Zutaten für Produkte beliefern.

3.2 Milliarden Franken will Konzernchef Mark Schneider in den nächsten fünf Jahren in die Hand nehmen, um Veränderungen anzustossen. Der Konzern will das durch eine lange Massnahmenliste erreichen.

Leere Versprechen oder ernsthafte Anstrengungen?

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Die Liste der Konzerne, die in den letzten Monaten versprochen haben, ihren CO2-Fussabdruck in den nächsten Jahrzehnten auf null zu senken, ist lang. Kaum ein Grossunternehmen will es sich heute leisten, vor Investorinnen und Kunden als renitente Klimasünderin dazustehen. Viele Firmenversprechen kommen aber in die Kritik: So umfassen sie häufig nur einen kleinen Teil der in der Wertschöpfungskette anfallenden Emissionen und es fehlen für die Öffentlichkeit nachvollziehbare und überprüfbare Massnahmen. Oft ist deshalb von «Greenwashing» die Rede, wenn Firmen Klimaziele präsentieren.

So sollen zum Beispiel Landwirtschaftsbetriebe durch Nestlés Unterstützung nachhaltiger werden. Einerseits durch effektivere Bewirtschaftung ihrer Ressourcen, aber auch durch den Einsatz regenerativer Praktiken. Gleichzeitig will Nestlé in den nächsten zehn Jahren 200 Millionen Bäume setzen und die eigene Produktion voll auf erneuerbare Energien umstellen. Im Sortiment will der Konzern pflanzenbasierte Produkte stärken.

Kein Greenwashing, aber nicht ambitioniert genug

Umweltschützer begrüssen das Massnahmenpaket. Es sei kein «Greenwashing»-Versuch. «Ich sehe, dass der Bericht auf einer guten Grundlage aufbaut und diejenigen Emissionen einbezieht, die einbezogen werden müssen», so Georg Klingler, Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz.

Gleichzeitig stört sich Klingler daran, dass Nestlé weiter auf Fleisch und Milchprodukte setzt. Das sei keine konsequente Strategie. «Statt Produkte aus Fleisch und Milch, die am meisten zu den Emissionen von Nestlé beitragen, vom Plan zu streichen, versucht man jetzt, die Produktion zu optimieren», kritisiert er.

Auch Christian Zeyer, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Swisscleantech, hält Nestlés Plan grundsätzlich für gut. Gleichzeitig könnte es aber auch schneller gehen. « Eile ist angebracht. Das, was Nestlé macht, ist ein super erster Schritt», so der Verfechter einer grünen Wirtschaft. Bei der Umsetzung gehe es nun um Transparenz. Und: «Ich glaube, dass wir noch weiter beschleunigen müssen, um die Herausforderungen zu packen.»

Tagesschau, 03.12.2020, 19:30 Uhr

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    @Moreno 14:06. Sie unterstellen mir fälschlicherweise eine Verlangsamung als Lösung anzuschauen. Aber in Ermangelung von Massnahmen, die noch besser wären, ist jede Verlangsamung, wenn sie gelingt, ein Erfolg. Denn sie kauft uns Zeit, wertvolle Zeit die wir Menschen benötigen um noch bessere Massnahmen zu finden und umzusetzen. Es ist ein fundamentaler Irrtum zu denken solche Massnahmen seien "nichts als heisse Luft", denn das könnte dazu führen dass wir überhaupt nichts tun.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ja, Geld haben diese Chefs genug, jetzt müssen Taten folgen bezüglich Klimaschutz.
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Es wäre interessant zu erfahren wie die Effizienz im Umgang mit Ressourcen in der Landwirtschaft mit Unterstützung von Nestle verbessert werden soll.
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