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Swiss setzt auf mehr Geld für etwas mehr Komfort
Aus HeuteMorgen vom 08.12.2020.
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Fliegen nach Corona Fluggesellschaften wollen in der Economy mehr kassieren

Auch Swiss will den Ausfall der Geschäftsreisenden in der Business-Class mit Preiserhöhungen in der Economy auffangen.

Geschäftsreisende, die Business-Class oder First-Class fliegen, sind für globale Airlines finanziell das Herzstück. 10 bis 15 Prozent der rentabelsten Geschäftsreisenden spielen bis zu 40 Prozent der Passagiereinnahmen ein. Bei der Lufthansa Gruppe, zu der die Swiss gehört, ist es gar die Hälfte.

Airlines suchen nach Lösungen

Doch derzeit fallen die Geschäftsreisenden weg und ein Teil davon wird auch nach Corona nicht mehr zurückkehren. Denn Firmen werden weiterhin Geschäftstreffen virtuell abhalten, weil das für sie günstiger kommt.

Die Fluggesellschaften müssen auf diese Entwicklung reagieren. Wie viele der Geschäftsreisenden nicht mehr in den Flieger steigen, hat der amerikanische Airline-Experte J. Sorensen mithilfe verschiedener Daten berechnet. Er sagt, dass die Geschäftsfliegerei nie mehr das Niveau von 2019 erreichen, sondern 19 bis 36 Prozent darunter liegen wird. Für die Airlines sei dieser Anteil für immer verloren.

Weil die globalen Airlines Flugpläne und Preisstruktur für die Economy-Reisenden aber rund um die profitablen Geschäftsreisenden aufbauen, hat das Schrumpfen des Business-Segments auch Folgen für die Economy-Reisenden.

Eine teurere Economy-Klasse

Sorenson meint dazu, dass die Airlines unterschiedlich auf den Verlust der rentierenden Business-Kunden reagieren können. Sie könnten Flugpläne zusammenstreichen, Destinationen weniger häufig anfliegen, oder mehr Premium Economy-Sitze anbieten, die teurer sind als Economy, aber ein wenig mehr Komfort bieten.

Auch die Swiss wolle einen Teil des Ausfalls von Geschäftsreisenden mit teureren Premium Economy-Sitzen ausgleichen, sagt der scheidende Swiss-Chef Thomas Klühr. Er glaube, dass das Produkt Premium Economy, das derzeit eingeführt wird, bei der Swiss eine wichtige Rolle spielen wird – sowohl für den preissensiblen Geschäftskunden, wie auch für die Gäste, die noch einen etwas höheren Komfort in der Economy suchen.

Langfristig steigende Preise

Das heisst also: mehr teure Premium Economy-Sitze zulasten von normalen Economy-Sitzen und Business-Class-Sitzen. Die verbleibenden normalen Economy-Sitze werden zudem teurer, wenn auch noch nicht im nächsten Jahr.

Denn laut Klühr wird beim Wiederaufbau der Netze ein harter Wettbewerb entstehen. Es werde daher wahrscheinlich kurz- und mittelfristig stabile, eher sinkende Preise, langfristig aber steigende Preise geben.

Die steigenden Preise für Economy-Reisende begründet der Swiss-Chef zusätzlich mit der zukünftigen CO2-Abgabe. 2021 werde für Touristinnen und Touristen aber noch ein Schnäppchen-Jahr, prophezeit Airline-Experte J. Sorenson.

SRF 4 News, 08.12.2020, 06:00 Uhr

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Wer in einer Krise die Preise erhöhen kann, dem geht es zu gut, das hatte mal ein Ökonom gemeint. Die Swiss wird mit Steuermitteln am Überleben gehalten, leistet sich Boni fürs vergangene Geschäftjahr an ihre Teppichetagen auszurichten und erhöht nun die Preise in der Economy-Klasse. Der Flugreisende wird selbstverständlich die Preise der Konkurrenz ebenfalls checken und möglicherweise umsteigen. Die Wirtschaftsregion Zürich sollte auf ihren "Hub" am Flughafen besorgt sein, dieser ist gefährdet.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Es war einmal eine Zeit, so wird berichtet, dass sich eine Person für lausige 45 Fränkli von Basel nach London fliegen lassen konnte, wo doch damals schon eine Autofahrt nach Bern mehr kostete...
    Ja, es war halt schon noch eine "gute alte zeit"...
  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Der Trick ist gut. Zuerst schrumpft man das Platzangebot in der Econmy so sehr dass es für Perononen die älter als 30 sind unerträglich ist. Die Sicherheitsbehörden schauen ja weg.
    Dann führt man wieder eine ECO mit erträglichem Platzangebot ein und kassiert dafüe extra. Die würdwn sogar Stehplätze einführen wenn sie könnten.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Peter Zuber: Fliegen ist immer noch freiwillig. Sie müssen keinen Stehplatz akzeptieren, sondern können die Bahn nehmen oder zu Hause bleiben. Der Wettbewerb unter den Fluggesellschaften wird genau das Angebot hervorbringen, das sich die Passagiere wünschen und zu zahlen bereit sind. So einfach ist das. Ein Alternative bietet Jet Aviation. Wenn Sie dort einen Privatjet mieten, erhalten Sie allen pipapo und können fliegen wohin Sie wollen.