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Lantal-CEO erklärt, wieso ein weiterer Stellenabbau nötig sei
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 05.08.2021.
abspielen. Laufzeit 05:29 Minuten.
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Flugzeugbranche kriselt Textilunternehmen Lantal baut wegen Krise weitere Stellen ab

  • Das Langenthaler Textilunternehmen Lantal Textiles reagiert auf die anhaltende Krise in der Luftfahrt.
  • Bis zu 55 der 185 Mitarbeitenden in Langenthal und Melchnau droht die Kündigung, meldet das Unternehmen.
  • Bereits im letzten Jahr wurden wegen der Coronakrise mehrere Stellen abgebaut.
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Aus dem Archiv: Warum Lantal die Produktion in die USA verlegte
04:42 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 04.08.2020.
abspielen. Laufzeit 04:42 Minuten.

Die Anzahl Entlassungen solle so klein wie möglich gehalten werden, schreibt Lantal. Das Unternehmen habe ein Konsultationsverfahren eingeleitet, um möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden. Schon vor Jahresfrist wurden 55 Kündigungen ausgesprochen. Zudem wurde ein grosser Teil der Produktion in die USA verlegt. Weitere Teile zu verlegen, sei derzeit kein Thema mehr, sagt CEO Urs Rickenbacher. Aktuell beschäftigt Lantal in Langenthal und Melchnau 185 Mitarbeitende.

Das ist die grösste Krise unserer Firmengeschichte.
Autor: Urs Rickenbacher Lantal-Chef

Lantal ist primär im Aviatik-Geschäft tätig. Doch die Nachfrage für Sitzbezüge, Teppiche und Vorhänge für Flugzeuge ist weiter tief. «Die anhaltende Pandemie und deren Auswirkungen auf den Luftverkehr bedeutet für unser Unternehmen die grösste Krise der Firmengeschichte», erklärte Lantal-Chef Urs Rickenbacher. Zu Beginn der Pandemie brach der Umsatz bis zu 85 Prozent ein. Im laufenden Jahr sind es rund 60 Prozent.

Krise zieht sich in die Länge

Erst 2024 oder sogar 2025 dürfte sich der Markt laut Lantal wieder dem Vor-Corona-Niveau annähern. Zudem sei mit einer Veränderung im Reiseverhalten zu rechnen, insbesondere mit weniger Geschäftsreisen. Lantal müsse sich deshalb auf eine strukturelle Veränderung einstellen.

In der Pandemie sei das Instrument der Kurzarbeit von grosser Bedeutung. Lantal habe auf diese Weise viele Arbeitsstellen und qualifiziertes Personal halten können. Doch auf die Kurzarbeit aufgrund von Corona könne nur noch bis Februar 2022 zurückgegriffen werden. Dieser Zeitraum werde für Lantal nicht ausreichen, um die Krise zu überbrücken.

«Bis sich die Luftfahrt von diesem massiven Schock erholt hat, müssen wir den Fortbestand des Unternehmens sicherstellen», erklärt Unternehmenschef Rickenbacher. «Eine weitere Restrukturierung ist unumgänglich.»

Damit war seine Prognose beim letzten Stellenabbau zu optimistisch. «Wir sind von einem besseren Szenario ausgegangen. Ein Jahr später hat es leider keine Erholung gegeben.»

SRF 4 News, 05.08.2021, 17:00 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Yvonne Abt  (YvonnedieDreizehnte)
    Über 1 Jahr das Personal in Kurzarbeit zu lassen kann ja auch nicht Sinn und Zweck einer strategischen Unternehmensführung sein.
    Studien beweisen, dass je länger die Mitarbeiter* in Kurzarbeit sind, die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber sukzessive abnimmt und das eigene Know How ebenfalls darunter leidet.
    Kurzarbeit ist gedacht für eine kurzfristige Extremsituation gegen wirtschaftliche und ökonomische Schocks von Aussen, aber soll nicht dienen als Strukturerhaltung von defizitären Branchen.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    @ Regula Schnetzer.
    Um die Wirtschaft zu verstehen ist folgendes wichtig:
    Eine Firmenleitung ist kein Sozialamt.
    Da geht es nur um Kosten sparen, Gewinn machen, Börsenkurs steigen lassen, Aktieninhaber glücklich machen, das eigene Einkommen.
    Arbeitnehmer interessieren die nicht, nur in einer Hinsicht: Image, wie die Medien berichten.
    1. Antwort von Regula Schnetzer  (Gwundernase)
      Danke für den Crash-Kurs zum Verständnis der Wirtschaft, hatte keine Ahnung vorher... Hier ist jedoch nicht die Rede von der Wirtschaft im Allgemeinen, sondern von der Firma Lantal im Besonderen. Diese ist keine AG, sondern befindet sich in Privat-Besitz. Also Fehlanzeige mit Börsenkurs steigen lassen, damit die Aktionäre glücklich sind... Die Arbeitnehmer sind in solchen Firmen selten nur Manipuliermasse da meist gut ausgebildet.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Da mir das Textilunternehmen Lantal seit über 50 Jahren ein Begriff ist, damals für Polstermöbelbezüge, schmerzt es zu erfahren, dass Lantal unverschuldet in der Krise steckt und es erneut zu Entlassungen kommen dürfte. Da auch die Luftfahrtsbranche durch die Covid-19-Pandemie angeschlagen ist, warum nicht neue Abnehmermärkte für Polsterbezüge ausfindig machen? Beispielsweise Zughersteller, etwa "Stadler Rail"?