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Förderlimit wird ausgeschöpft Das Öl-Kartell dreht den Hahn weiter auf

  • Die Opec hat sich auf eine Ausweitung der Ölförderung geeinigt und will so künftig das selbst auferlegte Förderlimit voll ausschöpfen.
  • Zusätzlich sollen 600'000 Barrel (rund 100 Millionen Liter) am Tag gefördert werden.
  • Welche Länder die zusätzliche Förderung übernehmen werden, ist noch offen.
Legende: Video Opec dreht Öl-Hahn auf abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.06.2018.

Die Opec-Staaten hatten sich bereits Ende 2016 mit zehn weiteren kooperierenden Staaten auf ein Limit bei der Ölproduktion verständigt. Das Kartell hat sich damals dazu verpflichtet, nicht mehr als 32,5 Millionen Barrel Öl am Tag zu fördern.

Das Öl-Kartell Opec

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Die internationale Organisation erdölexportierender Länder wurde 1960 in Bagdad gegründet. Die OPEC hat 13 Mitgliedsländer. Sie fördern rund ein Drittel des weltweiten Erdöls und besitzen drei Viertel der weltweiten Erdölreserven.

Die tatsächliche Produktion unterschreitet dieses Limit aber derzeit deutlich. Das liegt unter anderem daran, dass etwa das krisengebeutelte Venezuela derzeit seine Quoten nicht erfüllen kann.

Zusammen mit Iran und Irak stellte sich Venezuela jetzt denn auch gegen eine Erhöung der Fördermenge. Denn wegen ihrer veralteten Anlagen können die drei Länder nicht mehr Öl fördern. Deshalb befürchten sie wegen des möglicherweise bald tieferen Ölpreises geringere Einnahmen.

Opec ist wieder am Drücker

Opec ist wieder am Drücker
Legende:Russlands Energieminister Alexander Novak und sein saudischer Kollege Khalid al-Falih: Moskau und Riad ziehen am selben Strick.Reuters

Mit dem Schieferöl-Boom in den USA verlor die Opec an Einfluss. Doch vor zwei Jahren gelang ihr ein Coup: Zusammen mit der Opec erklärte sich das Nichtmitglied Russland zu Förderreduzierungen bereit. Und diesmal hielt sich Moskau an die Abmachung. Prompt stieg der Ölpreis wegen der Verknappung seither von rund 60 auf 80 Dollar pro Barrel.

Doch Zukunftsberechnungen zeigen nun, dass sich das Öl auf den Weltmärkten schon bald verknappen könnte. Das würde den Preis weiter in die Höhe treiben und den Ölländern zunächst mehr Einnahmen bescheren. Doch diese Entwicklung könnte auch die Weltkonjunktur abwürgen. Und darunter wiederum würden auch die Ölförderländer leiden. Deshalb der Entscheid der Opec und Russlands, die Fördermenge moderat zu erhöhen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Gibt es genug Öl, läuft die Weltwirtschaft, braucht es wiederum mehr Öl. Eine win-win Situation, für die Förderländer und die Industriestaaten. Dies zeigt auf, dass int. Kooperation zum Wohle aller ist.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Vor der Fraeckingmoeglichkeit waren die auf Erdoelimporte angewiesene Laender den Erpressungen der Oelscheichen und ihrer Trittbrettfahrer wehrlos ausgeliefert. Damals war die auch militaerische Sicherung von oelreichen Gebieten durchaus existenzrelevant. Das Fressen kommt vor der Moral. Das Fraecking ist zwar nicht nur teuer, sondern auch umweltschaedlich. Es gibt jedoch die Moeglichkeit, Importe zu ersetzen und damit von Oelkriegen unabhaengig zu werden. Und wollen die Produzenten ihr Oel nich
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