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Eventverantstalter fürchten um ihre Existenz
Aus Tagesschau vom 12.06.2020.
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Folgen der Coronakrise Den Veranstaltungs-Technikern steht das Wasser bis zum Hals

Zwar sind Veranstaltungen mit 300 Personen wieder erlaubt. Doch die Event- und Veranstaltungs-Branche hat davon wenig.

Markus Bohle ist selbständiger Veranstaltungstechniker. Seit bald 20 Jahren bietet er Licht-, Video- und Audiotechnik für Events an. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat er praktisch keine Aufträge mehr.

Auf die Frage, wann er seine letzte Veranstaltung hatte, muss Bohle lange überlegen. Und sagt dann: «Hm. Das war, am … müsste nachschauen. Ende Mai.»

Im Durchschnitt fehlten ihm etwa 90 Prozent der Aufträge – wenn nicht sogar 100 Prozent. «Wir hatten diesen einen Event, im Juni. Juli und August sehen sehr düster aus», sagt Bohle.

Kurzarbeitsentschädigung nur bis Ende Mai

Klassisch Selbständige mit einer Einzelfirma erhielten in den Corona-Monaten einen Erwerbsersatz – maximal 5880 Franken pro Monat. Selbständigen wie Markus Bohle, die Angestellte in ihrer eigenen GmbH oder AG sind, hat der Bund maximal 3320 Franken pro Monat als Kurzarbeitsentschädigung ausbezahlt. Dies wurde jedoch per Ende Mai gestrichen.

Event-Veranstalter waren als erste von den Massnahmen des Bundesrats im Kampf gegen das Coronavirus betroffen. Und sie dürften es wohl auch noch lange bleiben. Viele Selbständige fürchten darum um ihre Existenz.

«Wir haben einfach keine Arbeit»

Der Präsident des Schweizer Verbands technischer Bühnen- und Veranstaltungsberufe, Jörg Gantenbein, zeichnet ein düsteres Bild:

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Jörg Gantenbein: «Wir haben nach wie vor keine Arbeit»
Aus News-Clip vom 11.06.2020.
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«Die Situation bei uns im Verband ist sehr kritisch. Zwar ist das Veranstaltungsverbot seit dem 6. Juni aufgehoben. Aber in nächster Zeit finden ganz einfach keine Veranstaltungen statt, weil es keinen Planungsvorlauf gab. Wir haben deshalb nach wie vor einfach keine Arbeit.»

Betroffene sollen Kredite beantragen

Gantenbein fordert deshalb, dass die Kurzarbeitsentschädigung für Inhaber von Kleinunternehmen in seiner Branche bis Ende August verlängert wird.

Beim zuständigen Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) stösst dies aber auf taube Ohren. Man könne diese einzelnen Betroffenen nicht einfach herauspicken und sie noch weiter mit den Leistungen aus der Kurzarbeitsentschädigung begünstigen, sagt Boris Zürcher, Leiter Direktion für Arbeit im Seco.

Klar ist: Bis die Event-Branche wieder boomt, dauert es noch Monate. Dessen ist man sich auch beim Bund bewusst – Betroffene sollten deshalb auf Corona-Kredite zurückgreifen.

Auf schnelle Hilfe von der Politik können sie nicht hoffen. Zwar hat die Sozialkommission des Nationalrats Ende Mai – mit Unterstützung aller Parteien ausser der SVP – zwei Vorstösse eingereicht, die vom Bundesrat eine Verlängerung der Kurzarbeitsentschädigungen forderten.

Das Thema sollte noch in der laufenden Session behandelt werden. Doch der Bundesrat hat bisher nicht Stellung genommen. Das Parlament kann die Vorstösse deshalb erst im Herbst beraten.

Tagesschau, 11.06.2020, 19:30 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Irena Baumann  (irbau)
    Wie wäre es, die Tribunen in den leeren Stadien zu beleuchten, sodass optisch die Zuschauer da wären?
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    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Genau. Und auch die Flugzeuge könnten eigentlich fliegen. Einfach leer bzw. nur mit Piloten.
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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Bei der ganzen Diskussion sollte man nicht vergessen: Die Massnahmen folgen nicht einfach logisch aus der pandemiologischen Situation (auch hier gibt es sehr unterschiedliche Einschätzungen), sondern es werden politische Entscheide gefällt. Solche Entscheide sind mit der Verantwortung verbunden, für alle Betroffenen erträgliche, wenn nicht die bestmöglichen Lösungen zu finden. Auch sollten sie sehr gut begründet werden - sowohl pandemiologisch als auch ethisch. Probleme meiden hiesse unrechttun.
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  • Kommentar von Stefan Huwiler  (huwist)
    Ich habe das Gefühl das Problem beginnt etwas tiefer. Eigentlich sind diese Leute gar nicht selbständig. Ähnlich wie auch die UBER Fahrer sind sie derart von den Event Veranstaltern abhängig, dass alles wegbricht wenn der schliesst. Sie verdingen sich auf Tagesbasis.
    Ein Event Veranstalter ist natürlich froh wenn er fast alles mit solchen 'Mitarbeitern' abwickeln kann, für die er null Verantwortung im Krisenfall trägt.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Sie liegen Falsch. Jeder Selbständige ist von seinen Kunden abhängig. Da spielt es keine Rolle ob dies Theater oder Geburtstagsfeiern oder Autopannen sind. Und je spezieller sein "Produkt" desto schwieriger wird es bei Krisen auszuweichen.
      Und von was lebt der "frohe" Eventveranstalter wenn er keine Events veranstalten kann?
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