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Folgen der Coronakrise Ruag streicht bis zu 150 Stellen

  • Die Coronakrise und die Aufspaltungskosten haben bei Ruag International nun auch Auswirkungen auf die Angestellten – das Unternehmen verschärft seinen Sparkurs.
  • Insgesamt bis zu 150 Stellen werden bis Ende 2021 abgebaut, wie Ruag mitteilt.
  • Bereits im Februar hatte das Unternehmen kommuniziert, dass in Emmen gegen 90 Stellen abgebaut werden sollen.
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Aus dem Archiv: Diese Auswirkungen hat die Coronakrise auf Ruag
04:08 min, aus Rendez-vous vom 06.05.2020.
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Im Fokus ist dabei der Bereich der globalen Support-Funktionen des Unternehmens, der etwa die IT oder das Personalwesen umfasst. Derzeit bietet er noch insgesamt 450 Vollzeitstellen. Von diesen soll nun also etwa ein Drittel gestrichen werden.

Man strebe für alle Mitarbeitenden «faire und sozialverträgliche Lösungen» an, hiess es in dem Communiqué weiter. In der Schweiz sei konkret ein Sozialplan vorgesehen. Ausserdem soll der Rückgang soweit möglich über natürliche Fluktuation oder Pensionierungen auffangen werden.

Reinverlust im ersten Halbjahr

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Der Luft-, Raumfahrt und Rüstungskonzern hatte im ersten Halbjahr einen Reinverlust von 48 Millionen Franken erlitten. Insbesondere die beiden in der Luftfahrt tätigen Geschäftsbereiche Flugzeugstrukturbau und Flugzeugunterhalt hätten die Auswirkungen der Coronapandemie deutlich gespürt.

Seit Anfang Jahr operiert Ruag International als eigenständiges Unternehmen und soll in den nächsten Jahren weiterentwickelt und schrittweise privatisiert werden. Mit der Bilanzspaltung, die der Bundesrat am 22. April zur Kenntnis genommen hat, wurde die Entflechtung per Mitte 2020 materiell abgeschlossen.

Wie es nun geschäftlich weitergeht, ist gemäss dem Unternehmen schwierig abzuschätzen. Zwar habe man die Effekte der Krise mit Instrumenten wie Kurzarbeit, Abbau von Überzeit und Ferien, Einstellungsstopp sowie einem rigiden Sparkurs abfedern können.

Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man aber davon aus, dass es wohl bis 2024/25 dauern werde, bis die aviatiknahen Segmente wieder Auslastungen auf Vorkrisenniveau haben werden. Deshalb sei diese «tiefgreifende Transformation» nun notwendig geworden.

«Abbau trifft den Wirtschaftsstandort hart»

Man nehme den Entscheid «mit grossem Bedauern» zur Kenntnis, heisst es in einer Reaktion der Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen. Dieser zweite Abbau seit Februar 2020 treffe den Wirtschaftsstandort Schweiz hart und sei eine direkte Folge des Entscheides des Bundesrates, die Ruag aufzuteilen und zu privatisieren.

Vom Bundesrat und den Arbeitgebern wird verlangt, die soziale Verantwortung zu übernehmen und einen Stellenabbau zu verhindern. Zudem fordern sie, offen und transparent über das laufende Verfahren informiert zu werden.

SRF 4 News, 12.10.2020, 18 Uhr ;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
    Interessant, dass diese Mitteilung von Ruag ein paar Tage nach der Abstimmung über die Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen kommt. Ein Hauptargument waren da die Arbeitsplätze. Auch Schindler interessierten die Arbeitsplätze nach der Abstimmung über die 1:12-Initiative 2014 bedeutend weniger als vorher; eine Abteilung wurde von Ebikon nach China ausgelagert. Vielleicht sollte man diese Firmenstrategie im Hinterkopf behalten bei der kommenden Abstimmung über die Konzernverantwortung.
  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Was für ein Pech. Jetzt wurde dem VBS von den Stimmberechtigten doch erst kürzlich ein Blankoscheck über rund 24 Milliarden ausgestellt, für verdeckte Industrieförderung (über Gegengeschäfte mit dem Flugzeuglieferanten). Wurde der Kampfflugzeug-Kredit nicht auch mit Arbeitsplatzsicherheit beworben? Und jetzt reicht das nicht mal, für einen Vorschuss an die Ruag, zur Weiterbeschäftigung der 150 Angestellten für ein paar Jahre. Und ist’s nun wegen Corona, oder wegen der "Aufspaltungskosten"?
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    IT abbauen? Phoah... "...denn sie wissen nicht, was sie tun..."
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die IT muss dem Bedarf angepasst sein. Es macht keinen Sinn eine grosse IT- Abteilung aufrecht zu erhalten wenn man sieht dass man entsprechende Projekte erst in 3 oder 4 Jahren wieder aufgreifen kann. Wenn man nämlich diese 3 bis 4 Jahre nicht überlebt, braucht man echt keine IT mehr. Ich denke da nur "laut", aber was ich effektiv meine ist, die wissen womöglich haargenau was sie tun.
    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Die Schweiz hängt es in der IT definitiv ab. Ohne IT-Investition werden viele Firmen die kommenden 3-4 Jahre definitiv nicht überleben. IT-Projekte entlasten nämlich die Firma von den Personalkosten (wahrscheinlich ist es hier eher der Fall als Corona-bedingter Einbruch), deswegen muss man sie vorantreiben. Alternativ kann man es nach Indien/PFZ-Land usw. auslagern, ob das gut kommt, hat sich schon in einigen Fällen gezeigt.