Zum Inhalt springen

Header

Thomas Jordan lachend
Legende: SNB-Chef Thomas Jordan konnte den Tag nach der Wahl in Frankreich entspannter angehen als auch schon. (Archivbild) Keystone
Inhalt

Erleichterung für Nationalbank Franken schwächt sich deutlich ab

  • Der Euro erhält durch den Wahlausgang in Frankreich Auftrieb und ist zum Franken zeitweise auf ein Fünfmonats-Hoch gestiegen.
  • Am Mittag war ein Euro 1.0810 Franken wert.

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan dürfte aufgeatmet haben: Weil der europafreundliche Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron in Frankreich sogar noch besser abgeschnitten hat als Marine Le Pen, legte der Euro in der Nacht deutlich zu. Entsprechend schwächte sich der Franken ab.

Video
Das politische Erdbeben in Frankreich
Aus Tagesschau vom 24.04.2017.
abspielen

Noch am Sonntag hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekannt gemacht, sie werde einer Frankenaufwertung mit Devisenkäufen entgegentreten. Und: «Wir hoffen, dass ein vernünftiger Kandidat gewinnt – jemand, der für freie Märkte ist», hatte Jordan gesagt.

Vertrauen in Euro gestiegen

Der Devisenmarkt scheint das so zu sehen, denn der Euro kletterte vorübergehend so hoch wie seit Anfang Dezember nicht mehr (1.0836 Franken). Am Montagmittag notierte die Gemeinschaftswährung dann leicht tiefer bei 1.0810 Franken.

Der Franken gilt bei Anlegern als sicherer Hafen und ist daher besonders in unruhigen Zeiten gefragt. Bei einem möglichen Wahlsieg der Euro-kritischen Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National befürchten Investoren ein weiteres Auseinanderdriften der Euro-Zone, was auf der Gemeinschaftswährung lastet.

Starker Franken bremst Wirtschaft

Die SNB stemmt sich gegen einen Höhenflug des Frankens, weil das Schweizer Waren im Ausland verteuert und weniger konkurrenzfähig macht. Um den Franken zu schwächen, intervenierte die SNB in den letzten Monaten am Devisenmarkt und hat die Zinsen auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Vor der Wahl hat sie Milliarden für Fremdwährungskäufe ausgegeben.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von John Johnson  (Kelten)
    Ich sehe keine deutliche Schwächung des Franken. Hingegen sehe ich deutliche Erhöhung der Aktien: Der französische CAC-Index über 4%; der deutsche DAX-Index über 3%; etc.
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Die Änderung ist minim. Bleibt nur zu hoffen, der Effekt wird stärker, wenn Macron ganz gewonnen hat.
    1. Antwort von M. Jaeger  (jegerlein)
      Sogar sehr minim. So etwa im Bereich der täglichen Schwankungen. Die Ähnlichkeit mit letztem Dezember kann ich nirgends erkennen.
    2. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      bestimmt, dann geht der Euro durch die Decke.
    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      Ist ja schon gut, wenn Macron gewinnt. Doch auch er muss zuerst den maroden Staat aufmöbeln und genau das haben schon seine Vorgänger vergeblich versucht. Mehr Lohn, weniger arbeiten, zwangsgesicherte Arbeitsplätze.... wie will man denn so auf einen grünen Zweig kommen? Es braucht echt schmerzhafte Schritte und das wird auch Macron nicht durchbringen. Die Europäische Lösung für Wirtschaftskrisen war stets der Krieg und bevor dieser nicht vollzogen ist, wird es nicht aufwärtsgehen mit Europa.
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Diese vermeintliche Eurostärke dürfte in wenigen Tagen... maximal Wochen wieder verflogen sein..... da rein spekulativ.
    1. Antwort von Lucas Kunz  (L'art pour l'art)
      "... rein spekulativ." ? So verhält sich's doch beim Fragen ebenso - auf den wird gewettet ... und die SNB darf ihn dann mit Eurozukäufen auf erträglichem Niveau halten. Und bei diesen Wetten spielen die großen Schweizer Banken ein ganz übles Spiel!
    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @Kunz: Der Franken ist nicht so überbewertet, wie man es gerne darstellt, schon gar nicht durch "Wetten". Der Euroraum ist alles andere als stabil, auch Deutschland, dessen selbst herbeigeredeter Wirtschaftserfolg massgeblich auf (eigentlich illegalen!) Subventionen beruht. De facto hat der Euro noch etwa den Wert einer DM (man vergleiche z.B. den Kaufpreis eines VW Golf anno 2001 und heute), die DM hatte zuletzt einen Wert von 0.8 zum CHF und das ist etwa das, wo der Euro so hingehört.