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Wirtschaft Frankenstärke und Negativzinsen führen zu Reklamationen

Der Euro-Mindestkurs hat letztes Jahr auch den Ombudsmann der Schweizer Banken beschäftigt. Zahlreiche Reklamationen bezogen sich auf den verrechneten Wechselkurs etwa bei Kreditkartenzahlungen.

Ombudsmann Marco Franchetti gestikuliert an einem Tisch sitzend
Legende: Musste letztes Jahr mehr vermitteln: Banken-Ombudsmann Marco Franchetti. Keystone

Im letzten Jahr sind etwas mehr unzufriedene Bankkunden mit Beschwerden an den Ombudsmann der Schweizer Banken gelangt als im Vorjahr.

Die Zahl der behandelten Fälle stieg um fünf Prozent (880 schriftliche Fälle, 1182 mündliche Anfragen). In fast 90 Prozent aller Fälle blieb der Streitwert unter 100'000 Franken, wie Banken-Ombudsmann Marco Franchetti mitteilt.

Mit Devisengeschäften Geld verloren

Zahlreiche Kundenbeschwerden hingen mit dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zusammen, den Euro-Mindestkurs aufzuheben.

Das hatte Auswirkungen auf offene Transaktionen im Devisenhandel und auf verschiedene Bankprodukte. Auch die Abrechnung von Kreditkartentransaktionen in verschiedenen Fremdwährungen und die dafür angewandten Wechselkurse gaben zu Beschwerden Anlass.

Einige Kunden hätten bei Devisengeschäften viel Geld verloren. «Viele gehen davon aus, es gebe so etwas wie einen offiziellen Wechselkurs, an den sich die Banken halten müssen», schreibt Ombudsmann Franchetti. Dem sei jedoch nicht so.

Zinsgutschriften für Kredite bei Negativzinsen?

Verbunden mit der Aufhebung des Mindestkurses war auch der Entscheid der SNB zur Einführung eines negativen Einlagesatzes für Banken. In diesem Zusammenhang musste der Ombudsmann etwa die Frage beantworten, ob Banken diese Negativsätze für Kredite zu berücksichtigen habe und ob sich im Extremfall für den Kunden sogar Zinsgutschriften statt Zinsbelastungen ergaben.

Dabei konnten nach Ansicht des Ombudsmanns beide Parteien gute Gründe für ihre Ansichten vorbringen. In einigen Fällen habe er keine einvernehmliche Lösung gefunden. Diese Kunden verwies er auf den Rechtsweg.

Weniger Schweizer Banken

Gemäss der Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gab es 2015 noch 266 Institute (Vorjahr: 275). Vor zwanzig Jahren reichten noch über 400 Banken der SNB ihre Jahresrechnung ein. Von den 266 verbliebenen Banken erzielte im vergangenen Jahr die überwiegende Mehrheit einen Gewinn. Lediglich 38 Banken schrieben Verluste.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von D.E.K. Steiner (D.E.K. Steiner)
    Wann begreifen die Leute endlich: Nicht der Franken ist zu stark, sondern der EURO wird immer schwächer, weil das internationale Vertrauen in diese Währung immer mehr schwindet. Und zwar vor allem wegen der wilden „Notenpresse“-(Überschuldungs-)Strategie der Europäischen Zentralbank. Entsprechend kann die kleine Schweiz auch wenig dagegen tun. Und es wird auf die Dauer auch nichts nützen, wenn die CH-Nationalbank (SNB) weiterhin Hunderte von Milliarden für Euro-„Stützungs“käufe verlocht.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Mit Devisengeschäften Geld verloren? Also erst mit dem anfänglich durch das Volksvermögen gestützten Welchselkurs spekulieren und sich jetzt beschweren? Echt jetzt...?
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