Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Gerüchte bestätigt Deutsche Bank und Commerzbank sprechen über Fusion

  • Deutsche Bank und Commerzbank haben Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss aufgenommen.
  • Der Vorstand habe «beschlossen, strategische Optionen zu prüfen», hiess es von der Deutschen Bank.
  • Bei der Commerzbank war von «ergebnisoffenen Gesprächen über einen eventuellen Zusammenschluss» die Rede.
Video
Aus dem Archiv: Grosser Umbau bei der Deutschen Bank
Aus Tagesschau vom 29.10.2015.
abspielen

Die Deutsche Bank will sich für die Entscheidung über eine mögliche Fusion mit der Commerzbank genügend Zeit nehmen. «Uns geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit», sagte Deutsche-Bank-Kommunikationschef Jörg Eigendorf.

Einen Zusammenschluss werde es nur geben, wenn er «wirtschaftlich sinnvoll» sei. «Dafür braucht es einen guten Plan, allem voran einen guten Integrationsplan.» Bis dahin werde es aber «eine Weile brauchen».

Zwei Institute in der Krise

Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, an frühere Milliardengewinne anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge gerade so die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Skandale und Prozesse verschlangen über Jahre Milliarden. Der Aktienkurs ist im Keller.

Die Commerzbank stieg im Herbst in die zweite Börsenliga ab und ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Bei der jüngsten Bilanzvorlage musste der Vorstand einräumen, dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer teilverstaatlichte Institut bei der Senkung seiner Kosten noch nicht am Ziel ist.

Zweitgrösstes Geldhaus im Euroraum

Durch eine Fusion der beiden Banken würde «kein internationaler Champion entstehen», meint Klaus Nieding, Vizepräsident der Aktionärsvereinigung DSW. «Beide Banken zusammen wären auch nach einer Fusion nicht in der Weltspitze angekommen.»

Dort dominieren chinesische Institute. Auch die Konkurrenz aus den USA verdient längst wieder Milliarden. Gemessen am Börsenwert sind Deutsche Bank (16 Mrd. Euro) und Commerzbank (9 Mrd. Euro) vergleichsweise klein.

Betrachte man die aktuellen Bilanzsummen, entstünde im Falle eines Zusammenschlusses zumindest das zweitgrösste Geldhaus im Euroraum nach der französischen BNP Paribas.

Deutsche-Bank-Chef beruhigt Mitarbeiter

Grösster Vorteil für Deutsche Bank und Commerzbank: Sie könnten auf Dauer Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Dies allerdings wohl vor allem durch einen gewaltigen Stellenabbau. 30'000 der insgesamt 130'000 Stellen könnten wegfallen, befürchtet die Gewerkschaft Verdi.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter der Deutschen Bank beschwichtigte der erst seit Anfang April 2018 amtierende Konzernchef Christian Sewing Sorgen der Belegschaft: Zum jetzigen Zeitpunkt stehe «keineswegs fest, ob es überhaupt zu einer Transaktion kommen wird».

Umsetzung der Megafusion bräuchte Jahre

Das Bundesfinanzministerium dürfte gleichwohl mit Wohlwollen registrieren, dass sich die beiden Banken aufeinander zu bewegen. Schon lange gibt es in Berlin den Wunsch nach einem «nationalen Champion» – einer starken heimischen Bank, die auch international wettbewerbsfähig ist.

Mit einer schnellen Fusion ist aber nicht zu rechnen. Und sollte es tatsächlich zu der Megafusion kommen, würde deren Umsetzung wohl Jahre brauchen. Leidvolle Erfahrung mit solchen Grossprojekten haben beide Institute gemacht.

Die Dresdner-Bank-Übernahme mitten in der Finanzkrise 2008 brachte die Commerzbank an den Rand des Abgrunds. Die Deutsche Bank hat die Integration der Postbank fast zehn Jahre nach der Übernahme des Bonner Instituts nicht bewältigt.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Als seinerzeit ein Herr Ackermann die Deutsche Bank führte , hat sie grosse Gewinne geschrieben . Aber in dieser Hochblüte des Neoliberallismus hatten alle Bankcasinos hohe Gewinne - in welche Taschen sind denn diese geflossen ? Nun beginnen die Zusammenschlüsse vor den Zusammenbrüchen - das riecht doch sehr extrem nach Untergang -tausende Leute werden entlassen und dem Steuerzahler über Sozialabgaben aufgebürdet . Das soll eine gesunde EU ergeben ? Leute werdet wach -die warten auf CH-Gelder.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Fritz Frei  (Fritz Frei)
    Ich entnehme dem Bericht, dass die Deutsche Bank noch nicht einmal die Integration der Postbank geschafft hat, nach 10 Jahren, und noch kaum lebensfähig ist (kein Gewinn). Die Commerzbank ist noch schlimmer dran. Beide haben bewiesen, dass sie Übernahmen nicht verdauen können. Woher soll jetzt auf einmal die Kompetenz kommen, aus beiden Kulturen das Beste herauszufiltern und neu zu kombinieren? Alle Chefposten dem Grossen und die Besten aus den Mitarbeitern behalten hat noch nie funktioniert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Udo Gerschler  (UG)
    Wieder Dilettanten mit des Staates Hilfe auf kosten der Steuerzahler und Sparer am Werk.Das hat nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun sondern mit Vetternwirtschaft zwischen Lobbyisten und Politiker.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen