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Gewichtszunahme in der Pandemie
Aus Tagesschau vom 29.08.2021.
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Gewichtszunahme wegen Pandemie Die Schweiz hat 3 Kilo mehr auf den Rippen

Das Essverhalten hat sich in der Pandemie verändert. Das bleibt nicht ohne Folgen: Am deutlichsten war die Gewichtszunahme bei den 45- bis 64-Jährigen.

Mit Corona kam das Homeoffice. Zeitweise arbeitete etwa die Hälfte der arbeitstätigen Bevölkerung von zu Hause aus. Damit änderte sich vieles – vor allem auch der Bewegungsradius und das Essverhalten. Der gut gefüllte Kühlschrank ist mit wenigen Schritten erreicht. Der Griff zu Chips und Nüssli schneller erfolgt als beim Arbeiten im Betrieb.

Die Folge: Die Schweizer Bevölkerung hat zugenommen. Und zwar nicht zu knapp, wie eine neue Studie der Universität St. Gallen zeigt, in die SRF exklusiv Einblick erhielt. Im Schnitt nahm das Körpergewicht im Vergleich mit dem Jahr 2019 um 3.3 Kilogramm zu. Mit Abstand am heftigsten ist die Gewichtszunahme in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen. Diese Bevölkerungsgruppe bringt heute 6.7 Kilogramm mehr auf die Waage als vor zwei Jahren.

Zusätzliche Pfunde wie noch nie

«Wenn man die Ergebnisse mit den vorangegangenen vergleicht, dann ist dieses Mal die Gewichtszunahme extrem hoch», resümiert HSG-Professor Thomas Rudolph, der die Studie verantwortet. Die Zunahme zwischen 2014 und 2019 habe im Durchschnitt der Bevölkerung lediglich bei 100 Gramm gelegen.

Die Studie des Forschungszentrums für Handelsmanagement wird in regelmässigen Abständen durchgeführt. Noch nie war die Gewichtsveränderung gemäss Aussage der Teilnehmer so markant wie in der aktuellen, sechsten Auflage.

Bei der Analyse der Gründe für die zunehmenden Pfunde kommen neben den bereits erwähnten Faktoren Homeoffice und verändertes Essverhalten noch weitere dazu. So gab rund ein Viertel der Befragten an, ihnen fehle das Geld für eine gesündere Ernährung. Bei der letztmaligen Durchführung 2019 machten mit 16 Prozent deutlich weniger diese Aussage.

Unzufriedener mit der eigenen Figur

Das «Hüftgold» schlägt sich auch in der Zufriedenheit mit der eigenen Silhouette nieder. Sie hat 2021 gegenüber 2019 deutlich abgenommen von 66 auf 47 Prozent. Und während 2019 jede fünfte Person nicht zufrieden war mit der eigenen Figur, ist es 2021 jede dritte.

Es mag eine direkte Folge sein, dass sich gleichzeitig immer mehr Leute einer speziellen Diät zuwenden, um die Körperfülle zu kontrollieren. Im Jahr 2021 folgten 57 Prozent der befragten Personen einer speziellen Ernährungsweise. Bei der letztmaligen Durchführung 2019 lag der Anteil erst bei einem Drittel.

Ob die Zunahme beim Gewicht sich nachhaltig festsetzt, wird bei einer späteren Durchführung dieser HSG-Studie spannend zu verfolgen sein. Nicht auszuschliessen, dass der Homeoffice-Mensch – sofern diese Arbeitsform in hohem Mass etabliert bleibt – sein Essverhalten und seine Bewegung den veränderten Umständen anpasst, um dem eigenen Spiegelbild wieder zufriedener gegenüberzutreten.

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75 Kommentare

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  • Kommentar von Martin H. Meier  (Mahame)
    Körpergewicht halten oder sogar reduzieren ist gar nicht so einfach. Stress, Zeitmangel, verarbeitete Lebensmittel sind nur einige Stichworte zum Thema.
    Hilfreich dabei ist: die Nahrungsaufnahme an den 24 Stundenrhythmus unseres Körpers anzupassen, Stichwort: innere Uhr, zirkadianer Rhythmus. Das ist gratis, erfordert keine speziellen Produkte und funktioniert. Man geht die Sache langsam an und erreicht so langfristigen Erfolg, fühlt sich bald besser und merkt, dass es der richtige Weg ist.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Wieder eine dieser 08/15-Studien - und einer der wichtigsten Faktoren bleibt gänzlich unerwähnt: Sportvereine und Fitnesscenter hatten sehr lange eingeschränkten Betrieb oder waren gänzlich dicht! Dafür bestätigt der Artikel einmal mehr meine grundsätzliche Studien und Statistikskepsis, welche laut neusten Studien statistisch bei 100% liegt....;-))
  • Kommentar von Karin Wappmann  (Karin Wappmann)
    Ich wundere mich sehr über Artikel/Studie. Fehlt doch wichtige Ursache für die aktuelle Gewichtszunahme.
    Wir erleben seit Jahrzehnten die erste Pandemie. Sowohl die vielen Kranken, Toten, Schicksale, wie auch Folgen der Massnahmen führten bei vielen zu Stress und (z.B. Zukunfts-)Angst. Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel kann zu Schlafstörungen, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Stress, Schlafqualität und Übergewicht stehen in Verbindung.