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Generationenwechsel an der Glencore-Spitze
Aus Echo der Zeit vom 05.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
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Gutes Halbjahresergebnis Glencore: Der neue Chef und der lange Schatten seines Vorgängers

Seit Anfang Juli ist Gary Nagle Chef von Glencore mit Sitz in Baar (ZG). Er trat in grosse Fussstapfen, hat sein Vorgänger Ivan Glasenberg doch den Rohstoffkonzern fast 20 Jahre lang geprägt, geformt und gross gemacht. Nagle kann anlässlich seines ersten Auftritts vor den Medien ein gutes Halbjahresergebnis präsentieren: Die Milliardenverluste des Vorjahres sind ausgestanden, Glencore schreibt wieder schwarze Zahlen. Dies dank der Konjunktur, die weltweit angezogen hat und die Nachfrage nach Rohstoffen steigen liess – und mit der Nachfrage stiegen auch die Preise. Beides ist gut fürs Geschäft.

Nichts «reparieren», aber «sanieren» sehr wohl

Gary Nagle erklärte an einer Telefonkonferenz, dass keine grossen Veränderungen anstünden: «Ich muss nichts reparieren, was nicht kaputt ist.» Das ist aber wohl nur die Hälfte der Wahrheit. Ein Gerichtsfall in New York rund um einen ehemaligen Glencore-Manager wegen Korruption kratzt am Image des Konzerns.

Der 46-jährige Südafrikaner muss den jüngst überarbeiteten Verhaltenskodex nun mit Nachdruck intern durchsetzen. Auch muss er einen Weg aus dem Kohlegeschäft finden: Das ist zwar derzeit noch sehr lukrativ, torpediert aber das Erreichen der gesteckten CO2-Ziele. Nagle soll Glencore als Produzent der wichtigen Rohstoffe für moderne Technologien positionieren.

Transparenz und Imageverbesserung als nächste Ziele

Gary Nagle wird wegen seiner Herkunft und Ausbildung gern als «Mini-Ivan» bezeichnet – in Anspielung an seinen dominanten Vorgänger Ivan Glasenberg. Damit wird man dem Neuen aber wohl kaum gerecht: Gary Nagle wird wohl schon rasch seinen eigenen Weg finden wollen und sich von seinem dominanten Vorgänger lösen.

So scheint er sich bewusst zu sein, dass er für mehr Transparenz sorgen muss, auch gegenüber der Öffentlichkeit. Sein Vorgänger tat sich noch schwer damit. Doch die Zeiten des verschwiegenen Rohstoffkonzerns im Zugerischen Baar, der sich kaum je in die Karten schauen lässt, sind passé. Einerseits ist Glencore wegen des Börsengangs zu mehr Transparenz verpflichtet. Gleichzeitig ist in den letzten Jahren der öffentliche Druck von Gesellschaft, Politik und Investoren auf Rohstoffkonzerne wie Glencore grundsätzlich gestiegen, über ihr Tun Rechenschaft abzulegen.

Die neue Generation von Managern, die das Ruder an der Glencore-Spitze übernommen hat, wird nun mit Hochdruck daran arbeiten, das Image des Konzerns zu verbessern – einerseits um die Investoren bei Stange zu halten, andererseits um qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen.

Dario Pelosi

Dario Pelosi

Wirtschaftsredaktor

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Dario Pelosi hat Geografie und Medienwissenschaften studiert. Seit 2003 arbeitet er bei Radio SRF, seit Sommer 2017 als Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Rohstoffhandel, Transport, Werkplatz Schweiz und Energie.

SRF 4 News, 05.08.2021, 09:30 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Yvonne Abt  (YvonnedieDreizehnte)
    Es beweist einmal mehr welch hervorragender Rohstoffkonzen Clencore ist.
    Positiv ist, dass das millionenschwere Aktienrückkaufprogramm über 650 Mio. US-Dollar noch dieses Jahr abgeschlossen wird.
    Ausserdem wurde mit der Bekanntgabe einer Sonderdividende klar gemacht, dass zukünftig wieder vermehrt die Aktionäre am Erfolg teilhaben sollen.
    Zu den anderen grossen Rohstoffkonzernen wie Rio Tinto und Vale ist es noch ein steiniger Weg, aber die Richtung stimmt.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Ich denke es gibt vieles zu reparieren. In erster Linie Arbeits-/Umweltbegingungen in den Rohstoffländern. Faire Abgaben an die jeweiligen Staaten, Steuern bezahlen wo sie effektiv anfallen. Einzelne Vorzeigeprojekte reichen nicht, es sollte jedes nach strengen Kriterien beurteilt werden. Das Zauberwort Transparenz wäre nach 20 Jahren Ivan Glasenberg wirklich bitter nötig. Ich hoffe die neue Führung kann den Ruf der Glencore verbessern, damit sich niemand mehr schämen muss dort zu arbeiten.