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Europas Angst vor den chinesischen Investoren
Aus Rendez-vous vom 14.07.2017.
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Chinesen auf Einkaufstour Höhere Hürden in der Schweiz umstritten

  • Deutschland reagiert auf verschiedene Übernahmen von deutschen Firmen durch chinesische Investoren und will diese nun genauer prüfen.
  • Die Angst, dass wichtige Unternehmen in chinesische Hände fallen, geht auch in der Schweiz um. Ob der Bund aktiv werden soll, ist aber umstritten.

Neu kann die deutsche Regierung Übernahmen prüfen, wenn Investoren von ausserhalb Europas mehr als 25 Prozent eines deutschen Unternehmens kaufen wollen. Wenn die öffentliche Ordnung oder die Sicherheit damit gefährdet wären, kann die Regierung eine Übernahme auch verbieten.

Insbesondere Unternehmen im Bereich Energie, Verkehrs, Wasser und Gesundheitsversorgung sollen geschützt werden, und auch solche, die wichtige Software für diese Bereiche entwickeln. Ohne das Land beim Namen zu nennen, richtet sich die deutsche Regierung damit gegen China, das eine immer wichtigere Rolle in deutschen Unternehmen spielt.

Schindler-Direktor fordert gleich lange Spiesse

Auch in der Schweiz haben chinesische Investoren in letzter Zeit eingekauft. Der prominenteste Fall ist die Übernahme von Syngenta durch ChemChina. Und wie in Deutschland ruft dies auch hierzulande Kritiker auf den Plan.

Kurt Haerri
Legende: Kurt Haerri von Schindler würde gerne auf die regulierende Bremse treten. Keystone

Einer davon ist Kurt Haerri, Direktor beim Aufzugbauer Schindler und Vorstandsmitglied der Handelskammer Schweiz-China. Er hat Verständnis für die deutschen Massnahmen: «Wir sind für offene und freie Märkte. Aber gerade im Zusammenhang mit China ist es wichtig, dass Europa insbesondere dort, wo es in China für unsere Unternehmen Einschränkungen gibt, auch gewisse Regulierungen einführt, so dass man gleich lange Spiesse hat.»

Haerri fordert den Bund auf, ähnlich wie Deutschland Übernahmen durch ausländische Investoren genau anzuschauen. Im Bereich von Übernahmen, finanziert durch staatliche Stellen, brauche es neue Ansätze, neue Regulierungen. Etwa dass man prüfe, ob eine Übernahme zum Beispiel zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führen könnte, so Haerri.

Economiesuisse will Hemmnisse senken

Insbesondere gehe es nicht an, dass Schweizer Unternehmen sich nur bis zu 50 Prozent an chinesischen Unternehmen beteiligen dürfen, umgekehrt aber chinesische Unternehmen in der Schweiz nicht eingeschränkt seien.

Jan Atteslander, Leiter Aussenwirtschaft beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, sieht das ganz anders: «Jetzt bei uns die Barrieren zu erhöhen, wäre das falsche Signal gegenüber China.» Vielmehr müsste man sagen: «Wenn ihr weiterhin in der Schweiz investieren wollt, bitte überlegt euch doch, auch bei euch etwas offener zu werden.» Die Schweiz sei angewiesen auf Investitionen aus dem Ausland, ergänzt er. Sie müsse den Ruf als offenes Land behalten.

Bund: Entscheidend ist der Standort Schweiz

Keinen Handlungsbedarf sieht Christian Etter, Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge. Kritische Infrastrukturen, wichtige Unternehmen wie zum Beispiel die SBB seien in der Schweiz bereits im Besitz von öffentlichen Körperschaften. Er relativiert deshalb die Angst vor ausländischen Übernahmen.

Christian Etter
Legende: Handelsdelegierter Christian Etter: «Wichtig ist, wo produziert wird.» SRF

«Ein gewisser Patriotismus hat sicher auch in der Wirtschaft Platz», findet er. «Allerdings: Ob eine Firma in Schweizer oder ausländischem Besitz ist, entscheidet letztlich nicht darüber, wo produziert wird. Entscheidend ist die Attraktivität des Standorts Schweiz. Es geht darum, diese hochzuhalten.»

Dann würden Schweizer und auch ausländische Unternehmen auch künftig in der Schweiz in wichtige Unternehmen investieren – und vor allem in Arbeitsplätze.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Mit "diesem" skrupellosen, chinesischen Gewalt-Regime, wirtschaftliche "Geschäfte" machen? Ein Hohn gegen die Menschen, die Humanität!! "Schweizer Wirtschafts-Politik", egoistische Profitgier um jeden Preis!!
  • Kommentar von Urs Graf  (U.G)
    alle Maßnahmen die die CH beschützen haben einen schweren Stand bei einem Grossteil der Politiker und BR, egal um was es geht. Der Ausverkauf der Heimat ist schon seit langem im Gange..
  • Kommentar von Walter Schwarb  (Schwarb Walter)
    Wird langsam Zeit, würde der Schweiz auch gut tun, jedem, der seine Fa. an die Chinesen verschachern will, mit Verstaatlichung drohen, das ist die einzige Lösung.
    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Verstaatlichung vielleicht nicht gerade (das würde bloss als Entsorgungsmöglichkeit genutzt), aber Besteuerung mit bis zu 50% des Verkaufspreises. Wie dem auch sei: die Tatsache, dass die Sache in der Schweiz umstritten sei, zeigt einmal mehr, in wessen Wohl unsere Wirtschafts- und Staatshüter operieren. Ganz sicher nicht zum Wohle des Volkes.
    2. Antwort von Verena Casagrande  (Verena Casagrande)
      Irgendwann werden wir evt. von den Chinesen regiert!!!