Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Schwarze Listen in der Telekombranche abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
02:53 min, aus Echo der Zeit vom 17.05.2019.
Inhalt

Huawei auf Schwarzer Liste Sperre in den USA stört Schweizer Telekom nicht

Die Schweizer Telekom-Firmen machen sich wenig Sorgen wegen des neuerlichen Drucks auf Huawei durch die USA. Und das wird sich vorläufig auch nicht ändern. Der chinesische Technologiekonzern Huawei, mit dem Swisscom im Bereich Glasfaser und Sunrise beim Mobilfunk zusammenarbeiten, garantiert nach eigenen Angaben sämtliche Lieferungen. Huawei hatte mit dem Vorgehen der USA gerechnet und seine Lager gefüllt.

Tochterunternehmen produziert eigene Chips

Die Anordnung des US-Präsidenten Donald Trump, wonach US-Firmen mit chinesischen Telekomausrüstern keine Geschäfte mehr tätigen können, wird Huawei auch auf längere Frist kaum treffen. Denn HiSilicon, das Tochterunternehmen, das die Computerchips für Huawei-Geräte entwirft, meldet, dass man die Produktion eigener Chips im Notfall ankurbeln könne.

China ist der weltgrösste Silizium-Produzent, dem Grundstoff der Chips. Das Land hat in den letzten Jahren immens viel Geld in die Produktion eigener Halbleiterplatten und Chips investiert. Huawei selbst baut auch ausserhalb Chinas neue Produktionszentren auf – zum Beispiel in Indien oder Japan.

US-Produkte durch eigene zu ersetzen, war zwar ausdrücklich nur der Plan B, weil die Firma laut eigenen Aussagen viel Vertrauen in ihre traditionellen westlichen Lieferanten setzt. Doch Huawei braucht diese immer weniger.

Huawei verliert Zugriff auf US-Hochschulen

Huawei ärgert derzeit deshalb wohl am meisten, dass man den Zugriff auf innovative Startups sowie auf Universitäten in den USA verlieren könnte.

Doch auch hier sucht die Firma seit längerem andere Optionen. Sie baut nicht nur in China, sondern auch in Europa, Indien sowie mehreren ostasiatischen Ländern Forschungszentren auf und sucht die Nähe zu dortigen Hochschulen.

Schweiz lässt sich von USA nicht drängen

Das Blatt würde sich wenden, wenn Huawei auf Druck der USA in allen europäischen Ländern sowie in Asien aus dem Markt gedrängt würde. Zwar haben einzelne Länder dies bereits getan – doch noch sind es wenige.

Aber selbst dann ist nicht sicher, dass sich der Bundesrat dem Druck beugt und Swisscom und Sunrise Geschäfte mit Huawei verbietet. Es ist ohnehin offen, ob die neuesten Anordnungen aus dem Weissen Haus in naher Zukunft überhaupt umgesetzt werden. Sollte sich beim G20-Gipfel Ende Juni eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China abzeichnen, könnte auch die Kritik an Huawei plötzlich wieder leiser werden.

Philip Meyer

Philip Meyer

Wirtschaftsredaktor, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Philip Meyer berichtet als Wirtschaftsredaktor seit fünf Jahren für Radio SRF über IT- und Telekomunternehmen sowie alte und neue Medien. Er ist zudem Chef vom Dienst im Newsroom von Radio SRF.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.