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Legende: Audio Cloud-Boom in der Schweiz abspielen. Laufzeit 04:05 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 12.03.2019.
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Immer mehr Cloud-Anbieter Das Geschäft mit der Datenwolke boomt

Jetzt hat auch Google eine Schweizer Cloud eröffnet – schliesslich will die halbe Welt ihre Daten in der Schweiz speichern.

Nahezu 1000 Unternehmerinnen, Digitalverantwortliche und Datenspezialisten von Schweizer Firmen sind der Einladung des US-Technologiekonzerns Google nach Zürich gefolgt. Sie alle interessieren sich für die Google Cloud.

Auch Google interessiere sich stark für die Schweizer Unternehmen, sagt Christian Sciullo, Länderverantwortlicher für die neu lancierte Schweizer Cloud. «Die Schweiz ist ein sehr attraktiver Markt.» Sehr viele Unternehmen würden hierzulande von der Technologie leben. «Ihnen wollen wir unsere Cloud-Lösungen anbieten.»

Alle wollen für die Banken arbeiten

Die Finanzmarktindustrie steht dabei im Zentrum der Absichten von Google. Bereits habe man viele Gespräche mit Interessenten geführt, so Sciullo. Banken und Versicherungen sollen also auf den Google Servern ihre Daten speichern und mit der Software des US-Multis die Daten verarbeiten, so die Vision.

Allerdings ist der Suchmaschinenkonzern nicht alleine. Immer mehr Anbieter von Cloud-Lösungen buhlen um die Schweizer Banken und Versicherungen. So etwa auch die US-Techgiganten IBM und Microsoft. Sie errichten ebenfalls Datenzentren in der Schweiz. Microsoft hat zudem vor wenigen Wochen beim Paradeplatz in Zürich – im Herzen des Bankenviertels – ein Büro bezogen.

Interessant auch für ausländische Firmen

«Der Finanzbereich hat ganz klar eine Art Leuchtturm-Funktion», sagt Marc Holitscher, Verantwortlicher für die Schweizer Cloud bei Microsoft. Denn hier seien die Kriterien besonders streng für die Datenaufbewahrung, schliesslich seien die Daten der Kunden das wichtigste Gut der Banken.

Symbolbild: Computerserver in blauem licht in einer Reihe.
Legende: Google-Datenzentrum in Atlanta/USA. Auch in der Schweiz entstehen ähnliche Serverfarmen. Keystone Archiv

Hinzu kommt, dass die Schweizer Datenzentren über die Landesgrenzen hinaus attraktiv sind. Es gebe ein sehr grosses Interesse von ausländischen Kunden aus dem Finanzbereich, ihre Daten in der Schweiz in Sicherheit zu wissen, so Holitscher.

Ausländische Techgiganten wie IBM, Google und Microsoft verleihen sich mit den hiesigen Datenzentren also eine gewisse Swissness und wollen diese zu Geld machen.

Schweizer Firmen wollen auch ein Stück vom Kuchen

Daneben gibt es auch Cloud-Lösungen von Schweizer Firmen. So will die SIX, welche den Zahlungsverkehr hierzulande gewährleistet und die Schweizer Börse betreibt, ebenfalls erste Adresse für Cloud-Lösungen für die hiesigen Banken sein. Die SIX sieht sich gegenüber den amerikanischen Techgiganten durchaus im Vorteil.

SIX gehöre den Banken und diese seien auch die grössten Kunden von SIX, sagt Mediensprecher Jürg Schneider. Deshalb könne man den Banken eine Cloud anbieten, «die sicher ist, allen regulatorischen Vorgaben entspricht und aus der Schweiz heraus gemanagt wird». Zudem wolle man individuelle Lösungen und nicht Massenprodukte anbieten.

Die SIX sieht dem Streben der Techgiganten also gelassen entgegen. Vielleicht zu gelassen. Denn auch die US-Konzerne haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie richten ihre Cloud-Angebote am hiesigen Markt aus, sprechen sich mit dem Regulator ab, haben auch technologisch einen Vorsprung.

So hat Google Hunderte Millionen Franken für die Schweizer Cloud ausgegeben und steckt auch viel Man-Power in das Projekt. Noch immer suche man «ein paar Dutzend» Mitarbeiter, allein für die Cloud-Dienste, sagt der Google-Verantwortliche Sciullo. Es ist dies eine Kampfansage an die Konkurrenz aus der amerikanischen Heimat von Google, aber auch an die lokalen Anbieter in der Schweiz.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefano Albero  (Albero)
    Zitat . . . Die Finanzmarktindustrie steht dabei im Zentrum der Absichten von Google. . .
    Die Google-Cloud passt sehr gut zum windigen Finanzgeschäft ohne Bodenhaftung.
    Zur Erinnerung die Definition für Industrie : Sie befasst sich als Teil der Wirtschaft mit der gewerblichen Gewinnung, Bearbeitung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen.
    Wer möchte uns mit Newspeak (Georg Orwell) glauben machen die Finanz-Industrie sei etwas Reales, ein innovativer Betrieb welcher echte Güter produziert?
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Wieviel Energie brauchen all diese Hardwares, um die 'Wolken' zu speichern? Wie sieht es da mit einem lowtech Approach aus? Da wird ja wohl nach wie vor geklotzt, beschleunigt, Daten gespeichert, die genauso schrottig sind wie vieles andere was diese gleiche Konsum- und Kapitalgesellschaft zur Zeit so wichtigtuerisch hervorbringt...
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    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Nur ruhig Blut: Dafür zahlen Sie ja immer mehr CO2-Abgaben, weil unser Land "leider" die Vorgaben nie einhalten kann. Alles gut. Sie machen das ja gerne. Oder? Und da und dort kann man mit Zertifikätli dealen, dabe eine ganz neue Industrie befeuern und den Leuten was vorgaukeln. Super. Also: eins, zwei, Wachstum! (Sch**** auf echten Umweltschutz, es lebe der Kommerz)
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Wenn diese Daten hier so sicher sind,könnte in einigen Jahren das gleiche passieren,wie mit dem Bankgeheimnis.Wenn Staaten diese Daten wollen und nicht freiwillig kriegen,z.B.um die Bürger enger überwachen zu können,werden sie jegliches Geschütz gegen die Schweiz auffahren.Je nach politischer Lage wird dann entweder die
    Linke oder die Bürgerlichen einknicken.Fremde Schätze zu hüten,kann gefährlich sein.
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