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Informelle Referenzen Arbeitgeber verstossen häufig gegen Datenschutzgesetz

Erkundigungen hinter dem Rücken eines Bewerbers sind nicht erlaubt. Trotzdem machen es viele.

Legende: Audio Arbeitgeber nutzen oft soziale Netzwerke für Auskünfte abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
01:42 min, aus HeuteMorgen vom 29.08.2018.

Die Beratungsfirma Von Rundstedt hat zusammen mit dem Magazin HR Today über 500 Schweizer Personalverantwortliche befragt. 60 Prozent der Befragten geben an, auch informell persönliche Informationen über Bewerber und Bewerberinnen einzuholen.

Informelle Referenzen sind ehrlich

Von-Rundstedt-CEO Pascal Scheiwiller ist verantwortlich für die breit angelegte Umfrage. Er erklärt die Motivation der Firmen für das Vorgehen so: «Es ist natürlich naheliegend. Erstens bekomme ich durch eine informelle Referenz eine ehrliche Antwort und zweitens ist es durch die sozialen Netzwerke sehr einfach, herauszufinden, welche Kontakte ich kenne und angehen könnte.»

Wieso keine Blindbewerbungen verfassen?

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Wer einen Job sucht, sollte es auf jeden Fall mit Blindbewerbungen versuchen. Laut einer Studie zum Schweizerischen Arbeitsmarkt berücksichtigen 54 Prozent der befragten Arbeitgeber Blindbewerbungen in ihren Einstellungsverfahren. Im Gegensatz dazu haben Headhunter und Stellenvermittler einen schwierigeren Stand. Nur 30 Prozent bezeichneten diesen Kanal bei der Suche nach passenden Bewerbern als wichtig.

Scheiwiller sagt, persönliche Referenzen seien für Arbeitgeber bei der Rekrutierung immer schon wichtig gewesen. Aber: «Dass so viele auch auf die gesetzlich nicht zulässigen, informellen Referenzen zurückgreifen, das waren wir uns nicht bewusst.»

Verstösse gegen Datenschutzgesetz

Und wer als Arbeitgeber hinter dem Rücken der Bewerber Informationen über diese einholt, verstösst gegen das Datenschutzgesetz und macht sich strafbar. Ein potenzieller neuer Arbeitgeber darf nur mit Einwilligung eines Bewerbers oder einer Bewerberin Referenzauskünfte einholen.

Stellenangebot so hoch wie nie

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Das Stellenangebot in der Schweiz ist von Juli bis August stark angestiegen. Gemäss dem Michael-Page-Swiss-Jobindex ging die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in diesem Zeitraum um rekordhohe 3,8 Prozent nach oben.

Neun von zehn Stellenausschreibungen entfielen auf die Deutschschweiz. Besonders gefragt sind Spezialisten aus den Bereichen Vertrieb, Logistik und Transport, IT, Facility-Management und dem Baugewerbe.

Mit Blick auf die einzelnen Regionen verzeichnet die Ostschweiz das höchste Wachstum bei den ausgeschriebenen Stellen mit plus 8,5 Prozent.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Eigentlich eine blöde Frage, wer will das überprüfen, ich nehme an niemand, darum wird es auch gemacht ganz einfach.
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  • Kommentar von Matthias Zbären (Defender59)
    Ich finde das in Ordnung! Öffentlich zugängliche Information dürfen beigezogen werden. Jede Bank, Vertragspartner oder Firma wird gegooglet. Das ist Standard im Business. Wenn sie es anders wollen ist zu bedenken was man publik macht. Wer Dinge nicht publik will, soll dafür sorgen, dass privat, intim oder beschränkt zugänglich ist. Eigenverantwortung!
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    Eine Firma, die auf solchen Wegen jemand auslotet und vielleicht deshalb ablehnt, ist wohl besser nicht der neue Arbeitgeber für die Zukunft. Was mich dabei erschüttert, ist das HR-Verantwortliche meinen, dadurch zu objektiveren Informationen zu gelangen. Ist mir jemand wohlgesinnt, dann werd ich sicher über die Anfrage informiert, ist mir jemand nicht wohlgesinnt, dann werde ich ev. 'angeschwärzt', was soll da genau objektiv sein? HR ist ein Beruf, der sich so seinen eigenen Ruf bastelt.
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