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Fachkräftemangel in der Ostschweiz
Aus 10vor10 vom 27.11.2019.
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Ingenieure gesucht Die Ostschweiz lechzt nach Fachkräften

Über die letzten drei Jahre stieg der Fachkräftemangel-Index in der Schweiz um 22 Prozent. Besonders stark im Osten.

Der Fachkräftemangel treibt die Schweizer Wirtschaft schon einige Jahre um. Dringend gesucht sind Ingenieurinnen, Techniker, Ärztinnen oder Informatiker.

Karte der Schweiz mit den Prozentzahlen zum Fachkräftemangel.
Legende: Im Osten der Schweiz ist der Mangel an Fachkräften am höchsten. SRF

Eine neue Studie des Stellenvermittlers Adecco in Zusammenarbeit mit dem Stellenmarkt-Monitor des Soziologischen Instituts der Universität Zürich, deren Zahlen «10vor10» bereits vorliegen, zeigt: In einzelnen Regionen hat sich die Fachkräfte-Problematik weiter verschärft, ganz besonders in der Ostschweiz.

Die meistgesuchten Berufe in der Ostschweiz

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  1. Ingenieurberufe
  2. Techniker/-innen
  3. Humanmedizin und Pharma
  4. Berufe des Treuhandwesens
  5. Berufe der Informatik

Fachkräftemangel in technischen Berufen

In Arbon am Bodensee sucht die Otto Keller AG erfolglos nach Fachkräften. Denn ausgebildete Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechniker sind in der Ostschweiz Mangelware. Geschäftsleiter Dennis Reichardt berichtet: «Wir inserieren in der Zeitung, ohne dass wir Resonanz erfahren. Wir haben im Internet Stellen ausgeschrieben, auf der Homepage Stellen ausgeschrieben, auf der Strasse Stellen ausgeschrieben». Doch niemand melde sich auf die Anzeigen.

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Dennis Reichardt: «Wir inserieren, ohne Resonanz zu erfahren.»
Aus News-Clip vom 27.11.2019.
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Der Fachkräftemangel-Index misst seit 2016, wie viele offene Stellen pro Berufsgruppe ausgeschrieben sind und stellt sie den Stellensuchenden in diesen Berufen gegenüber. Gibt es mehr offene Stellen als Stellensuchende, deutet dies auf einen Fachkräftemangel hin. Anschliessend werden die unterschiedlichen Berufe gewichtet an ihrem Beschäftigungsanteil und ein regionaler Fachkräfte-Mangel-Index mit Basis im Jahre 2016 erstellt.

Gesamtschweizerisch ist dieser über die letzten dreiJahre um 22 Prozent gestiegen. Aber die regionalen Unterschiede sind gross. Am meisten verschäft hat sich das Fachkräfte-Problem in der Ostschweiz. Dort stieg der Index in drei Jahren um knapp 50 Prozent.

Viele Gründe dafür

Die Studienautorin, Adecco Schweiz, sieht zwei Hauptgründe. Geschäftsleiterin Nicole Burth: «Zum Ersten sind sehr viel mehr Stellen geschaffen worden, weil in der Ostschweiz die Konjunktur sehr positiv verlaufen ist in den letzten zwei Jahre.» Als weiterer Grund nennt Burth die vergleichsweise tiefere Arbeitslosigkeit in der Ostschweiz.

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Nicole Burth erklärt die Gründe des Ostschweizer Fachkräftemangels
Aus News-Clip vom 27.11.2019.
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Die Ostschweizer Wirtschaft boomt – auch in St. Gallen bei der Digitalagentur Namics sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Doch Informatik-Fachkräfte in die Ostschweiz zu locken, sei sehr schwierig, sagt Betriebsleiter Michael Pertek.

Weniger attraktiv

Denn man könne kaum mit den attraktiven Regionen wie Zürich konkurrieren. In der Ostschweiz, in der zwar zahlreiche Informatik-Firmen angesiedelt seien, würden die grossen Marken fehlen. Zudem könne man in St. Gallen auch in Bezug auf die Entlöhnung und «Internationalität» nicht mit anderen Regionen mithalten.

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Michael Pertek: «Mit Zürich, Bern und Basel zu konkurrieren, ist für St. Gallen nicht einfach.»
Aus News-Clip vom 27.11.2019.
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Was also tun, fragt man sich bei Namics. Leute aus anderen Regionen zu rekrutieren, sei zu schwierig. Stattdessen wolle man direkt von den Ostschweizer Hochschulen profitieren, viele Berufseinsteiger rekrutieren und diese selber ausbilden. «Und entwickeln die Leute dahin, dass sie Fachkräfte werden», so Pertek.

Trübe Aussichten

Auch die Gebäudetechniker in Arbon setzen auf die eigene Lehrlingsausbildung. Doch Dennis Reichhardt dämpft die Hoffnungen: «Die meisten Leute gehen in einen Beruf, bei dem sie keine dreckigen Finger bekommen. Und gegen das kämpfen wir an.»

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Roos  (Roos)
    Schlechter und nicht genügend differenzierter Beitrag mit vielen Fragezeichen. Die bisherigen Kommentare haben es eigentlich bereits auf den Punkt gebracht: Kein Wort über die Definition Fachkraft, Kein Wort über die Arbeitskonditionen (Lohn, Ferien, Arbeitsplatzinvestitionen ect.). Fazit: Es wurde nur die Seite der Areitsnachfrage beleuchtet. Journalistisch definitiv ungenügend damit der Leser/Zuschauer eine eigene unabhängige Meinung bilden kann. Schade!!! Das Thema wäre nämlich brisant.
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  • Kommentar von Joseph De Mol  (Molensepp)
    Jetzt hats doch immer geheissen, die ankommenden, motivierten Facharbeiter von überall her, seien wertvoller als Gold! Also wie denn jetzt? Folglich müssten wir ja von einen Facharbeiter-Überschuss sprechen.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer  (Ruedi Hammer)
    Per sofort sind bspw. in St. Gallen 1’136 und im Thurgau 1’116 Ingenieurberufe zu haben: Für jeden einsehbar auf https://www.job-room.ch/candidate-search. Also wo genau hat Adecco ein Problem?
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