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Instant-Messaging-Dienste Das sind die Alternativen zu WhatsApp

Wer WhatsApp weiterhin nutzen will, muss zustimmen, künftig noch mehr Daten mit der Mutterfirma Facebook zu teilen. Hier sind die Alternativen zum dominierenden Messaging-Dienst – mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Signal

Signal , Link öffnet in einem neuen Fensterwurde vom IT-Sicherheitsspezialisten Moxie Marlinspike entwickelt und gegründet. Auf dem von ihm mitentwickelten Protokoll basiert die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die auch von vielen anderen Messengerdiensten genutzt wird. Signal legt grossen Wert auf Datenschutz und wird gemäss eigenen Angaben einzig durch Stipendien und Spenden finanziert.

Verschlüsselung: Ende-zu Ende
Nutzer: unbekannt (mehr als zehn Millionen Downloads in Google Play)
Kosten: gratis
Firma und Sitz: Open Whisper Systems, Signal Foundation, USA
Open Source: Ja
Kontaktdaten und Metadaten: speichert nur wenige Metadaten
Registrierung: Telefonnummer notwendig

Kritik: Auch bei Signal braucht es eine Telefonnummer, um sich registrieren zu können, was von Nutzern, die grossen Wert auf Datenschutz legen, kritisiert wird.

Was heisst Ende-zu Ende-Verschlüsselung?

Ein von Ende-zu-Ende verschlüsselter Chat kann nur von den Teilnehmern dieses Chats gelesen werden. Die App-Betreiber können also nicht mitlesen und die Daten nutzen. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist auch unter dem Begriff Peer-to-Peer (P2P) bekannt.

Weniger sicher als P2P ist die Verschlüsselung beim Transport. Dabei werden Nachrichten zwar auf dem Weg zwischen den Geräten der Nutzer und den Servern des Dienstes verschlüsselt, können aber zum Beispiel auf den Servern unverschlüsselt gespeichert und von den Messengerdiensten genutzt werden.

Threema

Threema , Link öffnet in einem neuen Fensterist ein Schweizer Messaging-Dienst. Datenschutz – und möglichst Daten zu vermeiden – geniesst oberste Priorität. Im Unterschied zu den meisten anderen Diensten muss bei Threema etwa bei der Registrierung keine Telefonnummer oder andere persönlichen Daten angegeben werden. Gruppennachrichten werden an jeden Teilnehmer einzeln versandt, damit der Server die Gruppe nicht kennt. Und Kontakte werden zum fakultativen Abgleich anonymisiert an den Server übermittelt. Zudem werden regelmässig Sicherheitsaudits Dritter durchgeführt und veröffentlicht, so lassen sich die Angaben des Unternehmens überprüfen. Weiteres Alleinstellungsmerkmal: Die Nutzer zahlen für die App einmalig eine kleine Gebühr

Verschlüsselung: Ende-zu Ende
Nutzer: 8 Millionen (Januar 2021)
Kosten: 3 Franken
Firma: Threema GmbH, Schweiz
Open Source: Ja
Kontaktdaten und Metadaten: speichert nicht, wer mit wem kommuniziert
Registrierung: ohne Angabe von Telefonnummer und persönlichen Daten möglich

Kritik: Lange wurde kritisiert, dass der Quelltext des Dienstes nicht veröffentlicht wurde und sich damit die Angaben zur Datenhandhabung nicht überprüfen liessen. Seit Dezember 2020 ist der Code aber nun Open Source und für alle einsehbar.

Threema Logo
Legende: Keystone

Telegram

Die Messenger-App Telegram , Link öffnet in einem neuen Fensterwurde 2013 von den russischen Brüdern Nikolai und Pavel Durov entwickelt. Zuvor hatten sie bereits die russische Social-Media-Plattform VK gegründet. Im Unterschied zu WhatsApp ist der Dienst cloudbasiert, damit kann er ohne Weiteres von verschiedenen Geräten und ohne Mobiltelefon genutzt werden, die Daten sind aber deshalb nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Ausnahme sind sogenannte «secret» Chats, die dann aber auch nur von einem Gerät gesehen werden können.

Verschlüsselung: Client-to-Server, Ende-zu Ende in «secret» Chats
Nutzer: 500 Millionen
Kosten: gratis
Firma und Sitz: Telegram Messenger LLP, USA/UK
Open Source: ja
Kontaktdaten und Metadaten: werden gespeichert
Registrierung: Telefonnummer notwendig

Kritik: Kritisiert wird bei Telegram vor allem die intransparente Firmenstruktur. Die Firma sagt zwar, sie sei nicht profitorientiert, ist aber derzeit nicht wie eine Non-Profit-Organisation strukturiert. Telegram ist sowohl als britische wie auch amerikanische Firma registriert, es ist aber unklar, wo sich die Hauptbüros der Firma befinden.

WhatsApp – das Original

whatsapp.
Legende:Keystone

WhatsApp ist wohl die weltweit populärste Nachrichten-App. Sie wurde erstmals 2009 veröffentlicht, und hat massgeblich zur Ablösung der SMS beigetragen und den Messengerdiensten schliesslich zum Durchbruch verholfen. 2014 hat Facebook die Firma gekauft.

Verschlüsselung: Ende-zu Ende
Nutzer: mehr als 2 Milliarden
Kosten: gratis
Firma und Sitz: WhatsApp Inc., USA; Tochterfirma von Facebook Inc., USA. Für Europa: WhatsApp Ireland Limited, Irland
Open Source: Nein
Kontaktdaten und Metadaten: werden gespeichert
Registrierung: Telefonnummer notwendig

Kritik: Seit 2016 steht in den Nutzungsbedingungen, dass die Nutzerdaten wie Handynummer und Profilbild mit allen Diensten der Firma Facebook ausgetauscht werden dürfen. Nun müssen Nutzerinnen und Nutzer bis spätestens am 8. Februar neuen Nutzungsbedingungen zustimmen. In diesen erlaubt man WhatsApp, noch mehr Daten mit dem Mutterkonzern Facebook zu teilen, darunter etwa Metadaten wie der Status, Sendezeitpunkt einer Nachricht und wo sich der Nutzer aufhält. Welche Daten Facebook tatsächlich sammelt, ist unklar. Klar ist: Die Inhalte der Nachrichten sind verschlüsselt und werden nicht an Facebook weitergegeben. Trotzdem wird im Internet dazu aufgerufen, WhatsApp zu löschen und zu anderen Diensten zu wechseln.

Video
Aus dem Archiv: Oberster Lehrer: «Wir empfehlen Whatsapp nicht»
Aus SRF News vom 05.02.2019.
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SRF 4 News, 12.01.2021, 10:22 Uhr

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19 Kommentare

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