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Investitionen aus dem Ausland Standortmarketing ohne Kantönligeist

Legende: Audio Standortmarketing: Erfolgreich ohne Kantönligeist abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
01:50 min, aus HeuteMorgen vom 11.12.2018.
  • Wichtigste Aufgabe des Standortmarketings ist es, eine ausländische Firma überhaupt einmal vom Standort Schweiz zu überzeugen, meinen Experten.
  • Um diese Firmen buhlen hierzulande vier überregionale Standortmarketing-Organisationen und weitere Einzelkantone.
  • Jede Schweizer Wirtschaftsregion kann im späteren Verlauf des Entscheidungsprozesses ihre Vorzüge gegenüber ausländischen Investoren zur Geltung bringen.

Sie bringen Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Ansehen: ausländische Firmen, die ihren Sitz in die Schweiz verlegen. Um diese Firmen buhlen in der Schweiz vier überregionale Standortmarketing-Organisationen und weitere Einzelkantone mit Erfolg. Das zeigen die neusten Zahlen der Greater Zurich Area, die acht Kantone im Standortwettbewerb vertritt.

Vom Standort Schweiz überzeugen

Aber macht es in der relativ kleinen Schweiz überhaupt Sinn, dass sich mehrere Regionen um ausländische Firmen streiten?

Die wichtigste Aufgabe des Standortmarketings sei es, eine ausländische Firma überhaupt einmal vom Standort Schweiz zu überzeugen, sagt Balz Hösly von Greater Zurich Area. «Unsere grossen Konkurrenten sind andere europäische Standorte wie zum Beispiel Berlin, Paris, Lyon oder London.»

Jede Wirtschaftsregion mit eigenen Vorteilen

Erst in zweiter Linie gehe es dann um die Vorzüge einer bestimmten Region. Das bestätigt auch Daniel Wessner von St. Gallen Bodensee-Area: «Man verkauft ja letztlich den ausländischen Investoren die gleichen Standortvorteile und das auch durchaus in Konkurrenz.»

Und diese Konkurrenz sei wichtig, so Balz Hösly. So könne jede Region ihre jeweiligen Vorzüge am besten hervorheben. Die Grossregion Basel könne da zum Beispiel eher bei Pharmafirmen punkten und Zürich dafür bei Finanzdienstleistern. «Innerhalb von der Schweiz gibt es eben doch gewissse Unterschiede zwischen den grossen Metropolitan-Regionen», erklärt Hösly. «Je nach Branchenausrichtung des Unternehmens ist der eine Wirtschaftsraum sehr viel besser für ein Unternehmen geeignet als ein anderer.»

Über Kantonsgrenzen hinaus denken

Der Wettbewerb zwischen den Schweizer Regionen ist also durchaus gewünscht. Es sei aber kein Unglück, wenn man mal leer ausgehe, sagt Daniel Wessner von St. Gallen Bodensee Area. Von einer Neuansiedlung profitiere nicht nur der Kanton, der den Zuschlag erhalte. Denn «da geht es um Arbeitsplätze, die vielleicht in einem Kanton sind, aber die Wohnsitze der Arbeitnehmer sich dann in einem anderen Kanton befinden. Und da werden auch Steuereinnahmen generiert. Eine Ansiedlung über die Kantonsgrenze hinaus kann auch einen gewissen Schub erbringen für die ganze Wirtschaftsregion. Das ist auch durchaus eine Win-Win-Situation.»

Es nützt also allen, wenn eine ausländische Firma neu in die Schweiz zieht als wenn das Schweizer Standortmarketing von einem gewissen Kantönligeist geprägt ist.

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