Gewinnsprung im ersten Quartal Investmentbanking verhilft UBS zu Milliardengewinn

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Sergio Ermotti: «Ein solides, starkes Resultat»

1:54 min, vom 28.4.2017
  • Die UBS hat ihren Reingewinn im ersten Quartal im Jahresvergleich um 79 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken erhöht.
  • Das Investmentbanking leistete einen erheblichen Beitrag zum Gewinnsprung.
  • Im Vorjahresquartal erzielte die UBS lediglich einen Reingewinn in Höhe von 707 Millionen Franken – das schlechteste Quartalsergebnis seit 2013.

Mit den Quartalszahlen wurden die Prognosen der Analysten übertroffen. Alle Geschäftseinheiten und Regionen hätten zur Steigerung beigetragen, teilte die UBS am Freitag denn auch mit. Am stärksten war der Anstieg im Investmentbanking. Hier legte der Vorsteuergewinn um 90 Prozent auf 480 Millionen Franken zu.

Vermögensverwaltung im Aufwind

Auch in der Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden machte die UBS Fortschritte: Der Vorsteuergewinn wuchs demnach um gut 22 Prozent auf 940 Millionen Franken. In der Vermögensverwaltung in Amerika konnte die Bank sogar ein Rekordresultat erzielen.

Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft zeigte sich derweil solid. Der Vorsteuergewinn nahm um etwa 5 Prozent auf 418 Millionen Franken zu. In der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden wuchs der Gewinn um gut 14 Prozent auf 103 Millionen Franken.

Mit dem Geschäft zufrieden

Das Geschäft sei in allen Bereichen gut gelaufen, sagt UBS-Finanzchef Kirt Gardner. Mit Blick auf die nächsten Monaten gibt er sich allerdings zurückhaltend: «Einerseits hellt sich das globale wirtschaftliche Umfeld auf. Auf der anderen Seite herrscht in vielen Weltregionen nach wie vor erhebliche politische Unsicherheit», sagt er.

Deshalb sei unklar, ob die Kunden auch weiterhin so aktiv bleiben würden wie in den ersten drei Monaten des Jahres.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Jan Baumann

Die UBS hat ein beachtliches Resultat vorgelegt. Nicht nur die Vermögensverwaltung für reiche Kunden weltweit lief gut in den ersten drei Monaten des Jahres. Auch das Investment Banking trug massgeblich zum Erfolg bei. Das ist nicht selbstverständlich – denn in der Zeit der Finanzkrise ab 2008 hatte es besonders im riskanten Investment Banking hohe Verluste gegeben, etwa aus Geschäften mit faulen Hypothekarkrediten in den USA.

Beim Ausblick ist die UBS-Konzernleitung wie gewohnt vorsichtig – und das leuchtet ein. Denn es ist unklar, ob die Kunden auch in den nächsten Monaten optimistisch bleiben und weiter im grossen Stil zusätzliche Milliarden an Vermögen bei der UBS anlegen. Es könnte sein, dass die Anleger mit Blick auf die weltweiten politischen Unsicherheiten wieder grössere Zurückhaltung üben – etwa weil offen bleibt, ob der neue US-Präsident Donald Trump seine Wahlversprechen umsetzen kann und was dies dann für die Weltwirtschaft effektiv bedeutet. Zweifel sind dort angebracht.

Ins Auge sticht ausserdem die starke Eigenkapital-Position der UBS: Mit einer Kapital-Quote von gut 14 Prozent per Ende März steht die Grossbank im Vergleich zur internationalen Konkurrenz solide da. Das heisst: Das relativ dicke Kapitalpolster macht sie verhältnismässig krisenfest, sollte sich das Umfeld an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft verschlechtern.