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Ja zum Leistungssport Jobs für Spitzensportler

Swiss Olympic vergibt neu das Label für «Leistungssportfreundliche Arbeitgeber», die Spitzensportler anstellen.

Legende: Video Anstellungen für Spitzensportler abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.01.2018.

Trotz Spitzenleistungen können die wenigsten Athleten vom Spitzensport leben. Sie brauchen eine Ausbildung und eine Anstellung, um ihr Leben zu finanzieren, was aber neben Trainings und Wettkämpfen im Ausland gar nicht so einfach ist.

So auch für Benoît Schwarz. Er fliegt mit dem Schweizer Curling-Team kommende Woche an die Olympischen Winterspiele in Südkorea. Schwarz trainiert 25 Stunden pro Woche und fühlt sich sportlich «top». Aber beruflich sei er im Rückstand, trotz seines Bachelor-Abschlusses.

«Wenn ich mich mit meinen Kollegen vergleiche, haben wir zwar dieselbe Ausbildung, aber ich brauchte für alles länger wegen dem Sport und bin nun auch schon älter. Kollegen können sich darum auf dem Arbeitsmarkt besser positionieren», erklärt Schwarz.

Benoît Schwarz stösst einen Curling-Stein.
Legende: Benoît Schwarz trainiert intensiv für die Olympia-Teilnahme. SRF

Label kennzeichnet kulante Arbeitgeber

Darum sind flexible Arbeitgeber dringend gesucht. Dafür vergibt jetzt der Schweizerische Olympische Verband (Swiss Olympic) zusammen mit dem Personaldienstleister Adecco Group ein neues Label für «Leistungssportfreundliche Arbeitgeber» mit äusserst flexiblen Arbeitsstellen oder Praktika.

« Wenn Swiss Olympic uns mit diesem Programm helfen kann, ist das für die Athleten sehr gut», sagt Schwarz. Das Programm soll auf die Qualitäten und das Potenzial von Spitzenathleten im Arbeitsmarkt aufmerksam machen und diesen zu Anstellungen und Berufserfahrung verhelfen.

Grosses Interesse in der Wirtschaft

Dabei profitieren auch die Unternehmen, sagt der Direktor von Swiss Olympic, Roger Schnegg: «Die Unternehmungen erhalten als Arbeitskräfte Athleten, die sich schon gewohnt sind, strukturiert durchs Leben zu gehen, langfristig zu planen, Leistung zu erbringen, auch mal zu verlieren, dann wieder aufzustehen und auch Risiken einzugehen.» Das seien Eigenschaften, die auch für das Berufsleben wichtig seien.

Zwischen den Sportlern und Unternehmen koordiniert der Personaldienstleister Adecco Group. Claudia Kaufmann ist die zuständige Projektleiterin für das «Athlete Career Programme»: «Wir schauen die Ausgangslage an, dann wird auch thematisiert, wo der Athlet arbeiten möchte, wo er wohnt und wo er trainiert. Damit diese Wege kurz sind, das ist ein zentraler Faktor für den Athleten.»

Notwendig ist für das Programm ein ganzes Netzwerk von Unternehmen. Eines davon ist die Fluggesellschaft Swiss. Bei ihr hat der Olympia-Teilnehmer Benoît Schwarz den Vertrag für ein Praktikum unterzeichnet.

Für die Swiss ist das erst der Anfang, sagt Christoph Ulrich, Personalchef der Swiss: Mittelfristig möchten wir das Programm ausbauen und mehrere Praktikumsplätze und nach Möglichkeit auch einige Festanstellungen im Rahmen dieses Programms anbieten.»

Neben der Swiss hat auch die SBB das neue Label «Leistungssportfreundliche Arbeitgeber» erworben. Weitere namhafte Unternehmen zeigen Interesse an Spitzensportlern.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Hostettler (Hoschi4)
    Ich finde es braucht nicht extra Unterstützung durch Swiss Olympic, dass Grosse Unternehmen eine zusätzliche Marketing Platform erhalten. Ich bin Geschäftsführer eines KMU und bitte schon seit Jahren Teilzeit Stellen an. Momentan auch einen Curlinc Spieler mit einem Arbeisvolumen von 60 %. Ich mache dies aus Überzeugung für den Sport und als Unterstützung für den Sportler. Vergesst vor lauter Spitzensport, bitte nicht den Breitensport, denn der ist die Bassis für Grösseres. Sportlicher Gruss
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Für mich ist es absolut nicht nachvollziehbar, warum man immer mehr ehrgeizige und talentierte Jugendliche auf den Sp(r)itzen- und Profi(t)sport locken will. Warum motiviert man sie nicht, etwas auch für die Gesellschaft nützliches leisten zu wollen? Sport als Business ist Unsinn. Sport sollte wieder vermehrt eine Freizeitbeschäftigung werden und die persönliche Gesundheit fördern statt sie - wie es heute in diesem Business leider meistens der Fall ist - sie übermässig zu gefährden.
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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Das wird ein kniffliges Unterfangen. PFZ sein Dank. Die Vorgesetzten bestehen bloss im Ausnahmefall noch aus Schweizern. Die patriotischen Gefühle für die Eidgenossenschaft dürften sich ergo bei einem Grossteil der aktuellen Entscheidungsträger in engen Grenzen halten, auch wenn im Artikel ein paar positive Beispiele erwähnt werden.
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Was hat denn dies mit Patriotismus zu tun? Das ist einzig und allein das Streben, nur noch für sein Hobby zu leben und damit noch möglichst viel Geld zu machen, ohne der Gesellschaft etwas zu bringen. Klar gibt es dafür nun wie üblich sehr viele "Dislikes" (Danke liebes SRF, dass ihr dies (wieder)eingeführt habt), weil die "Brot und Spiele" Mentalität wie bei den alten Römern nach wie vor sehr beliebt ist, bzw. die meisten Menschen lieber passiv Sport bei Chips und Bier vor dem TV betreiben.
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