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SBB schreibt grossen Verlust
Aus Rendez-vous vom 15.03.2022.
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Jahresergebnis 2021 SBB muss Schuldenberg abbauen – und zwar rasch

Der Schuldenberg der SBB ist gigantisch. Er beträgt unterdessen 11 Milliarden Franken. Letztes Jahr alleine sind 720 Mio. Franken neue Schulden dazu gekommen. Denn in der Pandemie waren deutlich weniger Passagiere mit dem Zug unterwegs. Insgesamt kostet die Pandemie das Unternehmen fast 3 Milliarden Franken, schätzt SBB-Chef Vincent Ducrot. Eine Milliarde mehr als der SBB Chef noch letztes Jahr angenommen hat.

Finanzielle Lage angespannt

Inzwischen benötigt die SBB theoretisch rund 14 Jahre, um ihre Schulden abzubauen. Das zeigt der so genannte Schuldendeckungsgrad. Gemäss den Vorgaben des Bundes dürfte die SBB allerdings nur 6.5 Jahre brauchen, um ihre Schulden abzubauen. Das heisst: Die finanzielle Lage des Bahnunternehmens ist angespannt. Die SBB muss nun rasch Schulden abbauen. Auch weil die SBB für die Schulden Zins bezahlen muss. Die Schulden werden die SBB also auch in den kommenden Jahren belasten.

Wäre die SBB ein Unternehmen wie jedes andere, stünde ihr das Wasser bis zum Hals. Sie müsste Stellen abbauen und das Angebot verkleinern. Doch die SBB hat mehr Spielraum, denn sie gehört dem Bund. Das heisst, sie erhält Darlehen von ihm, damit ihr das Geld nicht ausgeht. Die SBB wird nun einfach ein paar Jahre lang auf einem Schuldenberg sitzen, bis sie den wieder abgetragen hat.

Die SBB will sparen und effizienter werden

Um die Schulden zu verkleinern, hat SBB-Chef Vincent Ducrot bereits Sparmassnahmen eingeleitet. Die SBB will bis 2030 mehr als 6 Milliarden Franken aus eigener Kraft sparen. Das bedeutet unter anderem , dass Investitionen in neue Züge oder Betriebsgebäude reduziert oder verschoben werden. Die Bahninfrastruktur allerdings sei über einen Fonds finanziert und deshalb nicht betroffen, versicherte Vincent Ducrot heute. Zumindest, so lange nicht, wie das Parlament nichts an diesen Plänen ändere.

Der SBB-Chef will aber nicht nur sparen sondern das Unternehmen auch effizienter machen. So soll etwa die Produktivität mit einem neuen Transportmanagementsystem erhöht werden.

Schuldenberg wird noch lange bleiben

Doch ganz alleine wird es die SBB nicht schaffen, den Schuldenberg rasch wieder abzubauen. Auch der Bund entlastet die SBB: Sie muss weniger für die Benutzung des Schienennetzes bezahlen als ursprünglich vorgesehen.

Wie schnell die SBB Schulden abbauen kann, wird auch davon abhängen, ob und wann die SBB wieder die Passagierzahlen von früher erreicht. Letztes Jahr reisten noch ein Drittel weniger Passagiere mit der Bundesbahn. Es gibt also noch viel aufzuholen.

Beim Pendelverkehr dürfte die SBB nie mehr die selben guten Zahlen erreichen wie früher. Denn seit der Pandemie erlauben immer mehr Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen ihren Angestellten zumindest teilweise zu Hause zu arbeiten. Die SBB will deshalb den Freizeitverkehr attraktiver machen und mehr Leute dazu bringen, in den Ferien oder am Wochenende mit dem Zug zu verreisen – etwa mit neuen Angeboten und saisonalen Fahrplänen. Ob ihr das gelingt, ist allerdings offen.

So oder so: Einen Schuldenberg von 11 Milliarden Franken kann die SBB nicht von heute auf morgen abbauen. Sie wird deshalb noch einige Jahre darunter ächzen.

Denise Joder-Schmutz

Denise Joder-Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Joder-Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

Rendez-vous, 15.3.22, 12:30 Uhr

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