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Jeff Bezos Der reichste Mann der Welt

Angefangen hat er als Buchhändler, heute leitet er ein Imperium: Der Amazon-Gründer im Porträt.

Legende: Video Jeff Bezos, der globale Päckli-König abspielen. Laufzeit 3:50 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.12.2017.

Die Geschichte fängt in einer Garage an – wie so viele wirtschaftliche Erfolgsgeschichten aus Amerika. Jeff Bezos beginnt 1994 aus einer Garage Bücher zu verkaufen. Über das Internet. Heute ist er der reichste Mann der Welt. Der Finanzdienstleister Bloomberg schätzt das Vermögen des Amazon-Gründers auf 100 Milliarden Dollar.

Geboren wird Jeffrey Preston Bezos 1964 in Albuquerque in New Mexico. Kurz nach der Geburt lassen sich die Eltern scheiden. Die Mutter und sein Stiefvater, der Exil-Kubaner Miguel Bezos, ziehen ihn gemeinsam auf.

Bezos der Visionär

Jeff schafft es an die renommierte Princeton-Universität, wo er Elektrotechnik und Informatik studiert. Nach dem Bachelor-Abschluss beginnt er für eine taiwanesische Mobilfunkgesellschaft zu arbeiten, später heuert er als Computerspezialist in der New Yorker Finanzbranche an. Dann fällt ihm, so erzählt er es, eine Statistik mit den Zuwachsraten in der Internetbranche in die Hände. Sie sind riesig. Bezos will von diesem Wachstumsmarkt profitieren und beschliesst, über das Internet Bücher zu verkaufen. 1994 gründet er Amazon – aus steuerlichen Gründen in Seattle. Der Rest ist Wirtschaftsgeschichte.

«Er ist ein Visionär, weil er die Zukunft des Internets vorhersah. Er erkannte die Möglichkeit, mit dem Online-Handel ein Imperium aufzubauen, lange vor vielen anderen», sagt Journalist Chip Bayers, der die Entwicklung von Amazon seit den Anfängen verfolgt.

Bezos erkannte die Möglichkeit, mit dem Online-Handel ein Imperium aufzubauen, lange vor vielen anderen.
Autor: Chip BayersTech-Journalist

Bezos und Amazon liefern den traditionellen Buchhandlungen und Verlagen einen knallharten Preiskampf, den viele nicht überleben. Der Konzern hat heute eine halbe Million Mitarbeiter und verkauft längst nicht mehr nur Bücher, sondern fast alles. Bill Gates, auch er war mal der reichste Mann der Welt, vergleicht Online-Buchhändler Bezos mit Johannes Guttenberg, dem Erfinder des Buchdrucks.

Bezos der Unerbittliche

Bezos ist bekannt für sein herzhaftes Lachen. Doch Bezos gilt auch als knallhart, extrem ehrgeizig und rücksichtslos. Ursprünglich soll er mit dem Gedanken gespielt haben sein Unternehmen nicht Amazon, sondern Relentless zu nennen – unerbittlich. Bis heute führt die Adresse www.relentless.com direkt zu Amazon.

Jeff Bezos zögert nicht, das Geschäft anderer Menschen zu zerstören, wenn es ihm dient.
Autor: James MarcusEhemaliger Amazon-Mitarbeiter

James Marcus, ein Amazon-Mitarbeiter der ersten Stunde sagt über Bezos: «Jeff zögert nicht, das Geschäft anderer Menschen zu zerstören, wenn es ihm dient.» Er habe Bezos aber auch als charmant, albern und liebenswürdig erlebt. «Er hat diese beiden Seiten in einer Person.»

Das Universum des Jeff Bezos:

Pakete auf Förderband.
Legende: Amazon versendet schon längst nicht mehr nur Bücher. Reuters

Versandhandel: Amazon verkauft längst nicht mehr nur Bücher. Das Unternehmen gilt heute als grösstes «Internet-Warenhaus» der Welt. Bezos selbst umschreibt die Strategie folgendermassen: «Tiefe Preise, eine schnelle Lieferung und eine grosse Auswahl.» Gute Ideen müssten einfach sein, so Bezos. Gewerkschaften kritisieren immer wieder die Arbeitsbedingungen in den Verteilzentren.

Video-App von Amazon auf Bildschirm.
Legende: Bei «Amazon Prime Video» werden Filme und Serien angeboten. Keystone

Filme und Serien: Auch als Streamingdienst hat sich Amazon etabliert. «Amazon Prime Video» ist der zweitgrösste Streamingdienst weltweit. Das Unternehmen produziert auch eigene Filme und Serien. Verschiedene Produktionen – beispielsweise die Serie «Mozart in the Jungle» oder der Anwaltsthriller «Goliath» – wurden mit Filmpreisen wie dem Golden Globe Award ausgezeichnet.

Logo der Washington Post an Gebäude.
Legende: Seit 2013 ist Bezos Eigentümer der «Washington Post». Keystone

Journalismus: 2013 kaufte Bezos für rund 250 Millionen Dollar die renommierte Tageszeitung «Washington Post». «Unsere gewählten Politiker in Washington müssen heute mehr denn je beobachtet werden», sagt Bezos. «Die Washington Post ist eine grossartige Zeitung dafür. Die freie Meinungsäusserung, die unsere Verfassung garantiert, darf nicht untergraben werden.»

Jeff Bezos vor Raumkapsel.
Legende: Jeff Bezos präsentiert das Raketensystem «New Shepard». Reuters

Weltall: Das Weltall ist der grosse Kindheitstraum von Jeff Bezos. Im Jahr 2000 gründete er das Unternehmen Blue Origin, mit dem er wiederverwertbare Raketen für Weltraum-Ausflüge testet. Zudem arbeitet das Unternehmen an einem Landesystem für Mondflüge.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Dieser Mann hat seine Genialität in Geld umwandeln können - er ist auch das beste Beispiel wie man zur rechten Zeit das Richtige machen muss -sonst nützt auch ein Genie nicht viel. Ich kenne einen Mann der gar nicht genial war und durch seinen Schwiegervater gesponsert in das Glück getrieben wurde :-) den Rest machten kluge Angestellte die er mässig bezahlte ! Also Reich wird man wenn man wie Bezos es macht -oder erheiratet -oder ererbt ! Daneben gibt es noch eine Menge andere Tüchtige Reiche.
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  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    Bill Gates, der mit Microsoft auch Konkurrenten zerstörte, vergleicht diesen Jeff Bezos mit J. Guttenberg ! Bezos hat nichts erfunden, ist aber ähnlich wie Trump ein geschickter u skrupelloser Unternehmer ohne Moral u Ethik.
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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch (a2b3c4d5)
    Was würde dieser Herr wohl sagen , wenn er eine Rechnung , die weit überhöht ist , bekommt und er bemerkt , daß man von unbekannter Seite in diesem Fall den Trick angewandt hat , gleich 2 oder mehrere Rechnungen zusammen zu legen und e i n e Person zahlen zu lassen ? Er würde wahrscheinlich berechtigt von B E T R U G sprechen !
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