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Jungfraubahnenchef erfolgreich Er lockt die Chinesen aufs «Top of Europe»

2018 sind 1,07 Millionen Menschen auf das Jungfraujoch gereist – ein neuer Rekord. Wer steckt hinter diesem Erfolg?

3454 Meter über Meer: Es ist neblig, der Wind pfeift, Schnee fällt. Urs Kessler steht auf dem Jungfraujoch. Er ist Chef der Jungfraubahnen und der Architekt des Berner Oberländer Tourismus-Erfolgs. Die Bergbahn ist hochrentabel: 40 Millionen Franken Gewinn brachte sie 2017 ein. So viel wie keine andere Schweizer Bergbahn.

Mit 25 Jahren stiess der Berner Oberländer als Marketingleiter zu den Jungfraubahnen. Früh setzt er auf Touristen aus dem fernen Osten: 1987 reist Kessler zum ersten Mal nach China, um die Jungfrau-Region zu vermarkten. Solche Reisen unternimmt er auch heute noch als Chef. Mit Erfolg: Über die Hälfte der heute rund eine Million Gäste kommt aus China.

China 2019 kein Wachstumsmarkt mehr

In Shanghai, der wichtigsten Geschäftsmetropole Chinas, trifft sich der Chef der Jungfraubahnen mit den Europa-Verantwortlichen des grössten chinesischen Online-Reiseanbieters Ctrip. Mit Prospekten und Werbe-Videos präsentiert Kessler die Jungfrau-Region.

Aber die Chinesen sind ein sparsames Volk. Ohne Vergünstigung kosten Hin- und Rückfahrt aufs Jungfraujoch 180 Franken pro Person. Das ist ein touristisches Luxus-Produkt, welches er den preissensiblen Chinesen schmackhaft machen will.

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Urs Kessler: «Erstmals seit vielen Jahren sind die Aussichten fürs nächste Jahr nicht so gut»
Aus News-Clip vom 04.01.2019.
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Das Geschäft mit den chinesischen Touristen dürfte dieses Jahr harziger werden. «Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind die Aussichten fürs kommende Jahr nicht so gut», sagt Kessler. Eine weiterhin steigende Anzahl chinesischer Gäste sei für 2019 nicht zu erwarten.

«Es hat zu viele Chinesen in Grindelwald»

Von Shanghai reist Kessler nach Taipeh, der Hauptstadt Taiwans. Hier hält sich die Begeisterung über die Vielzahl an Chinesen auf dem Berner Oberländer Erlebnisberg in Grenzen. Das Verhältnis zwischen China und Taiwan ist angespannt. China beansprucht die Pazifikinsel noch immer für sich.

Es hat zu viele Chinesen in Grindelwald. Wir gehen dann vielleicht lieber nach Zermatt.
Autor: Tour-Managerin aus Taiwan

Die taiwanische Tour-Managerin wählt klare Worte: «Es hat zu viele Chinesen in Grindelwald. Wir gehen dann vielleicht lieber nach Zermatt. Das ist momentan das Problem.» Kessler beschwichtigt: «Diese Angst gibt es überall in Asien, weil China so stark wächst.»

Defizitäres Skigebiet

Der Besucherandrang auf das Jungfraujoch ist hoch und die Bergbahn ist hochrentabel, aber das angrenzende Skigebiet hat Probleme. Trotz rückläufigem Wintertourismus baut die Jungfrau Holding das Wintersportgebiet weiter aus. Für 470 Millionen Franken entstehen unterhalb von Grindelwald ein neuer Bahnhof und zwei neue Bergbahnen.

Trotz Kritik ist sich Kessler sicher, mit dem Ausbau des Schneesport-Gebietes die richtige Strategie zu fahren: «Im Wintersport muss man zu den Besten gehören, Mittelmass ist langfristig nicht gefragt.»

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Urs Kessler: «Wir wollen die Preise nicht erhöhen, sondern mehr Qualität bieten.»
Aus News-Clip vom 04.01.2019.
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Dafür nimmt der Bergbahn-Chef deutlich steigende Kosten in Kauf. Diese würden jedoch nicht mit höheren Preisen auf die Konsumenten abgewälzt. Mit dem Ausbau soll die Attraktivität der Jungfrau-Region gesteigert und mehr Gäste angelockt werden.

Die Marke «Top of Europe»

Kessler hat das Jungfraujoch zur Marke gemacht. Für viele asiatische Touristen gehört der Besuch des «Top of Europe» ins Reiseprogramm. Der Jungfraubahnen-Chef hofft, dass die Gäste aus Fernost bald auch vermehrt auf der Skipiste anzutreffen sind.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Genfer  (Andreas Genfer)
    Herr Kessler sagt: «Im Wintersport muss man zu den Besten gehören, Mittelmass ist langfristig nicht gefragt.» Da frage ich mich schon ob er sich nicht irrt. Denn 1. machen die Touristen-Chinesen keinen Wintersport und 2. geht es ihm dabei nicht um die Schönheit der Berge zu vermitteln, es geht ihm einzig ums Geld. Aber um die Schönheit der Berge zu erhalten braucht es Nachhaltigkeit und einen sanften Tourismus. Alles andere macht auch diese Natur kaputt. Und Gigantismus hat hier keinen Platz.
  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Würde Kerosin in der Schweiz oder besser auf der ganzen Welt massiv besteuert würde es keine co2-Abgaben brauchen.
  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Die Chinesen werden das Jungfraujoch aufkaufen, so wie alles in Europa aufkaufen, was ihnen wertvoll erscheint. Der Ausverkauf der Heimat an die Araber und Chinesen muss gesetzlich gestoppt werden.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Immer diese Nörgelei. Seien sie doch froh, dass zahlungskräftige Ausländer die Schweiz besuchen.
    2. Antwort von Hans Meier  (H-M)
      Das jungfraujoch könnte ohne asiatische touristen zu machen!
    3. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Ich muss Ihnen leider erneut widersprechen, Hr. Meier. Andernfalls kämen vielleicht wieder etwas mehr Leute aus anderen Weltgegenden, nicht zuletzt aus der Schweiz selbst, die noch dazu sogar länger in der Gegend blieben.
    4. Antwort von Hans Meier  (H-M)
      @mcrist: diese gäste konnen ja auch jetzt kommen!! Aber warum kommen sie nicht?? Hmmm ahh ja!! absolut überissine preise(ZH HB-jungfaujoch retour 350chf ohne halbtax), schlechter service und miese Gastfreundschaft!