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Bauern bleiben trotz steigender Kakaoproduktion arm
Aus HeuteMorgen vom 27.12.2021.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 23 Sekunden.
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Kakaobauern in Armut Geschäft mit Schokolade hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack

Während sich die Schokolade gut verkauft, haben Kakaoproduzenten kaum genug Geld, um zu überleben – trotz Sondergebühr.

Die Kakaoernte in diesem Jahr lief gut. Viel Kakao wurde zum Beispiel in den grossen Produktionsländern Westafrikas geerntet. Gleichzeitig harzte aber der Absatz – unter anderem wegen der Pandemie. Die Folge: Der Preis für Kakao ist tief, ebenso das Einkommen der Produzentenfamilien.

Rund 60 Prozent des Kakaos weltweit stammt aus der Elfenbeinküste und Ghana. Der Anbau dort ist staatlich geregelt und die Behörden verlangen von den Abnehmern schon zum zweiten Mal in Folge einen Sonderbeitrag, der direkt an die Bauern fliessen soll.

Staaten müssen besser agieren

Doch bei so tiefen Preisen reicht es trotz Sonderbeitrag für viele Familien kaum zum Überleben, bestätigt Christian Robin, Geschäftsführer der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao. Die staatlichen Kakaoorganisationen müssten das Angebot reduzieren.

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Aus dem Archiv: Ghana und Elfenbeinküste – höherer Kakaopreis
aus HeuteMorgen vom 01.10.2020.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 45 Sekunden.

«Wenn sie wirklich eine Preissetzungsmacht erlangen wollen und höhere Preise erzielen möchten, dann müssen sie in Zukunft das Angebot besser steuern», sagt Robin.             

Der Bauer erhält lediglich etwa 60 Prozent des Weltmarktpreises. Was mit den restlichen 40 Prozent passiert, ist unklar.
Autor: Christian Robin Geschäftsführer der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao

Christian Robin schaute sich vor kurzem die Situation in Ghana an. So sorge die staatliche Organisation zwar für eine gute Qualität, die Behörde sei aber auch dominant und undurchsichtig.                 

«Der Bauer erhält lediglich etwa 60 Prozent des Weltmarktpreises. Es gibt sehr viel Bürokratie und man weiss nicht, was mit den restlichen 40 Prozent passiert», sagt Robin.

Abnehmerländer in der Pflicht

Bei der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao machen neben Hilfswerken auch Produzenten mit, kleine, aber auch Weltkonzerne wie Barry Callebaut. Gemeinsam suche man nach Lösungen für bessere Produktionsbedingungen vor Ort, zum Beispiel mit zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten für die Bäuerinnen und Bauern.

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Aus dem Archiv: Süsse Schokolade mit Pulpe statt Zucker
Aus 10 vor 10 vom 01.04.2021.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 20 Sekunden.

Damit erreiche die Plattform 100’000 Bauernfamilien. Sie produzierten rund zwei Drittel der jährlichen Importmenge der Schweiz. Noch lange ist nicht jede in der Schweiz verkaufte Schokolade ökologisch und sozial verträglich produziert, bestätigt Christian Robin. Armut und ökologische Probleme seien nach wie vor verbreitet.

Wir müssen unsere Verantwortung übernehmen in dieser Wertschöpfungskette.
Autor: Christian Robin Geschäftsführer der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao

Deshalb aber auf Schokolade zu verzichten, sei keine gute Lösung. «Die Schokolade kann genossen werden, aber wir müssen auch wirklich unsere Verantwortung übernehmen in dieser Wertschöpfungskette», so Christian Robin.           

Konsumentinnen und Konsumenten könnten durch die Einkäufe im Laden gezielt Einfluss auf das Kakaoangebot nehmen und das wirke sich bis in die Produktionsländer aus.

SRF 4 News, 27.12.2021, 06:00 Uhr

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61 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community
    Vielen Dank fürs Mitdiskutieren. Wir schliessen an dieser Stelle die Kommentarspalte und wünschen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Angela Doppelhofer  (AnDoHo)
    So überrascht! Es gibt unzählige Arte dokus
    Schokolade eine bittere Pille.. oder viele mehr… seit 20 Jahren passiert nichts…
    Wie in vielen Sparten unserer Lebensmittel! Eigentlich in allen Lebensbereichen…
    Korruption und Lobbyingeressen also nicht wirklich Neu!
    Ich esse praktisch Null Schokolade! Das ist mein Beitrag!
  • Kommentar von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
    Ich habe wieder für ein Weihnachtsgeschenk eine kleine/grosse Schoggifabrik im Glarnerland berücksichtigt. Also mehr kann ich nicht mehr tun -auch für die Arbeitsplätze.