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Kapitalistische Gutmenschen Die nächste Generation der Investoren: die Millennials

Mit der Generation «Y» – den sogenannten Millennials – ist eine Generation heran gereift, die den Sinn beim Investieren stärker in den Vordergrund stellt. Sie will sich nicht gedankenlos wirtschaftlichen Zwängen unterwerfen.

Legende: Video SRF Börse vom 28.12.2017 abspielen. Laufzeit 03:56 Minuten.
Aus SRF Börse vom 28.12.2017.

Impact Investing scheint junge Menschen besonders anzuziehen. Zum Beispiel Eva Yazhari, Mitgründerin des «Beyond Capital Fund». Sie gehört zur Generation «Y», den Millennials, wie die in den Jahren 1980 bis 2000 Geborenen bezeichnet werden. Ihr Investment-Fonds investiert in profitorientierte soziale Unternehmen in Indien und Ostafrika. Yazhari ist der Ansicht, dass bei der jungen Generation ein Sinneswandel stattfinde: «Millennials wollen tatsächlich Geld verdienen und gleichzeitig Gutes tun.»

Patientin und Ärztin in Indien während Konsultationsgespräch.
Legende: Die Firma von Eva Yazhari unterstützt in Indien eine Firma, die medizinische Versorgung in abgelegene Gebiete bringt. Beyond Capital

Diese Feststellung wird auch von diversen Studien gestützt. Etwa in den Resultaten einer kürzlich veröffentlichten US-Umfrage mit dem Titel «Sustainable Signals» von Morgan Stanley. Von den befragten Millennials äusserten 38 Prozent sehr starkes Interesse am Thema Impact Investing. Über alle Altersgruppen hinweg gaben hingegen nur 23 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sehr daran interessiert zu sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Millennial in Unternehmen mit hohen Sozial- oder Umweltstandards investiert, bezeichnet der Report als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Bevölkerung. Kaum erstaunlich, dass die Millennials auch stärker davon überzeugt sind, mit ihren Investitionen eine positive Wirkung zu erzielen. 84 Prozent gaben an, dass sie davon ausgehen, mit ihrem Kapital helfen zu können, Menschen aus der Armut zu befreien. Vom Gros der Bevölkerung stimmen nur 75 Prozent zu.

Frauen als treibende Kräfte

Auffällig sind zudem die geschlechterspezifischen Unterschiede bei nachhaltigen Investments. Laut Morgan Stanley ist dies für 84 Prozent der Frauen über alle Altersgruppen hinweg ein wichtiger Faktor. Bei den Männern liegt diese Quote mit 67 Prozent deutlich tiefer.

Die Frauen spielen für Eva Yazhari auch bei ihren Investments eine besondere Rolle. Sie betont, dass der grösste Anteil des Kapitals Frauen in Drittweltregionen zugutekämen. In Ländern wie Indien würden viele Entscheide in den Haushalten durch Frauen gefällt. Etwa bei der Gesundheitsversorgung der Kinder.

Für Yazhari haben die Frauen auch grosses Gewicht an der Spitze jener Firmen, in die ihr Fonds investiert. Die Hälfte der Partner-Unternehmen werden durch weibliche Chefs geführt. «Frauen sind ein wichtiger Treiber bei Projekten in armen Ländern», das bestätigt auch Peter Wuffli, ehemaliger UBS-Chef und Gründer der Elea-Stiftung, die ebenfalls Impact Investing betreibt.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Dieser Trent wird sich fortsetzen - diese Form des Investments kann nur gelingen, wenn die Banken ihre gierigen Finger nicht im Spiel haben - das Kapital der Jungen muss sorgfältig durch eigene Stiftungen verwaltet und an die Projektträger kontrolliert eingesetzt und projektbezogen überwacht werden .
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