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Zwei von fünf Betrieben sind wegen des Lockdowns gefährdet
Aus SRF 4 News aktuell vom 17.04.2020.
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Kein Plan für Restaurants «Wir sind zutiefst enttäuscht und verärgert»

Die Gastronomie-Branche ist mit dem Plan des Bundesrats zur schrittweisen Lockerung der Corona-Massnahmen überhaupt nicht zufrieden – es bleibt völlig offen, wann Restaurants und Bars wieder öffnen dürfen. Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer zeigt sich denn auch äusserst verärgert. Er rechnet mit bis zu 40 Prozent der Betriebe, die erst gar nicht mehr aufmachen werden.

Casimir Platzer

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Casimir Platzer ist seit 2014 Präsident des Gastronomie-Dachverbands Gastrosuisse, Link öffnet in einem neuen Fenster. Der Hotelier aus Kandersteg sitzt auch im Vorstand von Schweiz Tourismus.

SRF News: Vom Bundesrat heisst es, die Gastronomie-Branche sei jetzt am Zug, um Wiedereröffnungs-Konzepte zu erarbeiten. Was bedeutet das für Sie?

Casimir Platzer: Ich habe grosse Mühe mit der gestrigen Information des Bundesrats. Er lässt eine Branche mit 260'000 Mitarbeiten im Argen. Es gibt keinen Plan, keine Perspektive. Wir sind sehr enttäuscht und verunsichert. Wir hatten ein Konzept für die Wiedereröffnungen eingereicht, darauf jedoch nicht einmal eine Antwort erhalten.

Wie sieht denn Ihr Konzept aus?

Wir haben darin aufgezeigt, dass im Gastgewerbe eine Lockerung möglich wäre und dass man strenge Schutzmassnahmen einhalten könnte. So wurde ein Limite bei der Anzahl Gäste pro Quadratmeter und ein Tischabstand von zwei Metern vorgeschlagen. Dort, wo die Distanzregeln nicht eingehalten werden können, müsste eine Schutzmaske getragen werden – was vor allem die Küche betrifft.

Der Bundesrat hat überhaupt nicht auf unsere Vorschläge reagiert.

Für den Service schlugen wir vor, möglichst keine Masken zu verwenden. Dort könnten die Distanzregeln mit Beistelltischen oder einem Service über die Theke eingehalten werden. Ein Betrieb unter Einhaltung der Schutzregeln wäre also möglich. Doch der Bundesrat hat überhaupt nicht auf unsere Vorschläge reagiert.

Familien und Paare könnten auch in Restaurants zusammen essen.

Wie soll das gehen: Essen und Trinken mit Gesichtsmaske?

Es gibt viele Familien oder Paare, die auch zu Hause zusammen leben und essen. Das könnten sie auch im Restaurant tun – ohne Gesichtsmaske. Und zwischen den einzelnen Tischen, respektive Gästegruppen, wären zwei Meter Abstand. In der Restaurant-Gastronomie wäre das möglich – insbesondere jetzt, während der warmen Jahreszeit, da auch draussen auf den Terrassen serviert werden kann. Schwieriger ist es in Bars und Clubs.

Wann werden Gastrobetriebe in der Schweiz Ihrer Ansicht nach wieder öffnen können?

Wir werden uns jetzt mit noch mehr Einsatz beim Bundesrat oder allenfalls im Parlament einbringen, damit wir Planungssicherheit erhalten und wissen, wann wir wieder aufmachen können. Wir können auch unser erwähntes Konzept ändern, da sind wir flexibel. Aber es geht nicht, dass man nicht mit uns kommuniziert. Wir sind zutiefst enttäuscht und verärgert.

Wir rechnen damit, dass 30 bis 40 Prozent der Betriebe gar nicht mehr aufgehen werden.

Wie wird die Corona-Pandemie die Schweizer Gastronomie verändern?

Je länger es dauert, desto weniger Betriebe werden überhaupt wieder aufmachen. Sollte eine Teilöffnung erst ab Juni und eine vollständige Öffnung noch später möglich sein, wird das verheerende Auswirkungen haben. Wir rechnen damit, dass 30 bis 40 Prozent der Betriebe gar nicht mehr aufgehen werden. Viele Betriebe haben nur kleine Reserven.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

die nächsten Schritte

«SRF 4 News aktuell», 17.04.2020, 06:47 Uhr;

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59 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Schon klar, dass die Restaurants und Bars nicht öffnen dürfen. Wie man weiss, sucht sich ein Virus immer einen Wirt. - Ironie off..., was bleibt uns denn noch anderes als üblen Sarkasmus?
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  • Kommentar von Melina Meletta  (Viopeaches)
    Jetzt ist auch uns der Kragen geplatzt! Wir als Familie besitzen ein Restaurant seit 13 Jahren und haben heute die Entschädigung für die Zwangsschliessung erhalten. Wir haben lächerliche 375 Franken! erhalten. Davon bezahlt man nicht mal eine Krankenkassenrechnug geschweige denn eine Miete ect.
    Das nenne ich tolle Unterstützung vom Bund!! Jeder Asylant und Arbeitslose bekommt mehr Geld.Wieder einmal fallen kleine Betriebe zwischen Stuhl und Bank! Das Existenzminimum wäre das mindeste gewesen.
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    1. Antwort von Caroline Kohler  (CaroKo)
      Ja bei mir sind es lächerliche 352.40
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    2. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Bei mir sinds ca 600.-. wenn ich dran denik, dass mein Einkommen saisonal stark schwankt und ich im April und Mai den Lohn für mind. 4 Monate generieren muss, müsste. Tja, reicht wohl grad für Atmeschutzmasken, Desinfektionsmittel, Klopapier und nen Covid-Test. (...Danke lieber Bundesrat, genauso hab ich mir das vorgestellt)
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    3. Antwort von Luca Salerno  (L.L Sal)
      Wütend verstehe ich ja, aber wieso ziehen sie gleich über Asylanten und Arbeitslose her? können sie dafür was das sie in dieser Situation sind? solche aussagen sind das letzte. übrigens haben wir in der Schweiz Abgestummen über Existenzminimum, sie wollten es nicht.
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  • Kommentar von Hans Peter Frehner  (Hans Peter Frehner)
    Langsam aber sicher verstehe ich die Welt nicht mehr. Mir kommen mit Erlaub die hoch bezahlten Regierungskräfte einiges amateurhaft vor.
    Unentschuldbar ist die Situation dass man Hundertausende ohne Perspektive vor dem Ungewissen stehen lässt. Das geht so gar nicht.
    Es ist für unser Land und alle unsere Mitbürger zu hoffen dass dieses Theater möglichst bald ein Ende findet.
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