Zum Inhalt springen

Header

Audio
Elektrifizierung des ÖV soll vorangetrieben werden
Aus Rendez-vous vom 17.08.2020.
abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
Inhalt

Klimafreundlicher ÖV Umstieg auf Elektrobusse: Der Wille ist da, das Geld fehlt

Verschiedene ÖV-Betriebe wollen grosse Teile ihrer Diesel-Flotte ersetzen. Dafür fordern sie Unterstützung vom Bund.

Eigentlich steht der öffentliche Verkehr recht gut da. Das zeigen Zahlen des Informationsdienstes für den öffentlichen Verkehr Litra. Nur vier Prozent der CO2-Emissionen des gesamten Verkehrs gehen demnach auf das Konto des ÖV. Stellt man das ins Verhältnis zur erbrachten Verkehrsleistung, sieht das Bild noch vorteilhafter aus. Ein grosser Teil des öffentlichen Verkehrs ist bereits elektrifiziert: die Eisenbahn, Trams, Trolley-Busse.

Dennoch brauche es weitere Anstrengungen, sagt Martin Candinas, Litra-Präsident und CVP-Nationalrat aus Graubünden: «Unsere ÖV-Unternehmen sind sehr innovativ. Sie haben fast alle Pilotprojekte begonnen. Irgendwann ist der Zeitpunkt einfach da – und wir meinen, das ist jetzt –, dass man aus diesen Pilotprojekten richtige Projekte macht.»

50 Prozent höhere Anschaffungskosten

Aber das geht ins Geld. Allein die Anschaffungskosten fallen ins Gewicht. Sie sind bei Elektrobussen bis 50 Prozent höher als bei Diesel-Bussen. Weitere Kosten kommen hinzu, etwa für Ersatzbatterien, ganz zu schweigen von den Kosten, um die Lade-Infrastruktur aufzubauen. Den Verkehrsbetrieben fehle dieses Geld, sagt Candinas. «Die Unternehmen sagen ganz klar, dass es Unterstützung gibt, vor allem für Pilotprojekte. Aber es gibt keine Unterstützung für die richtige Umstellung.»

Geld fehlt auch, weil die Einnahmen der Verkehrsbetriebe während des Corona-Lockdowns weggebrochen seien. Deshalb seien Kantone und Gemeinden gefordert, aber auch der Bund. «Wir sind im Moment auch in der Diskussion um das CO2-Gesetz. Da gibt es den Klimafonds, in dem wir fast eine Milliarde Franken drin haben werden. Hier gibt es Möglichkeiten, und der ÖV-Bereich ist ein wichtiger Bereich, in dem wir mit wenig Geld viel Nutzen schaffen können.»

90 Prozent Diesel-Busse

Das Potenzial bei den Bussen mit Blick auf den Ausstoss von Klima-schädigenden Emissionen sei gross. Denn heute würden noch fast 90 Prozent aller Busse in der Schweiz mit Diesel betrieben, sagt Litra-Präsident Candinas. Die Botschaft der Verkehrsunternehmen an den Bund ist also klar. Und das nicht erst seit heute.

Bereits im Frühling 2019 forderte das Parlament den Bundesrat auf, er solle ausloten, wie Elektrobusse verstärkt gefördert werden könnten. Der Bericht dazu soll im Herbst veröffentlicht werden. Der Bund steht dem Anliegen der Verkehrsbetriebe positiv gegenüber: Ein Vertreter des Bundesamts für Energie sagt heute, Batterie-Busse seien klar im Vorteil bei den CO2-Emissionen.

Rendez-vous vom 17.8.2020

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

62 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    FWIW, Benötigte Fahrzeuge für einen bestimmten Service:

    • Referenz: Dieselbus: 100%
    • Trolleybus 100% elektrisch oder IMC: 100%
    • Batteriebus Gelegenheitslader (an Endhaltestellen): 120%
    • Batteriebus Nachtlader: 140% bis 200%

    Die gleichen Werte gelten auch für die Anzahl Fahrer

    Das krasseste mir bekannte Beispiel ist Moskau, wo der Bürgermeister per Dekret Trolleybusse abschaffte; nun sind die doppelte Anzahl Batteriebusse (gleicher Grösse) notwendig
  • Kommentar von Daniel Epple  (Eppledh)
    Anstelle von Batterie betriebenen Bussen wäre Wasserstoffantrieb effizienter und die Infrastruktur günstiger. Aufladezeiten minimal. Unterhalt minim. Anstatt überschuss Energie mit pumpen in Stauseen zu befördern, sollte Überschussenergie konsequent mit hydrolyse in wasserstoff gewandelt werden ... und dann grüne Post!
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Wasserstoff ist nicht effizient, vor allem nicht wenn er durch Hydrolyse gewonnen wird. Und die Infrastruktur würde durchaus nicht günstiger. Kommt dazu dass hier primär von Linienbussen gesprochen wird, nicht so sehr von Fernbussen. Da ist die Reichweite der wesentlich effizienteren Elektrobussen ausreichend und dies Marktsegement gehört nicht zur Nische des Wasserstoffs. Diese liegt im Fernverkehr. Apropos Überschuss: Auch da sind Pumpspeicherwerke viel effizienter und wir haben die bereits.
  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    In einem anderen Artikel darüber heisst es, die TCO (Anschaffungskosten und Betrieb) seien 5-20% höher. Das sollten die ÖV "Unternehmen" eigentlich selber stemmen können. Der Ruf nach Subventionen ist einfach der Weg ohne Anstrengung auf Kosten der Steuerzahler.
    Und sonst sollen sie mit der Umstellung halt noch ein paar Jahre warten. In max. 5 Jahren werden die TCO tiefer sein als beim Dieselbus. Die Flotten werden sowieso etappenweise ersetzt.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das ist korrekt. Obwohl ich Fan vom Elektroantrieb bin, sehe ich nicht wieso dieser extra so hoch gefördert werden soll. Das bremst bloss die Kostensenkung, die durch den harten Markt getrieben wird. Es wäre viel intelligenter die dezentrale Erzeugung von nachhaltiger elektrischer Energie stärker zu fördern. Was jetzt schon getan wird, nämlich Förderung der Infrastruktur, reicht bis auf Weiteres völlig aus. Die Lösung ist so überzeugend, dass sie sich mit der Zeit von selbst durchsetzt.