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Die Munitionsfabrik Ruag Ammotec darf verkauft werden
Aus Tagesschau vom 16.09.2021.
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Knapper Ständeratsentscheid Ruag Ammotec muss nicht in Staatsbesitz bleiben

Ammotec, die Munitionssparte der Ruag in Thun, darf verkauft werden, findet der Ständerat. Auch ins Ausland.

Der Bundesrat hat vor einigen Jahren entschieden, die bundeseigene Rüstungs- und Technologiefirma Ruag aufzuspalten und den internationalen Teil zu privatisieren. In diesem Zusammenhang soll die Munitionsherstellerin Ruag Ammotec mit Sitz in Thun verkauft werden.

Das wollte Ständerat Werner Salzmann (SVP/BE) mit einer Motion verhindern. Munition sei sicherheitsrelevant, begründete er: «Wenn Sie heute die Tür dafür öffnen, dass die Ammotec in ein paar Jahren nicht mehr in der Schweiz produziert, tragen Sie die Verantwortung, dass in einer Krise eine Unterversorgung mit Kleinkalibermunition herrscht.»

In- oder ausländischer Besitzer

Der Zürcher SP-Ständerat Daniel Jositsch pflichtete ihm bei. «Die Ammotec ist eine Perle, sie ist weltweit Marktführerin auf ihrem Gebiet, und wenn wir diese Perle in der Schweiz halten wollen, dann müssen wir sie im Staatsbesitz halten, sonst ist der Standort in Thun gefährdet.»

Neben der Motion gegen den Verkauf der Ruag Ammotec beriet der Ständerat auch eine Motion ihrer Kommission, die den Verkauf an einen inländischen strategischen Investor verlangte.

Wenn wir diese Perle in der Schweiz halten wollen, dann müssen wir sie im Staatsbesitz halten, sonst ist der Standort in Thun gefährdet.
Autor: Daniel Jositsch Ständerat Daniel Jositsch (SP/ZH)

Dies, weil bekannt wurde, dass sich sogenannte Family Offices – Verwaltungsgesellschaften reicher Familien – für die Firma interessierten, wie Kommissionspräsident Thomas Minder erklärte.

«Man hat uns bestätigt, dass diese Family Offices reine Investorenabsichten pflegen – mit dem Ziel, die Ammotec mit einem Mehrwert später weiterzuverkaufen. Diese Botschaft hat die Kommission sensibilisiert, ja aufgeschreckt.»

Genügend Munition in Armeelager

Gegen jegliche Einschränkungen war hingegen die FDP – etwa der Urner Ständerat Joseph Dittli. Die Ruag Ammotec stelle Kleinkalibermunition und Handgranaten, nicht aber etwa Artillerie- und Panzermunition oder Lenkwaffen her. «Wer meint, mit der Ruag Ammotec als Bundesbetrieb bliebe die Schweiz Selbstversorger, macht sich etwas vor. Für die Versorgung der Armee ist auch im Bereich der Kleinkaliber durch die Lagerhaltung gesorgt.»

Wer meint, mit der Ruag Ammotec als Bundesbetrieb bliebe die Schweiz Selbstversorger, macht sich etwas vor.
Autor: Joseph Dittli Ständerat (FDP/UR)

«Die Mitte» war gespalten. Ständerätin Andrea Gmür sagte, es gelte, die Ruag Ammotec verkaufen zu können, um ihre unternehmerische Zukunft zu garantieren. «Die Ammotec ist gerade so lange eine Perle, wie sie unternehmerisch geführt werden kann.» In zwei sehr knappen Abstimmungen lehnte die kleine Kammer die Vorstösse ab. Der Verkauf der Ruag Ammotec bleibt damit auf Kurs.

Rendez-vous, 16.09.2021, 12:30 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Liebes Parlament, schafft doch gleich die ganze Armee ab, dann ist das Problem gelöst, da ja sowieso niemand die Schweiz angreifen wird. So kommt mir der Bescheid, die größten Teile der Ruag ins Ausland zu verkaufen. Wie kurzsichtig sind denn unsere Volksvertreter eigentlich?
    1. Antwort von Fabio Scheidegger  (Fabioski)
      Also bei der Abschaffung sind wir uns scheinbar einig. Die Schweiz könnte angegriffen werden. Falls das passiert, bringt uns unsere Armee aber nicht viel...
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Was sich da anbahnt ist Selbstzerfleischung der Schweiz
    In wessen Auftrag?
    Die RUAG darf nicht verkauft werden!
  • Kommentar von Roland Brogle  (Roland Brogle)
    China wird sich das K ow-how sichern und in China produzieren. Es wird nicht weniger Munition brauchen, aber die Angestellten in der Schweiz schauen in die Röhre.