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Konsequenzen der Panama-Papers US-Justiz klagt vier Männer an

Finanzjongleure enttarnt: Die amerikanische Justizbehörde wirft den Männern Geldwäsche und Steuerbetrug vor.

Legende: Audio Mossack Fonseca steht nun im Fokus der US-Justiz abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
01:24 min, aus HeuteMorgen vom 05.12.2018.

Vor gut zweieinhalb Jahren berichtete ein internationales Netzwerk von Journalisten über 200’000 Briefkastenfirmen, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt hatten. Nun wird in diesem Zuammenhang erstmals Anklage erhoben.

Was sind die Panama-Papers?

Türschild der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca
Legende:Keystone

Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca mit Hauptsitz in Panama City war eine grosse Anbieterin und Verwalterin von Offshore-Firmen in sogenannten Steueroasen. Diese Briefkastenfirmen sind nicht per se illegal, aber sie können dazu genutzt werden, Steuern zu vermeiden oder zu hinterziehen, Gelder zu waschen oder Sanktionen zu umgehen. Im Zusammenhang mit den Enthüllungen eines Journalistennetzwerkes (den sogenannten Panama-Papers) im Jahr 2016 wurde bekannt, dass Mossack Fonseca für mehr als 14'000 Kunden 214'488 Firmen verwaltete. Ihr Geschäftsgebaren galt als ethisch fragwürdig, mit den jetzigen Anklagen kann es auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Anwaltskanzlei schloss im März 2018 aus eigenem Entschluss.

Vier Männer, darunter zwei Deutsche, klagt die US-Behörde im Zusammenhang mit den Panama Papers an. Die amerikanische Justizbehörde wirft den Männern Geldwäsche und Steuerbetrug vor. Die Angeklagten sind ehemalige Mitarbeiter, beziehungsweise in einem Fall ein Kunde der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca.

Gelder versteckt

Die Kanzlei bot Jahrzehnte lang anonyme Briefkastenfirmen an, meist mit Scheinverwaltungsräten, um zu verschleiern, wer sich dahinter verbirgt. Die Angeklagten sollen Kunden geholfen haben, ihr Vermögen und Einkommen mittels solcher Briefkastenfirmen und Stiftungen vor den US-Behörden zu verstecken. Den Angeklagten drohen bis zu 20 Jahren Haft.

Erst vergangene Woche sind Büros der Deutschen Bank im Zusammenhang mit den Panama Papers durchsucht worden. Die 11 Millionen geheimen Finanzdokumente führten weltweit zu Ermittlungen und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ich finde, die USA sollten endlich aufhören der ganzen Welt ihre Gesetze zu überstülpen und anschliessend Sanktionen auszusprechen und diese notfalls mit Kriegen durchzusetzen. Die eigenen Steueroasen werden mindestens geduldet. Auch hier gilt: AMERIKA FIRST! Das ist nicht erst so seit Trump - aber Trump hat es als Erster ausgesprochen.
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  • Kommentar von Simon Weber (Weberson)
    Das sind sehr erfreuchliche Nachrichten, bitte weiter so -es gibt noch genug Steueroasen mit mehr als bedenklichem Geschäftsgebahren und ethisch sehr fragwürdigen Handlungen. So zum Beispiel die Isle of Man worüber schon über 200 europäische Superreiche ihre Privatjets ohne Bezahlung der MwSt. importiert haben. So geht den Staaten in Europa aber auch auf der ganzen Welt massenweise Geld verloren - Geld das schlussendlich bei der Bevölkerung fehlt. Genau da müsste man mal mit Sanktionen anfangen!
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Und was geschieht z.B. mit der US-eigenen Steueroase Delaware. Zur Zeit gibt es dort über 600'000 Briefkastengesellschaften. Viele der grössten Konzerne sind dort aktiv am Steuern optimieren. Delaware ist nur eine prominente US-Steueroase.
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